"Vergesslicher Engel" von Paul Klee
"Ich verkünde euch eine große Freude" Lukas 2,10.
Diesem Engel von Paul Klee traut man zunächst nicht zu, eine frohe Botschaft zu verkünden. Warum vergesslicher Engel? Was hat er vergessen? Will er etwas vergessen? Er mag nicht ganz hinein passen, in diese schöne Zeit voll Lichterglanz, Jubel und Frohlocken. Doch gerade an Weihnachten werden bei vielen Menschen Sorgen und Ängste laut. So manch eine Familie bemüht sich um Harmonie. Die Erwartungen sind hoch, doch vieles will einfach nicht gelingen und endet im Streit. Manch einer denkt in dieser Zeit an einen verstorbenen Menschen, der das vergangene Weihnachtsfest noch mitgfeiert hat. Auch Sorgen wie Arbeitslosigkeit, Krankheit, Einsamkeit... können an Weihnachten besonders spürbar werden.
Jesus ist damals aber nicht in eine perfekte Welt hinein geboren. Maria und Josef hatten eine beschwerliche Reise hinter sich. Die Herbergssuche und die Geburt im Stall ließ sie bestimmt fast verzweifeln und mit der anschließenden Flucht ging die Anstrengung weiter. Sorgen und Nöte erledigen sich nicht an Weihnachten. Damals nicht und heute nicht.
Aber Weihnachten kann etwas in uns auslösen - wir könne ... » Artikel weiterlesen
Es ist mein letzter Kurstag. Seit zehn Tagen probiere ich mehr als 4 Stunden am Tag, endlich einmal RICHTIG eine Welle stehend zu reiten. Nicht halb kniend oder fast stehend aber mit einer Hand am Brett oder wie meistens links, rechts, vorne, hinten runter fallend. Hallo? Hätte man mir nicht sagen können, dass man eine gewisse Grundfitness braucht? Also wer nicht locker auf der Schulter eine Wasserkiste (erwähnte ich, dass sie voll sein sollte?) in den dritten Stock eines Leuchtturm befördern kann, der wird es auf dem Brett nicht leicht haben. So kommt es mir zumindest vor. Und aus der Brandung (Weißwasser, max. hüfthoch) bin ich noch nie rausgekommen. Tja und dann kam heute mein Surfcoach Theresa mit ihren Brett auf mich zu gepaddelt: “Komm, Kathrin, packen's ma, heut wird rausgepaddelt!“ - „ICH??? RAUSPADDELN? Etwa da, wo ich nicht stehen kann???!!!“ ( Und den Wellen hilflos ausgeliefert bin, dachte ich) „Jo, deswegen heißt es RAUSpaddeln“ „Das kann ich nicht, ich bin bis jetzt nicht einmal RICHTIG auf dem Brett gestanden“ „Aber klar kannst Du das, auf geht's.“
Nur so zur Information, es war WINDIG, die Wellen waren auch WELLEN und JA, ich hatte Angst. Aber ich bin mit Theresa rausgepaddelt. Zu meiner ersten Verwunderung: ich bin nicht vom Brett gespült worden. Und dann sagte Theresa: “Es reicht, dreh Dich.“ Ich drehte mich und „Ahhh, soweit draußen?“ - „Ja, paddel zurück, oder nimm eine Welle.“ Celina, mein zweiter Surfcoach, stand am Strand und zeigte Daumen hoch. Ich paddelte los, bekam eine Welle, schwang mich hoch und plötzlich stand ich. Ich ritt die Welle bis zum Strand STEHEND!! D ...
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Endlich gehen bei uns die großen Ferien los! Habe ich schon mal erwähnt, dass auf
Borkum alles anders ist? Unsere „großen Ferien“ sind im Oktober. Im Sommer wenn bei uns die Saison boomt, kann es sich fast keiner (im wahrsten Sinne des Wortes) leisten, für einen Urlaub die Insel zu verlassen. Aus diesem Grund wurde Borkum mit einer Sonderferienregelung versehen und unsere „Sommerferien“ in den Herbst verlegt. Den ganzen Oktober heißt es laissez-faire (danke Julian für die Übersetzung) auf der Insel.
Den Ferien passen sich auch Feiertage an: Da am eigentlichen Erntedank-Fest die Insel verwaist ist, ziehen wir es vor. Am letzten Sonntag gab es in allen drei Kirchengemeinden der Insel Festgottesdienste zum Erntedank - für die Kinder ein sicheres Zeichen: nur eine Woche bis zum Schulende.
Auch ich werde endlich in die großen Ferien gehen. Und wo macht eine Insulanerin Urlaub? Natürlich auf einer Insel! Fuerteventura heißt mein Ziel, damit auch weiterhin vom Inselleben berichten kann. ...
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Hallo, ich melde mich nach stressbedingter Pause zurück. Die laute Musik der Maiwoche in Osnabrück dröhnt zu mir herüber. Da fällt es mir nicht ganz leicht, mich zu konzentrieren.
