Ach Gott, jetzt war ich doch wirklich in den letzten Wochen ganz schön im Stress und das, bevor die Saison richtig losgeht! Kennen Sie das Gefühl wenn alles auf einen Tag fällt? Bei uns waren es Pfingsten, Maibaum, Fronleichnam am 2. Juni, Firmung und Ministranten-Wallfahrt nach Kevelaer. Das alles in der Reihenfolge und in den letzten vier Wochen. Falls Sie jetzt stirnrunzelnd zum Kalender greifen und dann anfangen zu glauben, dass die Teerling nun völlig durcheinander läuft, seien sie beruhigt: mir geht es eigentlich ziemlich dufte, nur ist auf Borkum alles anders.
Ja, wir stellen unseren Maibaum in der Tat immer erst Pfingsten auf, da Anfang Mai bei uns in der Regel noch nichts so blüht und grünt, als dass man unseren Maibaum damit versehen könnte. Das liegt auch dran, dass unser Maibaum eher aussieht wie ein großes Segel, denn, wer hätte es gedacht, wir sind ja maritim angehaucht.
Fronleichnam ist bei uns auch etwas anders. Als finstere Diaspora bekommt bei uns natürlich keiner arbeitsfrei am Fronleichnams-Donnerstag. Und eine Prozession in der Dämmerung, wenn wir am Fronleichnamstag unser Hochamt feiern, hätte bestimmt eher etwas von einer Nachtwanderung, als von einer Glaubensdemonstration. Nein, so machen wir es wie viele andere auch und feiern am darauf folgenden Sonnta ...
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Hallo, ich bin wieder da nach dem großen
Messdienertreffen in Rom und einem ruhigen, leider viel zu kurzem Urlaub im Schwarzwald. Angekommen im Alltag, fällt es mir noch ein wenig schwer, neu Tritt zu fassen. Es gibt viel Post und viele Terminanfragen. Dazu ist mir gerade der letzte meiner Weisheitszähne gezogen worden.
Zwei Dinge gehen mir aus den letzten Tagen nach: Ein Gottesdienst zur
Landesgartenschau in Bad Essen unter dem Leitwort „Sehnsucht nach dem (verlorenen) Paradies“ und die für unser Bistum erstmalige Einweihung eines
„Columbariums“ (wörtlich: „Taubenschlag“; das ist ein Ort für die Urnen von Verstorbenen in einer Kirche).
Viele Menschen aus allen Generationen waren dabei: Hier ein hohes Interesse an der Schönheit der Schöpfung, ihrer Bewahrung und Pflege – dort ein hohes Interesse am Umgang mit Sterben und Tod, am Übergang vom irdischen Leben in ein anderes. Sehr tiefgehende Fragen und Gespräche entwickelten sich um diese beiden Erfahrungen.
Ich denke, dass wir als Kirche dafür noch wacher sein sollten: Wo kann ich leben? Wie kann ich leben? Woraus kann ich leben? Wofür lebe ich? Wohin führt das alles? Ort, Lebensweise, Quelle, Sinn und Ziel beschäftigen junge wie ältere Menschen, wenn auch unterschiedlich.
In der mir heute durch meinen nicht mehr vorhandenen Zahn geschenkten Auszeit kann ich mich selbst wieder einmal auf besondere Weise mit d ...
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Allmählich sacken die Bilder der Ministrantenwallfahrt nach Rom und das Schlafdefizit wird kleiner. Was bleibt nach einer Woche sehr intensiver Erfahrungen mit knapp 500 Jungendlichen aus diesem Bistum?
Zunächst ein sehr angenehmer Eindruck von den Jugendlichen, die wir dabei hatten. Natürlich hatten wir auch bei ihnen die leicht Nervigen, die leicht schüchtern Unauffällligen, die Vielredner und Wenigschlafer, die Zimmerwechsler und Verschlafer - halt Jugendliche ab 14 Jahren. Aber insgesamt mache ich mir bei dieser "Jugend von heute" wenig Sorgen. Sicher ist die soziale Zusammensetzung unter Ministranten nicht repräsentativ, aber gerade deshalb finde ich es richtig, diese Jugendlichen im Blick zu behalten. Sie werden die Leistungs- und Verantwortungsträger dieser Kirche und dieser Gesellschaft werden.
Als zweites fallen mir die Liturgien ein. Besonders schön die Messe mit den Freunden aus den Diözesen Hildesheim und Hamburg in der Kirche Il Gesu. 1.2oo Ministranten in einer Kirche, sehr aufmerksam, sehr dicht, tolle Musik, eine verständliche, jugendgemäße Predigt - das hat Seltenheitswert und ist für mich der Beweis, dass es nicht auf ausgefuchste liturgische Geländespiele ankommt, um Menschen wirklich innerlich zu beteiligen, sondern auf klare Formen, klare Sprache und gute Musik.
Was mich sehr nachdenklich stimmt sind die Erfahrungen auf dem Petersplatz. Das "Begrüßungsprogramm" des europäischen Ministrantenbundes habe ich selbst als langweilig und minimal beteiligend erlebt. Mein Eindruck war, dass sich die meisten Jugendlichen ebenfalls gelangweilt haben. Und auch bei der Ge ...
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Die Schreckensbilder von Duisburg gehen mir nicht aus dem Kopf. Massenpanik, der Tod von nun 21 jungen Menschen, die Frage nach den Verantwortlichen für dieses Drama; die Trauer, die in tausend Lichtern, Blumen, Worten, Gebeten ihren Ausdruck sucht. Ich denke dabei auch an viele Großveranstaltungen, Events, der Kirche vom Weltjugendtag über Katholikentage bis zur Ministrantenwall in Rom in der kommenden Woche. Noch mehr wird deutlich, wie sehr von allen Seiten verantwortlich gehandelt werden muss und wie sehr wir mit einer völligen Veränderung von Menschen in panischen Situationen rechnen müssen. Die ständige Einübung in ein verantwortliches Miteinander und die wirkliche Wahrnehmung, wie Alkohol, Drogen, Musik, Massenerfahrung sich auf den Menschen auswirken, sind ebenso nötig wie die besonnene Schulung aller Leitungskräfte.
Das Wort „event“ bedeutet Ereignis, Abenteuer. Es enthält auch den Sinn von „herausgehen“. Dieser Abstand vom Alltag, das große Gemeinschaftsgefühl, Musik und Darstellung und das „Aus-sich-Herausgehen“ sind wichtig. Aber sie werden nur zu einer Ermutigung, wenn sie von echten menschlichen Alltagserfahrungen getragen sind und für solche Erfahrungen wieder gewachsen machen.
Mir bleibt im Moment nichts anderes, als meine Verantwortungsbereiche in diesen Fragen zu überdenken und – noch wichtiger – für die so plötzlich aus dem Leben gerissenen jungen Leute und deren Angehörige zu beten. Denn nur der Glaube weiß um ein größeres Leben darüber hinaus, so schmerzvoll und sinnlos der Augenblick des Verlustes erfahren wird.
Übrigens: Für eine kurze Zeit verabschiede ich mich aus ...
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