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Auf geistlicher Welt-Reise

Dienstag, 16. Oktober 2012 von bibo
Hunderte von Fünf-Minuten-Statements. Eine große Einübung ins Hören auf die Stimmen der Weltkirche auch für den Papst, der sich geduldig darauf einlässt. Italienisch, Spanisch und Englisch sind die beherrschenden Sprachen, Deutsch kommt nur selten vor, heute durch den Vorsitzenden der Bischofskonferenz und durch mich.

Mein Statement über die vielgestaltige Pastoral in Deutschland und die Notwendigkeit vieler verschiedener ehrenamtlicher Dienste lag zwischen "Kenia" und der "Kongregation für die Heiligsprechungen in Rom" – wahrlich "katholisch"! Es freut mich, wie viele Bischöfe das Engagement der Laien herausheben und das Zusammenspiel aller Dienste und Begabungen für die Weitergabe des Glaubens erkennen.

Außerdem ist es wichtig, die Gründe für die Entwicklungen nicht nur in der "Welt" zu suchen, bei der Säkularisierung, bei den Medien, beim Individualismus und Pluralismus, sondern auch uns selbst als Kirche im Großen und im Kleinen demütig und ehrlich anzuschauen. Alle Evangelisierung muss bei uns anfangen!

Ein Bischof aus Afrika hat etwa gesagt: Nicht die Welt muss zur Kirche kommen, sondern die Kirche muss zur Welt kommen aus den Katakomben ihrer Angst, ohne Pomp oder Anmaßung. – Nur so wird das Evangelium mehr Menschen erreichen, in deren Sehnsucht nach Freiheit auch eine Offenheit für den immer größeren Gott liegt. Morgen geht die geistliche Welt-Reise weiter! ...  » Artikel weiterlesen
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Leben mit den Heiligen

Freitag, 04. November 2011 von bibo
Wird mir mal ein freier Tag geschenkt durch ausfallende Termine, muss ich mich mit einer Erkältung herumquälen. Nun ja, ich will die Zeit nutzen, um noch ein wenig mehr von meiner Reise nach Mexiko und Honduras zu berichten.

An einem der größten Wallfahrtsorte der Welt, Guadalupe in Mexiko, und an vielen anderen Orten konnte ich erleben, was den Menschen dort – vor allem den armen und den indigenen – die Verehrung der Heiligen bedeutet. In großer Buntheit und Vielfalt werden vor allem die Muttergottes, die Apostel, die Nothelferinnen und Nothelfer und die einheimischen Heiligen verehrt. Neuerdings in besonderer Weise der Apostel Judas Thaddäus, der für besonders aussichtslose Fälle ,zuständig‘ ist.



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Auf nach Lateinamerika!

Montag, 10. Oktober 2011 von bibo
Die Koffer sind gepackt, die Reise kann losgehen: Mexiko und Honduras sind das Ziel. Nicht Urlaub, sondern Erweiterung des pastoralen Horizonts, gerade dort, wo wir lernen können, auch in unseren Breiten auf neue Art Kirche zu sein im Zusammenspiel vieler Begabungen von Getauften, Gefirmten, Beauftragten, Gesendeten und Geweihten, die gemeinsam Kirche im Heute für Morgen bauen wollen.

Nach der Begegnung mit zwei Bischöfen aus Honduras im vergangenen Jahr möchte ich nun persönlich wahrnehmen, wie Kirche sich dort einstellt auf die Situation der Gesellschaft und die sozialen Entwicklungen. Es waren zwei sehr unterschiedliche Bischofspersönlichkeiten, die ich seinerzeit kennenlernte, aber doch eins in dem Willen, zukunftsfähige Kirche zu gestalten, Verantwortung mit vielen zu teilen, die dafür vorbereitet, begleitet und beauftragt sind. Ich freue mich auf die Erfahrungen mit diesen hoch engagierten und kompetenten Menschen.

Ein solcher Austausch wirkt sich auf die Atmosphäre hierzulande und auf unseren Weitblick aus und anerkennt das Wert-volle, das Menschen auf allen Kontinenten einbringen können. Ich hoffe, mich durch den langen Flug noch tiefer auf die Begegnungen vorbereiten zu können.

Ein fernöstliches Sprichwort steht über unserer Erkundungsreise: „Wer sein Haus verlässt und nach Wissen sucht, der wandert auf Gottes Pfaden, und wer reist, um Wissen zu finden, dem wird Gott das Paradies zeigen.“ Ich bin gespannt. ...  » Artikel weiterlesen
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Weltliches im Heiligen Land

Freitag, 15. April 2011 von bibo
Es ist leider schon einige Zeit her, dass ich mich gemeldet habe. Die Rückkehr von meiner Reise ins Heilige Land bescherte mir einen übervollen Schreibtisch und viele nicht weiter zu schiebende Termine. Meine Mitbringsel sind noch unverschenkt, meine Photos kaum gesichtet. Doch die Erinnerungen sind sehr gegenwärtig: an großartige, berührende Orte, wo die Luft des Evangeliums zu atmen ist, ja wo die Landschaft und die Stätten ein "fünftes Evangelium" sind – nicht geschrieben, nicht zu lesen oder zu hören, sondern zu schauen, zum Erwandern.

