„Du kommst von Borkum? “
„Ja.“
„Wahnsinn.“
„Find' ich auch.“
„Gibt es da auch eine Schule?“
„Ähm, ja, wir haben sogar Strom und fließend Wasser.“
Stellen Sie sich diesen Dialog, doch bitte einmal in Osnabrück vor:
„Du kommst aus Osnabrück?“
„Ja.“
„Wahnsinn, gibt es eigentlich auch Schulen in Osnabrück?“
Leben da, wo andere Urlaub machen, ist für die Gäste unserer Insel faszinierend, aber für uns ist es völlig natürlich. Da fällt einem das Besondere am diesem Leben gar nicht mehr auf. (Obwohl es das „etwas Andere“ natürlich zu Hauf gibt, auf dem schönsten Sandhaufen der Welt. Aber dazu später mehr!)
Highlights für uns Inselbewohner sind sogenannte „Festland-Besuche“: mit der Fähre 'rüber nach Emden und einen FACH-Arzt besuchen (genau, so etwas gibt es hier nämlich nicht) oder ganz aufregend: Rolltreppen fahren!
Bevor Sie fragen - ja, wir haben Autos. Und zwei Mal am Tag Rush-Hour, im Sommer bis zu zehn Mal; immer wenn die Fähre anlegt. Unsere Tageszeitungen erwarten wir nie vor elf, nur im Sommer mit Glück früher, wenn sie mit dem Flugzeug eintrifft. Bei uns tragen fast alle Häuser Namen, das soll Glück bringen.
Leben hier bedeutet, mit den Jahreszeiten zu leben: Im Winter, wenn man nach 14 Uhr die Insel nicht mehr verlassen kann, fühlt man sich wie auf einem von Kolumbus noch nicht entdecken Erdteil (böse Zungen sagen auch: „Willkommen auf Alcatraz“). Im Sommer ist Borkum ein Bienennest: alles summt und lebt, und mit den 20 000 Gästen pro Nacht gleicht unser Dorf mehr einer mediterranen Stadt.
Es gibt ei ...
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