Eigentlich wollte ich ihnen hier und heute von meinem Urlaub schreiben, aus dem ich gerade wiederkomme.
Eigentlich wollte ich Ihnen Neuigkeiten von einer anderen schönen Insel erzählen und vom Wellenbezwingen mit meiner Tochter.
Eigentlich.
Man strumpelt braun gebrannt und lachend aus dem Flieger und ab in den Zug in unsere Hafenstadt – und erstarrt.
Das Unfassbare, das Unbegreifliche hat nicht nur anklopft, sondern ist mit aller Gewalt in Emden eingebrochen.
Emden.
Emden ist unsere große Schwester (die katholischen Kirchengemeinden Christ König Emden und Maria Meeresstern Borkum bilden eine Pfarreiengemeinschaft und sind auf den Weg, eins zu werden). Emden. Ein Vorort von Borkum und ein Ort der Idylle.
Und so fühlt es sich an, als sei das Schreckliche einem Kind aus unserer Gemeinschaft geschehen.
Im dem Parkhaus waren wir schon oft, am Wall gehen wir spazieren. Wir gehen durch den Ort und fühlen mit und fühlen uns doch auch gleich als Voyeure, wenn wir das Entsetzen in den Gesichtern sehen. Wir steigen auf unsere Fähre und verlassen Emden, aber in unseren Gebeten und Gedanken sind wir bei dem Mädchen, dass nicht zwölf werden durfte, bei den Eltern, die nie wieder ihr Mädchen Gute-Nacht-küssen können und bei ihren Freund, der nie wieder mit ihr Enten füttern kann.
Glauben ist manchmal auch nur die verzweifelte Hoffnung, dass etwas Sinn hat, so sinnlos es erscheint.
Du bist spitze, du bist genial,
so jemanden wie dich gibt´s nur einmal.
So wie du bist, bist du wunderbar gemacht.
Da hat sich Gott was Gutes ausgedacht.
Mit den Perlen für Gott geben wir in der Kindertagesstätte in verschiedenen Situationen Anregungen für Gespräche mit Gott. Dieser Zugang ist für die Gebetserziehung von christlichen und muslimischen Kindern geeignet. Die Ich-Perle ist einzigartig und schön.
Jeder Mensch ist geliebt, angenommen und von Gott gewollt. Die Ich-Perle soll die Kinder daran erinnern, dass auch sie einzigartig und etwas ganz besonderes sind. Der oben genannte Text und weitere Rituale beschreiben das unbedigte Angenommensein durch Gott.
Mit dieser Gewissheit können die Kinder sich selbst gut annehmen und zu ihren verschiedenen Seiten stehen. Diese Gewissheit ist auch das Fundament, um vertrauensvolle Beziehungen mit anderen Menschen einzugehen.
Weitere Perlen sind die Wir-Perle, die Fest-Perle, die Perle der Dankbarkeit, die Gefühlsperle, die Geheimnis-Perle, die Perle der Nacht und die Perle des Schweigens. In einer Broschüre sind die “Perlen für Gott” beschrieben, die im Rahmen eines interreligiösen Projektes entwickelt wurden. Wer neugierig geworden ist, kann sich diese Broschüre über die Kindertagesstätte Heilig Kreuz in Osnabrück bestellen oder hier herunterladen!
Ein paar Tage wollte ich mich zurückziehen bei einer befreundeten Familie, zurückziehen zur Muße und zur Bearbeitung einer Veröffentlichung.
Doch das Leben holt mich schnell ein: Tod und Geburt. Die Uroma stirbt und die Urenkelin wird geboren. Gehen und Kommen. Sterben und Leben. Leid und Freude. Begegnungen, Gespräche, Tränen des Abschieds und der Freude. Sorgen um die tausend Dinge, die erledigt werden müssen. Hektik, blanke Nerven, das Gefühl der Überforderung – und dazwischen das 3-jährige Kind, das ein Schwesterchen bekommt: ein Lichtblick mitten in diesem Durcheinander, eine Ahnung dessen, was Tod und Leben ertragen lässt, ein Hauch ursprünglichen Lebens, das zeigt, dass Gott die Lust an diesem Drama des Menschseins noch nicht verloren hat.
Ich bin dankbar für diese Erfahrung, obwohl ich mir meinen Rückzug anders vorgestellt hatte. Das Leben ist eben eine Achterbahn! Bei Ihnen auch?
“Wie war das am Anfang, als Gott mich gemacht hat?”
Mit dieser Frage haben Heinz Janisch und Linda Wolfsgruber in ihrem Bilderbuch ganz aktuelle Gedanken von Kindern aufgegriffen. Nur von Kindern? Es lohnt sich, mit ihnen darüber zu philosophieren. Sie können oft sehr einfach und treffend ausdrücken, was zum Leben wichtig ist, und was guttut.
“Was hat sich Gott wohl dabei gedacht, als er mich geschaffen hat?” Es hätte ja auch alles mögliche werden können, aber nein, ich bin es geworden, gewollt und von Gott geliebt.
Sich dieser Sicherheit bewusst zu sein, gibt mir auch noch als Erwachsene ein großes Selbstwertgefühl und hilft im Alltag mit mir und anderen Menschen gut umzugehen.
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