Bei aller Euphorie - es gab da noch das andere Kirchentagsgefühl: es wird sich nie etwas ändern.
Frustrierend war für mich das Podium „Auftreten statt austreten". Ich hatte die „Radio-Version“ des Podiums – über Lautsprecher im Foyer, da die Veranstaltung überfüllt war.
Eine Frau (ich glaube, Frau Kiklas von "Wir sind Kirche") sagte auf dem Podium (sinngemäß): „Katholische Kirche, das ist wie eine Familie: man mag nicht jeden und findet sie manchmal unmöglich - trotzdem gehört man eben zu dieser Familie.“
Oh ja.
Und „Manchmal verlässt einen der Atem und man droht, die Hoffnung zu verlieren - die Hoffnung auf Veränderung, auf Bewegung in unserer Kirche.“
Oh ja.
Und da war auch Kardinal Woelki, der einem u.a. vorwirft, dass man noch nicht alle Mauern zu Jesus eingerissen hat, wenn man einen Aufbruch will.
Oh NEIN!
Dem möchte ich zurufen (und konnte es nicht wegen den Mauern zwischen uns): Ja, wir sind eine dienende Kirche. Ja, wir sind dazu da, Jesu Christus und untereinander zu dienen und keinem Bischof, Kardinal oder Papst. Wem dienen denn die Bischöfe? Dienst an Jesus Christus und den Menschen. Bitte denken sie darüber nach, Herr Kardinal! (Habe ich schon mal erwähnt, dass ich im wahrsten Sinne des Wortes, Gott froh bin, das
bibo, pardon, Herr Bischof Bode unser Bischof ist?!)
Aber Kirchentagsgefühl ist kurz danach auch wieder Hoffnung, wenn man sieht, wie viele genauso fühlen - Christen ohne Saulus-Erlebnisse, sondern mit normalen Glaubens-Viten (Erstkommunion, Messdiener, Firmung…). Die ble ...
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Erinnerung an Freitag. Am Vorabend abgefeiert und heute heiser. Lobpreis, der auf die Stimme geht. Dafür sind wir inzwischen besser organisiert: eine Stunde vorher da sein und man kommt in die Veranstaltungen rein. Horizont erweitert. Die Teens haben sich Themen angehört, über die sie sich noch keine Gedanken gemacht hatten. Und man sieht es hinter ihrer Stirn rattern. Kirchentagsgefühl ist bei mir auch: über neue Horizonte staunen.
Und noch ein Kirchentagsgefühl: Wiedersehens- und Kennenlernfreude. Menschen, die man ewig nicht gesehen hat, mit denen man sich nun in den Armen liegt (zum Beispiel mit meiner Cousine nach 16 (!) Jahren). Und neue Gesichter, die einem ans Herz wachsen durch ergreifende Gespräche oder einfaches zusammen tanzen.
Kirchentagsgefühl ist auch das Gefühl eines Familientreffens. Potenzial nach oben? Oh, das wird schwer. Meine Stimmung ist schon oben. ...
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Da war plötzlich ein riesengroßer Regenbogen. Morgens um 6 Uhr in einer kleinen Seehafenstadt in Deutschland. Vier verschlafene Gestalten waren auf dem Weg zum Bahnhof, als wir diesen wunderschönen doppelten Regenbogen sahen. Schmunzelnd schob ich meine Gruppe in den Zug und genoss den Anblick. Ein Schelm, wer da an Zeichen denkt...
Sieben Stunden später, als meine Sitzhöcker drohten, Hämatome davonzutragen, erreichten wir Monnem, stiegen aus und - BÄNG - da war es, das Kirchentagsgefühl. Dieses Juchheißa-Wir-Gefühl, das einen vor Freude hüpfen lässt. Sofort setzte mein Dauergrinsen ein. Nachdem wir Quartier bezogen hatten, durch die Stadt liefen und die Eröffnung auf dem Marktplatz genossen, fing meine Gruppe Kids nach und nach auch an zu grinsen. Das Kirchentagsgefühl ist übergesprungen.
