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Auf Wiedersehen!

Freitag, 05. April 2013 von bea
Mit diesem Beitrag möchte ich mich als Bloggerin verabschieden. Fast drei Jahre habe ich von Dingen berichtet, die mir in der Kindertagesstätte im Alltag begegnet sind. Im Aufschreiben ist mir bewusst geworden wie oft das, was Kinder äußern oder tun eine ganz tiefe Bedeutung haben kann - auch wenn vieles erst mal zum Schmunzeln anregt.

Zum Abschied möchte ich eine Geschichte erzählen, deren leichter Humor mir sehr gefällt und an die ich ímmer gerne denke, wenn ich mal dringend gute Laune brauche oder wenn ich mal was Neues ausprobieren möchte.

Der Tempel der tausend Spiegel

Einer indischen Sage nach steht in Tibet der "Tempel der tausend Spiegel". Es ist ein runder Tempel, der innen ringsrum mit vielen, vielen Spiegeln ausgekleidet ist. Eines Tages kommt ein Hund zu dem Tempel. Er schnuppert kritisch, geht die Stufen hinauf, runzelt die Stirn und fletscht schon mal vorsichtshalber die Zähne. Falls andere Hunde im Tempel sind, sollen sie sofort Angst bekommen. So geht er durch die Tür. Tausend Hunde stehen ihm mit gefletschten Zähnen gegenüber. Sofort beginnt er wie wild zu bellen. Im selben Moment bellen ihm tausend Hunde entgegen. Das ist zu viel. Verstört rennt er raus: "Hab ich´s doch gleich gesagt. Die Welt ist voller böser Hunde. Das nächste Mal muss ich noch böser sein." Am Nachmittag kommt ein anderer Hund zu dem Tempel. Er ist gut gelaunt, genießt die Sonne und freut sich darauf, etwas Neues zu entdecken. Schwanzwedelnd läuft er die Stufen hoch in den Tempel. Und was sieht er: Tausend Hunde blicken ihn freundlich und schwanzwedelnd an. "Wusst´ ich´s doch schon immer. Die Welt ist voller netter H ...  » Artikel weiterlesen
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Geschenke, Geschenke!

Freitag, 21. Dezember 2012 von bea
"Dieses Jahr schenken wir uns aber nichts!", "Du brauchst mir nichts zu schenken - ich habe ja alles.",  "Nach Weihnachten wird ja doch alles billiger"...

Mit dem Thema "Schenken und Beschenktwerden" haben wir uns auf einer Teamsitzung in der Kindertagesstätte kurz vor Weihnachten beschäftigt. Zunächst standen Proteste gegen die Kommerzialisierung des Schenkens im Vordergrund. Der Sinn des Schenkens tritt durch die zunehmende Orientierung an der Warenwirtschaft immer mehr in den Hintergrund. Doch dann folgte ein lebhafter und teilweise auch sehr berührender Austausch der Mitarbeiter/innen über ihre schönsten (materiellen) Geschenke. Es waren persönliche Dinge, in denen sich die Beziehung von Menschen wiederspiegelten. Und das ist das, was das Ritual des Schenkens ausmacht: ich gebe etwas von mir und werde dadurch eins mit dem anderen.

Im ursprünglichen Sinn bedeutet Schenken Durst stillen. Dazu haben wir passend aus dem Evanglium einen Text gelesen. In Joh. 4,1 - 26 geht es um den Durst einer Frau aus Samarien. Sie begegnet am Jakobsbrunnen Jesus, der ihr vom Wasser des Lebens erzählt.

Wir haben uns anregen lassen, dem Durst der Frau einen Namen zu geben und über unsere eigenen Sehnsüchte und Wünsche nachgedacht:

- Wonach dürstet mich?

- Auf welche Weise lässt sich mein Lebensdurst stillen?

- Wo steht mein Brunnen?

- Was lässt mich zum Brunnen gehen?

Unser Durst nach Leben wird erst dann gestillt, wenn wir (das Geschenk) annehmen können, das wir von Gott geliebt sind. Und dann sind wir nich ...  » Artikel weiterlesen
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St. Martin

Samstag, 03. November 2012 von bea
In den letzten Tagen sind in der Kindertagesstätte fleißig Laternen gebastelt worden und schon bald feiern wir wie in jedem Jahr St. Martin. Das Fest, bei dem die Kinder in der Dunkelheit Laternen anzünden und an die guten Taten des Heiligen Martin denken.

