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Wie hälst Du´s mit dem Beten?

Montag, 09. Mai 2011 von bea
Als katholische Kindertagesstätte beten wir regelmäßig mit den Kindern. Wir danken für das Essen, die Gemeinschaft, die Schöpfung oder tragen Gott unsere Bitten vor. Dabei wechseln sich frei gesprochene Gebete mit vorgelesenen oder auswendig gesprochenen Texten ab. Kinder sind sehr unmittelbar in ihren Äußerungen beim freien Gebet, haben aber auch Spaß an verfassten Gebeten, besonders wenn sich sie sich reimen. Im Kontakt mit den Eltern nehmen wir wahr, dass viele Erwachsene Schwierigkeiten haben, oder auf der Suche nach zeitgemäßen Texten oder Worten sind, von denen sie sich angesprochen fühlen.



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bibo

Adventserlebnisse

Freitag, 17. Dezember 2010 von bibo
Zwei Besuche liegen hinter mir, die mir noch nachgehen: ein Besuch im Gefängnis bei Untersuchungshäftlingen und ein Besuch in einer Behindertenhilfeeinrichtung des Bistums. In beiden Häusern Menschen in Grenzsituationen und Begleiter, die sich mit hohem Engagement für eben diese einsetzen, die so oft aus unserem Blickfeld herausfallen.

Im Gefängnis habe ich die ganze Bandbreite menschlicher Lebenswege wahrnehmen können mit ihren Brüchen und ihrem Scheitern. In der U-Haft geht es um existentielle Herausforderungen. Es kann sehr schmerzlich sein, sich der eigenen Wahrheit zu stellen. Die Seelsorge dort ist Lebens- und Glaubensbegleitung in einem sehr intensiven Sinn und trägt zur inneren Freiheit und Aufrichtung bei, denn für Gott gibt es keine hoffnungslosen Fälle. Ebenso brauchen alle Bediensteten und Verantwortlichen die Möglichkeit, Seelsorge in Anspruch zu nehmen, denn die Erfahrungen mit den Gefangenen lösen auch in ihrem eigenen Leben eine Menge Fragen aus.

Der Besuch bei den mehrfach Schwerstbehinderten am nächsten Tag hat in mir Bilder hinterlassen, die ich nicht so leicht loslassen möchte (und kann): Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene, die körperlich und geistig ganz und gar auf Hilfe und Zuwendung angewiesen sind. Bei einem so kurzen Besuch ist nur schwer zu erfassen, wie die Begleiter/innen mit ihnen überhaupt in Kommunikation treten können, geschweige denn sich vorzustellen, wie Schule für diese Menschen gestaltet wird.

Mitleid und Hilflosigkeit sind deshalb die ersten Gefühle bei der Begegnung. Aber schon nach kurzer Zei ...  » Artikel weiterlesen
bibo

In diesem Sinne

Donnerstag, 02. Dezember 2010 von bibo
In den vergangenen Tagen habe ich einen sehr eindrücklichen Besuch gemacht in einer Einrichtung für geistig geschädigte Gehörlose, die in einer großen Werkstatt arbeiten und in der Nähe in Gruppen wohnen. Wer nicht hören kann, kann eine Lautsprache nur mühsam lernen, aber umso eher eine Gebärdensprache, die sehr unmittelbar und direkt ist. Sofort war ich als Besucher mitten dazwischen, denn Bewegung, Berührung, intensives und waches Erspüren des Anderen sind dort tief eingeprägt. Die lebendige Weise der Kommunikation und die vielfältige Weise, Talente und Fähigkeiten in der Werkstatt hervorzulocken, haben mich fasziniert.

Mein Sprechen musste ständig auf den Punkt gebracht werden, um es in einfache Sätze und Gebärden umsetzen zu können, was einem Theologen nicht gerade leicht fällt... Gleichzeitig bewundere ich Einsatz und Geduld der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, der Begleiterinnen und Begleiter.

