Nein, das ist weder eine südamerikanische Süßspeise, noch ein mexikanischer Choral.
Aber trösten Sie sich, ich kannte es bis zum letzten Sommer auch nicht.
Im Juni letzten Jahres kam die Theologin und Künstlerin Dr. Anne Stickel und ihr kolumbianischer Mann Warner Benetiz nach Borkum um mit denjenigen, die an der Straße an ihr vorübergingen, ein Bild auf eine riesengroße Leinwand zu malen. Über das, was die Menschen innerlich antreibt, bewegt, belegt. So entsteht ein Mural, ein fröhliches und buntes Bild, eine Momentaufnahme des gelingenden Lebens auf Borkum, auf dem es viel zu entdecken gibt.

Beeindruckt stellt ich im Vorübergehen fest, dass unsere drei Kirchen im Mittelpunkt stehen. Lutherische, Reformierte und Katholische Kirche Seite an Seite, keine größer, keine kleiner als die andere. Ja, das ist unser Leben hier. Gelebte Ökumene, selbstverständlich. Wir haben ein gemeinsames Verkündigungsblatt, das Karkenblattje, wöchentliche gemeinsame Andachten im Sommer, gemeinsame Adventsfeste und feiern natürlich auch Pfingsten gemeinsam. Unser Gospelchor ist so was von ökumenisch: Der Kirchenvorstand der lutherischen Kirche singt ebenso mit wie der Pastor der Reformierten Gemeinde und dem Vorstand des Pfarrgemeinderats der Katholischen Kirche.
In dieser Selbstverständlichkeit überrascht es uns, dass andere überrascht sind, da ...
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Die Weihnachtsbäume sind da! Ja, sie kamen heute Morgen mit Dirk und der ersten Fähre. Freu, freu, freu! Aber jetzt musste es schnell gehen, denn sind die Weihnachtsbäume erst einmal ausverkauft sind, dann wird es schwer noch einen zu „bekommen“ (wo ist meine Axt?) auf der Insel. Da stand ich dann vor den Bäumchen und mir fiel auf, dass es noch etwas Schwereres gibt als Schuhe kaufen: Weihnachtsbäume. Die sehen doch irgednwie alle so gleich aus. Okay, grün bleibt grün und ein Meter fünfundsiebzig bleibt ein Meter fünfundsiebzig. Augen zu halten, auf einen zeigen und schwups hat die Frau Teerling einen Weihnachtsbaum.
Geschafft.
Weihnachen naht. Nicht nur am alljährlichen Weihnachtsbaumkauf merke ich es, nein, die Anrufe von Freunden häufen sich, die sich für Weihnachten anmelden. Kommen die ersten Anrufe, bedeutet das auch, dass ich wie immer merke, dass unser Frauenkreis sich mal rasch Gedanken machen sollte, wie wir die Christmette gestalten wollen. Unsere Christmette ist für viele ungewöhnlicherweise um 17 Uhr. Unsere kleine Diaspora-Gemeinde besteht fast nur aus Familien. Die meisten aber leben in - Achtung, jetzt kommt ein Lieblingswort von mir - Konfessionellen Misch-Familien. Ich zum Beispiel komme aus so einer. Mein ist Vater evangelisch-reformiert und meine Mutter katholisch.
Damit am Heiligen Abend nicht ein neuer dreißig Jähriger Krieg ausgerufen wird und um sich gegenseitig zu entlasten, hat die Ökumene die Gottesdienste abgestimmt. Für die ganz Kleinen ist die Lutherische Kirche zuständig, wir die Katholiken bieten zusammen mit den Reformierten die 17-Uhr-Familien-Christmette an und um 23 Uh ...
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„Im Falle eines Falles klebt UHU wirklich alles.“ So lautete ein Werbeslogan für einen Klebstoff schon in meinen Kindertagen. Dass die Uhu-Familie, die seit einiger Zeit an unserem Dom lebt, so viele Besucher anziehen würde, hätte ich nicht erwartet. Die Fotoapparate ,kleben‘ geradezu an den Vögeln. Und der Rasen des Domherrenfriedhofs – sonst ein sehr beschaulicher, ruhiger Ort inmitten des städtischen Getriebes – ist schon ganz abgetreten von den vielen, die sich für Familie Uhu interessieren.
Ich muss zugeben, dass auch ich jedes Mal, wenn ich durch den Kreuzgang gehe, einen kurzen Blick durch die Säulenreihen werfe, ob die Uhus da sind. Es ist gut, dass der Dom nicht nur Menschen, sondern auch Tieren Heimat gibt, denn es ist ein Zeichen dafür, dass unsere Schöpfung nicht allein den Menschen gehört. „Wie liebenswert ist deine Wohnung, Herr der Heerscharen... Mein Herz und mein Geist jauchzen ihm zu, ihm, dem lebendigen Gott. Auch der Sperling findet ein Haus und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen – deine Altäre, Herr der Heerscharen, mein Gott und mein König. Wohl denen, die wohnen in deinem Haus, die dich allezeit loben“ (
Psalm 84, 2-5).
Dieses uralte Psalmwort aus d ...
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Am 25. Juni werden die drei Lübecker Geistlichen Johannes Prassek, Eduard Müller und Hermann Lange seliggesprochen – in enger Verbundenheit mit dem evangelischen Pastor Karl Friedrich Stellbrink. Die drei Kapläne haben im Osnabrücker Priesterseminar studiert und empfingen in unserem Dom die Priesterweihe.
Die Seligen rücken näher, da viele Menschen sich in den letzten Wochen auf diese Gestalten des Glaubens eingelassen haben, um sie auch als Zukunftsgestalten zu entdecken und ihr eigenes Leben an ihnen zu orientieren. Ihre Verschiedenheit in ihren Gaben und Talenten, ihre jugendliche Hochherzigkeit, ihr Mut zum Zeugnis, ihre Liebe zu Wahrheit und Gerechtigkeit, ihre Aufrichtigkeit und Glaubwürdigkeit beeindrucken tief. Das habe ich in Begegnungen mit Menschen aller Generationen und Herkunft erlebt – und nicht zuletzt im ökumenischen Miteinander.

Schon immer hat mich das „Neue Testament“ von Hermann Lange berührt, wenn ich es berühren konnte, dieses Büchlein, das er bis zuletzt bei sich hatte, um aus dem Wort Gottes Kraft und Zuversicht zu schöpfen. Durch vielen Gebrauch und Alter fällt es fast auseinander.
Jetzt hatte ich zum ersten Mal sein Messgewand in Händen. Er bekam es bei der Weihe zum priesterlichen Dienst, um sich ganz von Christus bekleiden zu lassen, um seine Person mehr und mehr von Chris ...
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