Martin beeindruckt durch seinen Glauben und seine unmittelbare Hilfe: er hat in klirrender Kälte seinen warmen Mantel mit einem Bettler geteilt. Dieses menschliche Handeln kann vorbildlich für Kinder und Erwachsene sein. Helfen ist auf vielerlei Arten möglich. Teilen geht darüber hinaus und verbindet in besonderer Weise den Helfer mit dem Hilfebedürftigen. Es erfordert zunächst einmal die eigene Wahrnehmung und Sensibilität um zu erspüren, was der andere braucht. Beide erleben die Veränderung direkt am eigenen Körper. Die Aktion wird dadurch nachhaltig. Solidarität wird sichtbar, da beide nun mit einem halben Mantel gesehen werden. Das macht in doppelter Weise aufmerksam und kann zum Nachdenken anregen. Vielleicht tritt ein Nachahmungseffekt ein oder ich mache mir über meine eigenen Möglichkeiten Gedanken. Wer ist in meiner Nähe, der Hilfe braucht?

Und dann geht die Geschichte noch weiter. Während Martin schläft, fragt ihn Christus durch den Bettler: "Hast du mich gesehen?" Für Kinder ist die Frage besonders spannend sie haben Ideen, wo wir Gott finden können: In guten Taten, wenn Menschen sich verbinden, in der Natur...

Eigentlich ist es überall möglich, Gott zu begegnen - schauen wir nur genau hin! ...  » Artikel weiterlesen
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Ein Dorf für die Erziehung von Kindern

Sonntag, 30. September 2012 von bea

FÜR DIE ERZIEHUNG EINES KINDES BRAUCHT ES EIN GANZES DORF


Diese afrikanische Weisheit ist mir in der letzten Zeit gleich drei mal begegnet: heute bei einer Predigt im Rahmen der Einweihungsfeier einer renovierten Kindertagesstätte, neulich im Fernsehen und vor ein paar Tagen habe ich diesen Gedanken bei der ersten Elternversammlung unserer KiTa gebraucht, als ich die Eltern für die Wahl der Elternvertreter motivieren wollte.


Afrika ist weit weg und das tägliche Leben, die Kultur und die Erziehng der Kinder lässt sich sicherlich nicht einfach auf unsere Lebenssituationen übertragen. Was macht diese Aussage also für uns so zutreffend? Ohne jemals in Afrika gewesen zu sein, lässt sich doch erahnen, was damit gemeint sein könnte.


Das afrikanische Dorf kann für uns Gemeinschaft und Netzwerk sein. Zunehmende Isolation und Separation von Familien erschwert das Zusammenleben bei immer vielfältigeren Anforderungen. Kontakte zu anderen Menschen und die Anbindung an Institutionen können entlasten. Je kleiner das System, desto mehr sind die Einzelnen darauf angewiesen:


- Verantwortung zu teilen


- andere Möglichkeiten und Sichtweisen kennen zu lernen


- von Erfahrungen anderer zu profitieren


- Hilfe zuzulassen


- mit Kräften zu haushalten


- abgeben zu können


- neue Horizonte ...  » Artikel weiterlesen

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Xin Chaò Vietnam

Sonntag, 12. August 2012 von bea
Gestern bin ich von meiner Urlaubsreise aus Vietnam zurückgekehrt. Bei einem Glas grünen Tee und einigen Frühlingsrollen, die ich noch in der Gefriertruhe gefunden habe, lasse ich die vielen Eindrücke nochmal an mir vorbei ziehen. Was macht den Zauber von Vietnam aus?  Ich habe wunderschöne Landschaften kennen gelernt mit tropischen Pflanzen, grünen Reisfledern, hohen Regenwaldbergen und dem mächigen Mekong- Delta. Auf der anderen Seite quirlige Großstädte wie Hanoi und Saigon mit vollgepropften Straßen, wie ich sie nie zuvor gesehen habe. Ich bin jetzt in der Lage, ohne jegliche Verkehrsführung eine mit Mopeds überfüllte Straße zu überqueren: einfach losgehen, stetig und zügig und der Verkehr fließt um einen herum. Ich kann mitlerweile perfet mit Stäbchen essen und habe Dinge probiert, über deren Inhalt und Zubereitungsart ich eigentlich nichts Genaueres wissen möchte. Meine Vorstellungen in Bezug auf Nahrungsmittelzubereitung auf Straßen und Hygiene auf anderen Örtlicheiten haben sich in viele Richtungen erweitert.

