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franz-josef bode

Grund zur Freude, Zeit für Mut

Montag, 09. Dezember 2013 von franz-josef bode
Nach langer Sendepause endlich wieder ein Lebenszeichen! Der Advent bringt einem Bischof eher ein paar ruhige Stunden als die Wochen davor. Erst unmittelbar vor Weihnachten sind die Tage wieder voll von Begegnungen, dann besonders mit Kindern in Heimen, mit Wohnungslosen, mit Menschen mit Behinderungen und Kranken; auch mit solchen, die zu Einzelgesprächen oder zur Beichte in den Dom kommen.

Die Erfahrungen der vergangenen Wochen haben mich bei aller Anstrengung wieder darin bestärkt, Bischof zu sein. Dieser Beruf ist so wunderbar vielfältig! Bei meinen Visitationen im Dekanat Emsland-Süd mit rund 250 Terminen, bei denen ich etwa 750 junge Leute gefirmt habe, staunte ich wieder über die große Zahl der Menschen, die sich ehrenamtlich einsetzen. Viele sind in einer Altersgruppe, die wir in den Gottesdiensten eher weniger antreffen. Und doch geben sie der Kirche vor Ort Gesicht, Hand, Fuß und Herz. Sie möchten, dass auch die nächste Generation noch vom Glauben geprägt ist, und lassen sich auch durch innerkirchliche Krisen und Erschütterungen nicht davon abbringen. Aber diese Engagierten bleiben nicht automatisch. Die Kirche muss ihnen im Kleinen wie im Großen entgegenkommen, sie wertschätzen, ermutigen und begleiten.

Da spricht Papst Franziskus mir in überraschend neuer Sprache ganz aus dem Herzen mit seinem großen Apostolischen Schreiben Evangelii gaudium: "Mir ist eine 'verbeulte' Kirche, die verletzt und beschmutzt ist, weil sie auf die Straßen hinausgegangen ist, lieber, als eine Kirche, die aufgrund ihrer Verschlossenheit und ihrer Bequemlichkeit, sich an die eigenen Sicherheiten zu klammern, krank ist. […] Ich ...  » Artikel weiterlesen
franz-josef bode

Bischofsweihe

Donnerstag, 05. September 2013 von franz-josef bode
Spät abends schreibe ich diese Zeilen. Nach einem wunderbaren Urlaub in Reit im Winkl und nach einem historischen Ereignis für unser Bistum: der Bischofsweihe von Pfarrer Johannes Wübbe.

Es war für mich sehr bewegend, genau 22 Jahre nach meiner eigenen Bischofsweihe in Paderborn (auch am Sonntag, 1. September, zur gleichen Stunde), nun selbst zum ersten Mal die Bischofsweihe vollziehen zu dürfen.

In unserer Kirche ist ein wichtiges Prinzip die Tradition, im tiefen Sinn verstanden: in einer lebendigen Kette von Personen zu stehen, die durch Handauflegung und Gebet fortgesetzt wird durch die Jahrhunderte, die aber mehr noch verbunden wird durch das beständig weitergegebene Evangelium, das durch Menschen von Fleisch und Blut immer neu lebendig wird.

Weihe_Evangelium


Ein ungemein eindrucksvoller Ritus der Bischofsweihe ist das Auflegen des Evangelienbuchs auf den Kopf des Kandidaten. Ein Zeichen dafür, dass das Wort der Heiligen Schrift sein ganzes Denken und Handeln durchdringe. Die anschließende Geste, das Buch wie ein Dach über den künftigen Bischof zu halten, sagt, dass er beschützt und geborgen sein soll unter diesem Wort und andere darunter versammle.

Nicht wie ein Damokles-Schwert hängt das Buch bedrohlich über seinem Haupt – wie wohl das Wort Gottes schärfer sein kann als jedes zweischneidiges Schwert (vgl. ...  » Artikel weiterlesen
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Grüße vor dem Urlaub

Montag, 22. Juli 2013 von franz-josef bode
Wieder ein Lebenszeichen von mir. Ich habe gerade eine Pause. Die überfüllte Vor-Ferienzeit mit vielen Visitationsterminen und Begegnungen im Bistum hat mich ziemlich beansprucht. Dann die zwar an Terminen ruhigere, aber zum Aufarbeiten von vielen liegengebliebenen Vorgängen geeignete Zeit, verbunden mit der Freude, von der Universität Osnabrück mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet zu werden. Das alles hat mich in den letzten Wochen sehr umgetrieben.

Und dann erlebe ich gerade den seltenen Fall, dass ich am Sonntagmorgen nach dem Gottesdienst bei herrlichem Sonnenschein in meinem paradiesischen Garten sitze und diese Zeilen schreibe. Das Evangelium dieses Sonntags passt dazu. Jesus besucht die beiden Schwestern seines Freundes Lazarus. Die eine, Marta, ergeht sich im Haushalten. Die andere, Maria, sitzt Jesus zu Füßen, ist einfach nur da und hört zu. Jesus nennt diese Haltung "den guten", manche übersetzen "den besseren" Teil. Diesen guten Teil genieße ich heute auf meine Weise mitten in der herrlichen Natur, die so sehr die Handschrift des Schöpfers trägt.