Diese Begegnung geht mir nach, weil sie mich daran erinnert, wie wertvoll unsere Sinne sind und wie intensiv sie einzusetzen sind, wenn nicht alle gebraucht werden können. Ebenso werde ich auf meine Sprache verwiesen und darauf, dass Sprechen ganz eng mit Hören verbunden ist. Sprechen lernen ohne zu hören, ist schwierig. Wer gut zuhören kann, wird vielleicht umso besser etwas zu sagen haben. Gehörlose nehmen dafür mehr ganzheitlich wahr. Eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte. ...  » Artikel weiterlesen
bibo

Istanbul

Sonntag, 24. Oktober 2010 von bibo
Ein Basar mit zwölf Millionen Menschen. Mit diesem Eindruck komme ich aus Istanbul zurück. Ein Gewimmel von Autos und Passanten, von super modisch bis streng traditionell gekleidet. Viele Kinder, Wasserpfeife rauchende Männer und ächzende Lastenträger. Feilschende Händler, klönende Frauen... Und überall die gewaltigen Moscheen mit den Minaretten, die wie Zeigefinger in den Himmel ragen, als Orte ständigen Gebets. Hier und da auch eine der wenigen Kirchen der christlichen Konfessionen, die eher ein Schattendasein führen. Hier Stadtteile mit moderner Architektur, dort Wälder von Hochhäusern – und eben die Altstadt, die von bewegter Geschichte zeugt. Das alles verteilt auf Europa und Asien, verbunden durch Brücken. Und das alles bei grauem Himmel und Regen, eine ganze Woche lang.

Jemand hat einmal in einer großen Zeitung geschrieben: „Europa und die Türkei tun sich schwer miteinander. Sie teilen vieles und haben doch so wenig gemeinsam. Das ist aber auch ein großes Glück. Denn sonst gäbe es eine Stadt wie Istanbul nicht.“ Und weiter heißt es da: „Lächelt Istanbul seine Besucher an, oder lacht es sie aus? Vielleicht reicht ein Leben nicht, um aus dieser stolzen, schönen, spröden Stadt schlau zu werden“ (Jakob Strobel y Serra, in: FAZ vom 28. Februar 2008, S. R1).

Unabhängig von allen Diskussionen um Integration in unserem Land ist es gut, den Islam in dieser bunten Stadt zwischen Tradition und Moderne, zwischen Ost und West kennenzulernen; Menschen mit ihrem Alltag und ihrem Gebet, ihren Koranbetrachtungen und ihrem Spiel mit der Perlenschnur. Ebenso gut ist es, dem ökumenischen Patriarchen zu begegnen ...  » Artikel weiterlesen
bea

Bunte Vielfalt

Freitag, 17. September 2010 von bea
Fast jeden Tag kann man in der Presse Berichte über Integration und damit verbundene Konflikte im Zusammenleben zwischen Christen und Muslime lesen. Häufig geht es dabei um Einzelsituationen und Ängste, die durch das Fremde begründet sind.

Durch viele Diskussionen und Talkrunden wächst scheinbar auch die Angst, dass eigene Äußerungen missverstanden oder fehlinterpretiert werden können.

Schaue ich doch mal auf meine eigenen konkreten Kontakte und Erfahrungen mit Menschen aus anderen Herkunftsländern:  Wie sehen diese im Alltag aus, wie häufig und wie intensiv sind diese Begegnungen? Ich habe das Glück, in einer Kindertagesstätte zu arbeiten, in der sich jeden Tag eine große Vielzahl an Unterschiedlichkeiten auf vielen Ebenen begegnet:

Menschen unterschiedlichen Alters von der Krippe bis zur Tagespflege, Menschen mit und ohne Behinderung, Menschen unterschiedlicher Kultur und Religion. Bin ich offen und interessiert, habe ich zahlreiche Möglichkeiten,  den anderen näher kennen zu lernen und dadurch Neues zu entdecken, Gewohntes in meinem Leben zu überprüfen und mich in meinen eigenen Einstellungen ständig weiter zu entwickeln.

Dabei gibt es Momente, die zutiefst menschlich sind und mich sehr berühren. Viele Eltern äußern ihre Ängste und Wünsche, die sie für die Zukunft ihrer Kinder haben - und die sind sehr ähnlich auch in den verschiedenen Kulturen. Durch solche Begegnungen entwickelt sich gegenseitiges Vertrauen und eine Verantwortung, Prozesse wie z.B. Integration oder den Dialog zwischen den Religionen aktiv mit zu gestalten.

In einem solch "bunten" Rahmen zu leben und zu wachsen bietet Kinder ...  » Artikel weiterlesen

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