Schon fast zwei Monate liegt die Weltbischofssynode hinter mir. Nach der sonnigen Wärme Roms habe ich noch einen Zwischenstopp in der Schweiz eingelegt bei über 30 Zentimeter Schnee, um dann heil und mit einem Koffer voller Erfahrungen heimzukehren. Dann hat der Alltag mit vielem Liegengebliebenen – 24 Tage war ich weg – mich so beansprucht, dass für bloggen keine Zeit blieb.
So langsam stelle ich mich auf das Weihnachtsfest ein mit den letzten Überlegungen um Geschenke und Briefe für gute Bekannte und Freunde. Die großen Predigten sind schon in der vergangenen Woche bei einem kurzen Rückzug in ein Kloster entstanden. Der 4. Adventssonntag kommt mir sehr entgegen, um mich in Ruhe für die kommenden Tage einzustimmen, die mit Besuchen in Krankenhäusern und bei den Wohnungslosen ebenso wie mit den feierlichen Liturgien gefüllt sind. Es bleibt etwas Besonderes und Spannendes um Weihnachten. Freude und Schmerzen ,brennen‘ eben stärker in diesen Tagen.
Um so mehr wünsche ich allen den reichen Segen des menschgewordenen Gottes, vor allem Ermutigung, Gesundheit und neue Kraft für das bald beginnende Neue Jahr 2013. Da der ,Weltuntergang‘ am 21. Dezember ausgeblieben ist, können wir uns so den neuen Aufgaben des Jahres getrost stellen. Bis dahin! ...
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Endlich melde ich mich wieder im schon gar nicht mehr so Neuen Jahr. Trotzdem wünsche ich allen noch Gottes reichen Segen für die kommenden Monate. Wer weiß, was sie alles für uns bereithalten?!
In den vergangenen Wochen habe ich mich durch viel Weihnachts- und Neujahrspost gelesen. Über 400 Briefe von Freunden, Bekannten und vielen Gemeinschaften und Institutione. Ich habe mir nie abgewöhnt, all diese Post genau anzuschauen, weil sie mit Liebe und Gewissenhaftigkeit abgeschickt ist und mir zeigt, wie viele mich in meinem Dienst und unsere ganze Kirche mittragen und sich uns verbunden wissen.
Einige Briefe kommen bewusst erst nach Weihnachten, weil die Absender vermeiden wollen, dass sie ,untergehen‘. Einer ist mir besonders aufgefallen. In ihm heißt es:
„,Als die drei Könige, von ihren Gaben entlastet, wieder aus dem Stall traten, hielt Kaspar erschrocken inne. ,Der Stern‘, sagte er. ,Was ist mit ihm?‘ fragte Melchior. ,Er ist weitergezogen‘, sagte Kaspar. ,Hast du jemals einen Stern stillstehen sehen?‘ fragte Balthasar.‘ (Adolf Muschg) – Der Stern ist weitergewandert. Alle Weihnachtsgrüße sind verklungen, und die guten Neujahrswünsche eilen ihrer Erfüllung entgegen. Die Hirten kommen aus dem Staunen heraus und finden sich wieder ein in ihrer Welt. Die drei Könige verharren nicht mehr in der Anbetung, sondern machen sich auf den Heimweg. Und die Mächtigen im Lande tun alles, um ihre Macht zu erhalten, und die Ohnmächtigen bleiben schutzlos. Fast könnte man sagen, es ist alles wieder beim Alten. Und trotzdem hat sich für uns alle etwas verändert: Gott berührte Menschen!“
Gott berührte Men ...
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Günter, eine treue Seele unserer Gemeinde, bescherte mir mein Weihnachtserlebnis 2011.
Günter, Ernst, Yves und Sebastian sind unsere „Jungs“, die Jahr für Jahr den Weihnachtsbaum und die Krippe in unserer Kirche aufbauen. So auch dieses Jahr und soweit auch nicht ungewöhnlich.