Am meisten haben mich jedoch die Menschen beeindruckt. 1/3 der Bevölkerung ist unter 14 Jahre alt. Ein sehr junges Volk, was kommunistisch erzogen und doch marktwirtschaftlich orientiert ist. Chinesen, Franzosen und Japaner haben dort geherrscht und die Vietnamesen haben es verstanden, die jeweiligen Kulturen in ihren Alltag zu integrieren. Ein Volk, was immer unterdrückt wurde und viele Kriege miterlebt hat, genießt nun Freiheit. Die meisten von ihnen sind Atheisten und dennoch sehr spirituell. Der Buddhismus hat sie geprägt und ich habe zahlreiche Tempel und Pagoden besichtigt. In den privat ...  » Artikel weiterlesen
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Die Polen kommen!!!

Mittwoch, 18. Juli 2012 von bea
Wann hört es endlich auf zu regnen? Ich warte sehnsüchtig auf  Sonnentage und erinnere mich an einige schöne Tage im Frühsommer und an ein lustiges Ereignis auf dem Spielplatz.

Es ist mitten am Vormittag und alle Kindergartenkinder toben bei sonnigem Wetter auf dem Spielplatz. Über dieses fröhliche Treiben erhebt sich plötzlich lautstark die Stimme von Fine (4 Jahre).  "Die Polen kommen!!!" Sie erhält sofort die Aufmerksamkeit der anwesenden Erzieherinnen. Wer kommt da? Alle blicken irritiert um sich. Wo denn? "Na da, die Polen!!!"  bekräftigt sie ihre Beobachtungen. Doch keiner der Erwachsenen kann etwas Ungewöhnliches entdecken. Gleichwohl sind alle aufmerksam. Ist etwas Bedrohliches in ihrer Stimme? Bahnt sich da ein diskriminierendes Verhalten an? Wie reagieren die Kinder mit polnischem Migrationshintergrund? Sind etwa Eltern in der Nähe? Sollten wir unsere  polnische Erzieherin holen? Es ist wohl eher unwahrscheinlich, dass polnische Erdbeerpflücker im Pfarrhaus eingezogen sind. Was hat Fine also gesehen? Sie wird langsam ungeduldig mit uns Erwachsenen.

Doch endlich entdecken auch wir sie:  Zu tausenden sind sie unterwegs, kommen von allen Seiten und breiten sich auf unserem Spielplatz aus - die Po(l)len!!!! ...  » Artikel weiterlesen
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24. Juni – Johannistag

Montag, 25. Juni 2012 von bea
Der Johannistag ist der Gedenktag der Geburt Johannis des Täufers. Er steht zudem in enger Verbindung zur am 21. Juni stattfindenden Sommersonnenwende. Das keltische Sonnenwendfest ist der Tag des Sieges der Sonne und des Lichts über Dunkelheit und Tod. Die Tage nehmen ab, bis wir an Weihnachten die Geburt Jesu feiern. Johannis der Täufer kündigt als Prophet sein Kommen an:

"Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen." (Joh 3,30)


Hier geht es zum einem um den Kreislauf des Wachsens und des Vergehens und zum anderen um den Blick auf das eigene Verhältnis zu Gott und zu anderen Menschen.

Johannes muss eine große Persönlichkeit gewesen sein, da er radikal sagte, was er dachte. Er benannte Mißstände - ganz egal ob es die kleinen Leute betraf oder gar den König Herodes. Er hat die Gesellschaft wachgerüttelt und bewegt, über die eigene Lebensweise nachzudenken.

Jedes Kind und jeder Erwachsene strebt ständig nach Wachstum und Weiterentwicklung. Dieses hat für meine Arbeit mit Menschen eine Bedeutung, die Kraft und Zukunftsglaube vermittelt. Daher hat mich die Aussage: "Du wirst wachsen, ich werde kleiner werden" sehr zum Nachdenken gebracht. Doch es geht hier wohl kaum um die Abwertung von Ich- Stärke oder gesundem Selbstbewusstsein. Johannes hat sich um Gottes Willen klein gemacht und fordert mich auf zu fragen: "Wie wird Jesus groß für mich?" Damit die Bedeutung von Jesus wachsen kann, muss die eigene Bedeutung abnehmen. Ich muss/möchte abnehmen, um eine geistige Freiheit zu gewinnen. Frei sein von den Dingen ...  » Artikel weiterlesen
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