Wird mir mal ein freier Tag geschenkt durch ausfallende Termine, muss ich mich mit einer Erkältung herumquälen. Nun ja, ich will die Zeit nutzen, um noch ein wenig
mehr von meiner Reise nach Mexiko und Honduras zu berichten.
An einem der größten Wallfahrtsorte der Welt, Guadalupe in Mexiko, und an vielen anderen Orten konnte ich erleben, was den Menschen dort – vor allem den armen und den indigenen – die Verehrung der Heiligen bedeutet. In großer Buntheit und Vielfalt werden vor allem die Muttergottes, die Apostel, die Nothelferinnen und Nothelfer und die einheimischen Heiligen verehrt. Neuerdings in besonderer Weise der Apostel Judas Thaddäus, der für besonders aussichtslose Fälle ,zuständig‘ ist.
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„Wenn einer eine Reise tut…“ Ja, ich könnte eine Unmenge erzählen von meiner Reise nach Mexiko und Honduras. Unser europäischer Blick auf die Kirche genügt nicht, um sie in ihrer Weltweite und Buntheit zu erfassen. Die klimatischen, gesellschaftlichen und kulturellen Bedingungen sind völlig anders. Die Schere zwischen arm und reich klafft himmelschreiend auseinander, so dass das Leben eines Christen dort in keinem Moment davon absehen kann. In Honduras erwartete uns dazu noch eine unvorstellbare Regenperiode, die zu zerstörerischen Überschwemmungen geführt hat. Am stärksten betroffen sind wieder einmal die Ärmsten, weil viele von ihnen ihre Behausungen ins ,Niemandsland‘ Flussufer bauen. Nun hat der Strom sie mitgerissen.
In all dem steht die Kirche dort auf der Seite der Armen, setzt sich in ihrer Caritas ein mit den Mitteln, die ihr zur Verfügung stehen, und befähigt Menschen, vor Ort Zeugnis zu geben für ihren Glauben und das Glaubensleben in Gottesdienst, Katechese und karitativer Zuwendung selbst zu gestalten. Mit Selbstbewusstsein und Kompetenz erfüllen die zahlreichen Delegados de la palabra (Diener des Wortes) ihre Aufgabe, eben nicht nur im Gottesdienst, sondern auch im Dienst am Menschen. Von diesem großen Netzwerk aus Männern und Frauen, die sich aus Taufe, Firmung und Beauftragung gesandt wissen zu den Menschen, lebt Kirche, fängt Kirche viele Belastungen auf oder erleichtert sie. Ich erlebte Menschen aus allen Generationen, vor allem auch Familien mit Kindern und Jugendlichen, denen viele Perspektiven für ein gutes Leben genommen sind durch die soziale Situation, die aber dennoch ihre Hoffnung au ...
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Die Koffer sind gepackt, die Reise kann losgehen: Mexiko und Honduras sind das Ziel. Nicht Urlaub, sondern Erweiterung des pastoralen Horizonts, gerade dort, wo wir lernen können, auch in unseren Breiten auf neue Art Kirche zu sein im Zusammenspiel vieler Begabungen von Getauften, Gefirmten, Beauftragten, Gesendeten und Geweihten, die gemeinsam Kirche im Heute für Morgen bauen wollen.
Nach der Begegnung mit zwei Bischöfen aus Honduras im vergangenen Jahr möchte ich nun persönlich wahrnehmen, wie Kirche sich dort einstellt auf die Situation der Gesellschaft und die sozialen Entwicklungen. Es waren zwei sehr unterschiedliche Bischofspersönlichkeiten, die ich seinerzeit kennenlernte, aber doch eins in dem Willen, zukunftsfähige Kirche zu gestalten, Verantwortung mit vielen zu teilen, die dafür vorbereitet, begleitet und beauftragt sind. Ich freue mich auf die Erfahrungen mit diesen hoch engagierten und kompetenten Menschen.
Ein solcher Austausch wirkt sich auf die Atmosphäre hierzulande und auf unseren Weitblick aus und anerkennt das Wert-volle, das Menschen auf allen Kontinenten einbringen können. Ich hoffe, mich durch den langen Flug noch tiefer auf die Begegnungen vorbereiten zu können.
Ein fernöstliches Sprichwort steht über unserer Erkundungsreise: „Wer sein Haus verlässt und nach Wissen sucht, der wandert auf Gottes Pfaden, und wer reist, um Wissen zu finden, dem wird Gott das Paradies zeigen.“ Ich bin gespannt. ...
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Lange habe ich nichts von mir hören lassen. Doch ich bin noch da, durchaus lebendig und mit vielen bunten Erfahrungen.
Noch klingt der Papstbesuch tief in mir nach: trotz aller Auseinandersetzungen vorher - über 300.000 Menschen aller Generationen, Junge und Alte, Getaufte, Gefirmte, Beauftragte, Gesendete, Geweihte, bunt und vielfältig in ihren Erwartungen, aber versammelt durch den Christus, den alle suchen oder gefunden haben!
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Millionen junge Menschen verlassen Madrid. Sie nehmen die Erinnerung mit an intensive Begegnungen und Gottesdienste in den Katechesen. Ebenso die starken Bilder des großen Kreuzwegs aus spanischer Tradition mit jungen Leuten, die heute Kreuze zu tragen haben in aller Welt. In Erinnerung bleiben die großen Begegnungen mit dem Papst ebenso wie die tausend kleinen Begebenheiten in der Hitze des Weltjugendtags (nie unter 35 Grad), wo man sich gegenseitig beistand und Probleme gemeinsam löste. Der überraschende Regen bei der Vigilfeier am Samstagabend war fast eine Gnade des Himmels. – Große Strapazen also, aber dennoch viele fröhliche Gesichter und herzliche Verabschiedungen!
Was am Ende bleibt, ist wenig messbar und zählbar. Aber sicher bleibt eine Wirkung, die weit über die Dauer des WJT hinausgeht: neue Ermutigung im Glauben und viele positive Bilder weltweiter, bunter, junger Kirche. Sicher bleiben auch Unsicherheiten und die Erfahrung der Spannung zwischen einem solchen Großereignis und dem oft gar nicht so leichten Alltag in Kirche und Gesellschaft.
Die Begegnungen mit den jungen Leuten in den Katechesen haben mir neu gezeigt, wie hörbereit, gesprächsfähig und mit welch nüchterner Leidenschaft sich junge Menschen einlassen, wenn sie ernstgenommen werden in ihrem Fragen und Suchen.
Das Ineinander von Großereignis, persönlicher Begegnung und Freundschaft, die Glaubenserfahrungen unterwegs und das Durchstehen einer herausfordernden Woche machen die Wirksamkeit solcher Tage aus, zumal vor Madrid schon die Begegnungen in der Diözese Barcelona und die dort erfahrende Gastfreundschaft eine wirkliche Bereicherung war ...
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