Kurz vor der Christmette nahm mich Ernst beiseite: „Sieh dir mal die Spitze des Weihnachtsbaumes an“ flüsterte er mir zu und zwinkerte. Während der Messe probierte ich, aus dem Seitenschiff rüber zu schielen, konnte aber im Halbdunkeln nichts erkennen. Was haben die Jungs nun wieder ausgeheckt? (Ähm, der Älteste der „Jungs“ ist 70, aber sie alle haben den Schalk im Nacken.) Nach der Christmette verlor ich im Trubel vom Krippensingen, Kinder und Freunde in die Arme nehmen und Weihnachtswünsche austauschen den Gedanken aus dem Kopf; erst abends im Bett: da war ja noch was.
Am nächsten Morgen nach dem Hochamt schlich ich mich in den Altarraum und war sprachlos. Meine Tochter kam hinzu und schließlich unser derzeitiger „Vertretungs“-Pfarrer und sie strahlten mit mir um die Wette, so ungewöhnlich und so schön sah die Baumspitze aus, die im großen Bogen gen Himmel zeigte. Meine Tochter flüsterte leise: „Nicht immer führt der Weg gerade nach oben.“ Besser als diese Baumspitze kann man das Leben nicht zeigen.
Danke Günter, dass Du diese Spitze nicht abgeschnitten hast.
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„Zwischen den Jahren“ – eine eigene Zeit. Zwischen-Zeit! Ein turbulentes Jahr geht für mich dem Ende zu. Viele Begegnungen zu Weihnachten: Schwerkranke, Sterbende, Trauernde, Wohnungslose, Suchende, Ängstliche, Eilige, vom Weihnachtsmarkt und Geschenkekauf Berauschte, aber auch viele voller Vorfreude, Gelassenheit, Dankbarkeit für das Jahr...
Das neue Jahr kommt mit vielen Terminen auf mich zu. Zwischen den Jahren wird der Kalender gewechselt. Er füllt sich bald mit vielen vorgemerkten Begegnungen und Ereignissen, die schon vor mein Auge treten. Momente der Rückbesinnung, des Verweilens und der Vorschau in diesem „Zwischen“ der Jahre.
Eine eigene Stimmung haben diese Tage, aber auch eine typische. Denn immer lebe ich auch in diesem „Zwischen“: noch nicht ganz weg vom Letzten, noch nicht ganz da beim Nächsten. Dabei kann einem das „Jetzt“ leicht verloren gehen, das Auskosten der Zeit, die nicht im „Zwischen“ zerrieben werden darf.
Zwischen den Jahren wünsche ich allen, dass sie im Neuen Jahr nicht nur „dazwischen“ geraten, sondern den Augenblick leben als Zeit unter dem Augen-Blick Gottes, der da ist in unserer Zeit und Welt – und, wie tröstlich, auch im „Dazwischen“. Gott sei Dank! ...
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"Vergesslicher Engel" von Paul Klee
"Ich verkünde euch eine große Freude" Lukas 2,10.
Diesem Engel von Paul Klee traut man zunächst nicht zu, eine frohe Botschaft zu verkünden. Warum vergesslicher Engel? Was hat er vergessen? Will er etwas vergessen? Er mag nicht ganz hinein passen, in diese schöne Zeit voll Lichterglanz, Jubel und Frohlocken. Doch gerade an Weihnachten werden bei vielen Menschen Sorgen und Ängste laut. So manch eine Familie bemüht sich um Harmonie. Die Erwartungen sind hoch, doch vieles will einfach nicht gelingen und endet im Streit. Manch einer denkt in dieser Zeit an einen verstorbenen Menschen, der das vergangene Weihnachtsfest noch mitgfeiert hat. Auch Sorgen wie Arbeitslosigkeit, Krankheit, Einsamkeit... können an Weihnachten besonders spürbar werden.
Jesus ist damals aber nicht in eine perfekte Welt hinein geboren. Maria und Josef hatten eine beschwerliche Reise hinter sich. Die Herbergssuche und die Geburt im Stall ließ sie bestimmt fast verzweifeln und mit der anschließenden Flucht ging die Anstrengung weiter. Sorgen und Nöte erledigen sich nicht an Weihnachten. Damals nicht und heute nicht.