Nur das Wetter: nee! 13 Grad? Hallo Petrus, möchtest du eine Massenerkältung? Das Niesen aus 40.000 Nasen klingt nicht besinnlich. Da ist noch Potenzial nach oben!
Es wurde Abend, es wurde Morgen, und der erste Tag brach an - mit SONNE! Danke Petrus! Also los geht's, ab zum nächsten Jugendgottesdienst. Aber nein - Veranstaltung geschlossen, Halle überfüllt. Mist. Egal. Dann eben schnell zum Podium "Auftreten statt Austreten". Doch Stopp: Halle überfüllt!
Da war es wieder, das Kirchentagsgefühl: Leichte Frustration und das Gefühl, immer ein bisschen zu spät zu sein. Okay, da ist Potenzial nach oben. Wir werden sehen! ...
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„DA liegt Mannheim?“
„Wo? Ich kann es nicht finden!“
„Du musst südlicher gucken! Ich meine weiter unten!“
„Wie noch untener als Köln???“
Meine Teens und ich saßen letzte Woche zusammen, um uns ein Bild zu machen, wo eigentlich die Reise hin geht, und mir fiel wieder ein, dass alles was unterhalb Ostfrieslands liegt, für den Borkumer knapp „Dat leigt achter Emden“ bedeutet. Osnabrück? Achter Emden. Münster? Achter Emden. Köln? Kurz vor Nord-Italien. Mannheim? Von der Erdscheibe gefallen. Rein logisch, denn der Nabel der Welt ist doch unsere Insel.
Hallo Tellerrand, wir kommen!
Meine kleine Gruppe ist bunt: von 13 – 18 Jahren, von „noch nie Zug gefahren“ bis totaler Reiseprofi. Von „seit der Erstkommunion Kirche nur von außen gesehen“ bis „jeden Sonntag, na klar“. Von „Mhm, eine eigene Meinung haben ist schwierig“ bis „ich diskutiere dich in Grund und Boden“. Aber wir alle haben eins gemeinsam: wir sind gespannt auf das, was in Mannheim alles geschehen kann, wir möchten dabei sein und mitmachen, statt wie so oft alles nur aus der Ferne zu erleben. Heute Nachmittag brechen wir von unserer Insel auf, um pünktlich Mittwochabend dabei zu sein. Meine Teens wagen einen Aufbruch. Den zweiten, denn seit November haben sie sich aufgemacht, sich auf die Firmung vorzubereiten. ...
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„Jodi, bitte schreib wieder einen Blog, sonst explodiert Dein Gehirn. Oder meins, wenn ich weiter versuche Deinen Gedankengängen zu folgen.“ Ups. Meine letzte SMS an Maren muss etwas verworren gewesen sein.
Ich gebe zu, ich war Ihnen etwas untreu und hatte eine kleine Schreibblockade. Auf manche wirkt Lob euphori-, auf mich leider paralysierend. Aber ich beschließe nun, dass die Blockade vorbei sei. Himmel hilf.
In der Zwischenzeit war auf unserer Insel, sie werden überrascht sein, Saisonbeginn: Ostern und der erste Mai. Auch in den April hat man mich geschickt (ich glaubte tatsächlich, dass der neue Airbus A380 für eine Notfallübung auf der Insel landet und wollte mich als Statist zu Verfügung stellen - danke Anke). Desweiteren sind hier keine besonderen Vorkommnisse geschehen, so dass ich mich, mangels Ereignissen und einem drohenden Insel-Koller mit einer kleinen Gruppe Teens, man nannte sie auch einen Sack Flöhe, auf die weite Reise Richtung Katholikentag begeben werde. Wenn ich es mir recht überlege: da ist bestimmt einiges zu schreiben. Mhm. Der nächste Blog juckt in meinen Fingern. Dem Himmel sie Dank für die Hilfe! ...
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