Auf der anderen Seite die schier unlösbaren Probleme eines Landes, das mehreren Religionen so heilig ist. Im Land der Bergpredigt fast täglich die Erfahrung des harten Gegenteils! Nein, eine Reise ins Heilige Land ist alles andere als erbaulich; sie lässt einen physisch erfahren, in was für eine Welt Gott hineingeboren ist: in eine Welt voller Gegensätze, Spannungen, Hass, Gewaltbereitschaft, Vergeltung – eine Welt, die auch nach Christus noch auf Erlösung wartet.

Doch dieses Land ist auch ein Stück Heimat für die Religionen, schon allein deshalb, weil kaum ein Tag vergeht, da man unter den Pilgern und Touristen nicht Bekannte trifft. Dieses Mal haben mich zwei Begegnungen besonders gefreut: Im Garten Gethsemani traf ich ein Ehepaar, das ich vor 24 Jahren getraut habe in der Gemeinde, in der ich Pfarrer war. Und vor der Grabeskirche begegnete ich wenig später einem Mann aus meiner Kaplansgemeinde, der vor 35 Jahren noch ein kleiner Junge war, dessen Oma mir aber noch im Gedächtnis ist. Bei ihm war eine Frau von einem Bauernhof, auf dem manche Feier nächtens beim Spiegeleier ...  » Artikel weiterlesen
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Post aus dem Flugzeug

Montag, 21. März 2011 von bibo
Wechselbad der Gefühle: Bischofskonferenz in meiner Heimatstadt Paderborn – Kankenbesuche – ökumenische Begegnung – Fastenpredigt – Fußballspiel Osnabrück gegen Aachen mit bedrückendem Ausgang – Abschied von Ordensschwestern, deren Gemeinschaft sich über 150 Jahre den Kranken in unserem Marienhospital gewidmet haben – und nun die letzten Vorbereitungen für eine Reise nach Israel mit 80 Pilgern. In ein Land schier unlösbarer Gegensätze, aber eben in das Land, wo ich die Luft des Evangeliums atmen kann. Dazwischen die dramatischen Nachrichten aus Libyen und Japan…

Die derzeitige Unordnung um mich herum entspricht der Menge der Erfahrungen. „Wir wollen es ja nicht einfach!“ hat mir kürzlich jemand gesagt. Tatsächlich: „einfach“ wäre zu einfach. Lieber die spannende Vielfalt. Sie ist herausfordernder und lebendiger.

Ich nehme alles mit als „Gepäck“ ins Heilige Land, an die Orte, an denen Jesus die Menschen entlastet, aufgerichtet, erlöst hat. Nach der Heimkehr werde ich erzählen. Also einstweilen: Schalom! ...  » Artikel weiterlesen
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Istanbul

Sonntag, 24. Oktober 2010 von bibo
Ein Basar mit zwölf Millionen Menschen. Mit diesem Eindruck komme ich aus Istanbul zurück. Ein Gewimmel von Autos und Passanten, von super modisch bis streng traditionell gekleidet. Viele Kinder, Wasserpfeife rauchende Männer und ächzende Lastenträger. Feilschende Händler, klönende Frauen... Und überall die gewaltigen Moscheen mit den Minaretten, die wie Zeigefinger in den Himmel ragen, als Orte ständigen Gebets. Hier und da auch eine der wenigen Kirchen der christlichen Konfessionen, die eher ein Schattendasein führen. Hier Stadtteile mit moderner Architektur, dort Wälder von Hochhäusern – und eben die Altstadt, die von bewegter Geschichte zeugt. Das alles verteilt auf Europa und Asien, verbunden durch Brücken. Und das alles bei grauem Himmel und Regen, eine ganze Woche lang.

Jemand hat einmal in einer großen Zeitung geschrieben: „Europa und die Türkei tun sich schwer miteinander. Sie teilen vieles und haben doch so wenig gemeinsam. Das ist aber auch ein großes Glück. Denn sonst gäbe es eine Stadt wie Istanbul nicht.“ Und weiter heißt es da: „Lächelt Istanbul seine Besucher an, oder lacht es sie aus? Vielleicht reicht ein Leben nicht, um aus dieser stolzen, schönen, spröden Stadt schlau zu werden“ (Jakob Strobel y Serra, in: FAZ vom 28. Februar 2008, S. R1).

Unabhängig von allen Diskussionen um Integration in unserem Land ist es gut, den Islam in dieser bunten Stadt zwischen Tradition und Moderne, zwischen Ost und West kennenzulernen; Menschen mit ihrem Alltag und ihrem Gebet, ihren Koranbetrachtungen und ihrem Spiel mit der Perlenschnur. Ebenso gut ist es, dem ökumenischen Patriarchen zu begegnen ...  » Artikel weiterlesen

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