Aber Weihnachten kann etwas in uns auslösen - wir könne ... » Artikel weiterlesen
Die Weihnachtsbäume sind da! Ja, sie kamen heute Morgen mit Dirk und der ersten Fähre. Freu, freu, freu! Aber jetzt musste es schnell gehen, denn sind die Weihnachtsbäume erst einmal ausverkauft sind, dann wird es schwer noch einen zu „bekommen“ (wo ist meine Axt?) auf der Insel. Da stand ich dann vor den Bäumchen und mir fiel auf, dass es noch etwas Schwereres gibt als Schuhe kaufen: Weihnachtsbäume. Die sehen doch irgednwie alle so gleich aus. Okay, grün bleibt grün und ein Meter fünfundsiebzig bleibt ein Meter fünfundsiebzig. Augen zu halten, auf einen zeigen und schwups hat die Frau Teerling einen Weihnachtsbaum.
Geschafft.
Weihnachen naht. Nicht nur am alljährlichen Weihnachtsbaumkauf merke ich es, nein, die Anrufe von Freunden häufen sich, die sich für Weihnachten anmelden. Kommen die ersten Anrufe, bedeutet das auch, dass ich wie immer merke, dass unser Frauenkreis sich mal rasch Gedanken machen sollte, wie wir die Christmette gestalten wollen. Unsere Christmette ist für viele ungewöhnlicherweise um 17 Uhr. Unsere kleine Diaspora-Gemeinde besteht fast nur aus Familien. Die meisten aber leben in - Achtung, jetzt kommt ein Lieblingswort von mir - Konfessionellen Misch-Familien. Ich zum Beispiel komme aus so einer. Mein ist Vater evangelisch-reformiert und meine Mutter katholisch.
Damit am Heiligen Abend nicht ein neuer dreißig Jähriger Krieg ausgerufen wird und um sich gegenseitig zu entlasten, hat die Ökumene die Gottesdienste abgestimmt. Für die ganz Kleinen ist die Lutherische Kirche zuständig, wir die Katholiken bieten zusammen mit den Reformierten die 17-Uhr-Familien-Christmette an und um 23 Uh ...
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Rückzug ins Kloster, in die Stille, wenn auch nur für kurze Zeit. Dieses vorweihnachtliche Geschenkt mache ich mir gerade. Weg von der Unruhe der letzten Tage mit Fahrten nach Paderborn, Regensburg, Würzburg, Münster, Bremen und Hamburg. Weg aber auch von der Dauerbespielung mit Weihnachtsliedern vom Weihnachtsmarkt vor meiner Haustür. Weihnachts-Markt. Mich stört es nicht, wenn Menschen aller Generationen die Atmosphäre der bunten Verkaufsbuden suchen und die Leckereien der verschiedenen Stände genießen, auch wenn ich mir Advent anders vorstelle.
Doch fast unerträglich ist mir das, was danach geschieht, wenn die Buden und Stände zu humaner Zeit geschlossen haben. Après Weihnachtsmarkt sozusagen: überfüllte Gaststätten mit feiernden Gruppen, die sich dann zum Teil in grölende Scharen verwandeln, die bis in die Morgenstunden umherziehen. Zipfelbemützte Weihnachtsmänner und -frauen veranstalten eine Art vierwöchigen Straßenkarneval im Winter. Ich persönlich kann dem nicht viel Weihnachtliches, geschweige denn Adventliches abgewinnen. Natürlich will ich damit nicht wieder die „Spaßbremse“ sein, wie man es von der Kirche gemeinhin erwartet. Doch es fällt mir schwer, das alles mit dem Ruf nach Ruhe, Besinnung, Orientierung und Neuausrichtung zusammenzubringen, der ja in diesen Tagen nicht nur aus der Kirche kommt.
Niemand will der vorweihnachtlichen Zeit ihren Charme, ihren Duft und ihren erinnerungsschwangeren Glanz nehmen. Auch die Kirche kennt neben dem strengen Johannes dem Täufer, dem Rufer in der Wüste, viel schönes Brauchtum zur Vorfreude. Aber hier werden vier Wochen vermarktet, die am Ende auf ein ...
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