Ein Satz der letzten Tage geht mir nicht aus dem Gedächtnis. Eine Frau erzählte mir von ihrem schwer an Alzheimer erkrankten Vater, dass er sich auf den Tod freue und oft davon spreche. Sein Grund für die Freude: „Das ist ja im Leben die einzige Gelegenheit, Gott Vater persönlich kennenzulernen.“
In diesem verblüffenden Satz stecken gleich mehrere Wahrheiten und Weisheiten auf einmal. Der Tod gehört zum Leben. Es gibt kein Leben ohne die Konfrontation mit dem Tod. Und Tod ist nicht allein einsame Dunkelheit, Abtauchen ins Nichts. Auf die letzte Einsamkeit des Sterbens folgt Begegnung und Erwartet-Sein. Nicht das Leben ist die letzte Gelegenheit, in der man nur ja nichts verpassen darf, weil danach das Nichts folgt, sondern der Tod ist die letzte Gelegenheit und Möglichkeit, in eine Begegnung mit dem zu gelangen, der das Leben geschenkt hat. Tod ist nicht ein Ankommen an einem Ort – Himmel, Fegefeuer, Hölle – sondern Begegnung mit einer Person, die man darin erst richtig kennenlernt. Denn Gott zeigt sich dem Menschen auf ganz neue Weise. Als Gewonnener ist er Himmel, als Verlorener ist er Hölle, als Prüfender ist er Feuer. Aber immer ist es Gott und unsere Beziehung zu ihm, also nicht ein Ort, sondern ein Zustand.
„Du wirst mich kennenlernen“ kann menschlich ein Angebot von Nähe und eine unterschwellige Drohung zugleich sein. „Du wirst mich kennenlernen“ ist von Gott her das Angebot einer Liebe, die uns in der endgültige ...
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„Liebet eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne (Kinder) eures Vaters im Himmel werdet.“ (Mt 5,44-45)
Diese Forderung Jesu ist mir schon immer besonders schwer gefallen. Ich finde es schon herausfordernd genug, meinen Nächsten zu lieben wie mich selbst. Aber meine Feinde?
Gefühlsmäßig komme ich hier an meine Grenzen.
Deshalb kann ich bis zu einem gewissen Grad auch verstehen, wenn es Menschen gibt, die sich über den Tod von Osama bin Laden freuen. Vor allem kann ich die nachvollziehen, deren Freunde und Verwandten zu Schaden oder zu Tode gekommen sind durch den Terrorismus, der mit bin Laden verbunden ist.
Aber was heißt es, wenn sich hohe Repräsentanten eines Staates über den Tod ihres Feindes freuen?
Die Reaktion meines dreizehnjährigen Sohnes auf die Radionachricht von der Freude der Kanzlerin war für mich sehr interessant. „Papa, darf man das als Kanzlerin sagen?“ Die Frage meinte er nicht moralisch, sondern interessanterweise politisch und daran bin ich hängen geblieben. Ist da nicht wirklich etwas dran? Natürlich kennt wohl jeder und jede von uns Rachegefühle, Hass, Zorn etc. Aber politisch unterscheiden sich Gesellschaften an der Frage, wie damit öffentlich und rechtlich umgegangen wird.
Es macht mich sehr nachdenklich, wenn der Terrorismus uns dazu bringt, dass wir „uns“ als Staat oder Gesellschaft über den Tod unserer Feinde freuen. Und in diesem Fall steht die Kanzlerin nun mal für diesen Staat.
Mag sein, dass das Gebot der Feindesliebe überfordert. Aber ein rechtstaatliches Verfahren, die Würde als Mensch, auch die Würde als Toter steht in meinen ...
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Der Urlaub ist zuende, die Koffer sind längst ausgepackt, Fotos schon mehrfach durchgesehen und die Arbeit geht wieder ihren gewohnten Gang. In der letzten Zeit habe ich viel Urlaubspost erhalten. Unter anderem eine Karte, auf der ein kleines Mädchen abgebildet ist, was am Strand hockt und staunend und glücklich zugleich in die aufschäumenden Wellen blickt. Darunter steht ein Spruch von J. Webster:
"Es sind nicht die großen Freuden, die am meisten zählen. Es kommt darauf an, aus den kleinen viel zu machen."
Vielmehr als die Stimmung, die von diesem Bild ausgeht, kann ich diesen Gedanken mit in meinen Alltag mitnehmen. Ich möchte aufmerksam sein gegenüber den Momenten, die mir einen Impuls geben, und durch eine kleine Unterbrechung das "Alltagsgeschäft" beleben. Immer, wenn sich bei mir wieder Stress einstellen will, versuche ich mir etwas Zeit zu nehmen, und die Kinder in den Gruppen zu besuchen. Besondere Freude bereiten mir dann immer die ganz Kleinen. Sie haben die wunderbare Gabe, Kleinigkeiten zu entdecken, und sich daran zu erfreuen:
Das Schlüsselbund an meinem Gürtel, das sich bewegt, wenn ich gehe, das mobile Telefon, das unsichtbar in meiner Hosentasche klingelt, die Erbse, die vom Mittagessen noch am Stuhlbein klebt, das Müllauto, was sie Straße entlang fährt, der Popel, der an einer Nasenspitze hängt...
Die Kinder entdecken viele Kleinigkeiten und freuen sich daran. Mir hilft das, Abstand von der Hektik und dem Tempo zu bekommen und einfache Dinge zu sehen und zu schätzen. Das bezieht sich auch auf Gespräche mit anderen Menschen. Oft wandelt sich dann die Freude in Dankbarkeit, dass ich ein ne ...
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