Mein Aufräumen und Aufarbeiten hat vieles ans Licht befördert, mit dem ich frohe oder auch traurige Erinnerungen verbinde. Das hat mir die Entscheidung zwischen aufbewahren und wegwerfen nicht leicht gemacht. Vielleicht brauchen wir das öfter: den Alltag zu entrümpeln und die Reihenfolge der Wichtigkeiten wieder zu sortieren; aufzuräumen, um wieder Raum zu öffnen, aufzumachen für Neues und Anderes. Jeder kennt das Gefühl des Aufatmens, der Erleichterung, wenn sich die Dinge wieder geordnet darstellen. Ich will versuchen, im bevorstehenden Urlaub auch meine ...  » Artikel weiterlesen
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Ein Rückblick aufs Glaubensfest

Dienstag, 11. Juni 2013 von franz-josef bode
Lange liegt mein letztes ,Lebenszeichen‘ zurück. Umso dankbarer bin ich für alle treue Aufmerksamkeit, die ich manchmal schriftlich, oft aber mündlich für meine Eintragungen erfahre.

„Eucharistischer Kongress“ in Köln: Ein kompliziertes Wort für eine sehr beeindruckende Veranstaltung, die ich jetzt fünf Tage lang als Glaubensfest erleben durfte. Intensive Feiern der Gegenwart Gottes in unserer Mitte wechselten mit Vorträgen und Begegnungen in Gruppen und mit vielen Einzelnen. Von verschiedenen Formen des Gebets und der Anbetung über tiefgehende Gespräche bis hin zu frohen Feiern oder Stille in den großen Kirchen Kölns konnten alle Generationen etwas finden zur Ermutigung ihres Glaubens.

Die abendliche Lichtprojektion im Dom „Lux eucharistica“ mit jeweils tausenden von Menschen verwandelte das alte Gotteshaus in einen Spiegel der Urelemente von Leben: Wasser, Feuer, Musik, Wort, Zeichen der Liebe. Aufnahmen von zehntausenden Vorhängeschlössern, die Verliebte an der Hohenzollern-Brücke befestigt haben, wurden in die gesamte Kathedrale eingebracht zu einer Erfahrung der Kostbarkeit von Vertrauen, Glaube, Hoffnung, Liebe. Und die ungezählten an die Säulen und Wände geworfenen Noten in Verbindung mit Orgelmusik zeigten, dass solche Architektur steingewordene Musik ist. Das alles für das kleine Stück Brot und den Schluck Wein, von denen Jesus sagt: „Das bin ich für euch und für immer.“

Die Stille Anbetung in der Himmelfahrtskirche – rund um die Uhr von Menschen aller Generationen besucht – war ein schweigendes und doch sehr beredtes Zeichen des DA-Seins Gottes. „Da drinnen ist ja nichts los“ ...  » Artikel weiterlesen
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Mehr aus Indonesien

Montag, 29. April 2013 von franz-josef bode
Um 4 Uhr morgens vom Muezzin, von 100 Hähnen und Kirchenglocken geweckt zu werden, das gibt es wohl nur auf Flores in Indonesien. Von den muslimischen Gebieten mit dem vielfältigen Einsatz der Thuiner Ordensschwestern auf Java und Sumatra flogen wir dorthin. Flores ist eine katholische Insel, von portugiesischen Jesuiten missioniert und später von Steyler Missionaren im Glauben gefestigt.

Ein überwältigender Empfang schon auf der Rollbahn des Flughafens mit Tänzen und einheimischen Riten. Unser Auto war mit Blumen und der Vatikanstandarte geschmückt und wurde hochoffiziell eskortiert. So erreichten wir unser Ziel in der Pfarrei eines Missionars aus meinem Heimatort Etteln, der schon über 40 Jahre auf Flores tätig ist. Kindergärten, Schulen, Kirchen – vieles hat er in den kleinen Orten gebaut mit guter Hilfe aus der Heimat. Erdbeben, Stürme, Hochwasser, sengende Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit wirken schnell zerstörerisch, aber immer wieder beginnen die Menschen von neuem ihr Werk. Ein Ausflug zum berühmten Berg Kelimutu mit drei verschiedenfarbigen Kraterseen und vielen Affen und eine Fahrt in die entgegengesetzte Richtung, nach Osten, haben uns weitere Einblicke in Geschichte und Gegenwart gegeben. Besonders beeindruckt hat mich eine Kirche der Jesuiten, in der ein Kreuz aus dem 16. Jahrhundert aufbewahrt wird, das an die Anfänge der Christianisierung erinnert und wie eine Reliquie verehrt wird.

In den vielen Niederlassungen der Thuiner Schwestern und der Steyler Patres immer wieder auf die Bilder zweier Menschen aus unserem Bistum Osnabrück zu treffen, hat mich angerührt: die Portraits der Generaloberin Schweste ...  » Artikel weiterlesen
franz-josef bode

Gelebte Weltkirche

Mittwoch, 24. April 2013 von franz-josef bode
Nach langer Zeit ein Lebenszeichen. Ich bin wieder im Lande. Am Ostermontag war ich nach Indonesien abgereist, in ein Inselreich, das über 240 Millionen Einwohner zählt. Und das auf einer Fläche von fast europäischer Größe in einer Mischung von Kulturen, die ihresgleichen sucht.

Mein Besuch galt einer Reihe von Konventen und Einrichtungen der Franziskanerinnen von Thuine. In Indonesien leben 230 einheimische und zwei deutsche "Thuiner Schwestern" in 31 Konventen. Es sind überwiegend junge Frauen, die sich voll einsetzen in Schulen, Exerzitienhäusern, Krankenhäusern und anderen sozialen Einrichtungen. Das ist schon beeindruckend. Ein Orden, der wie viele andere in Deutschland kleiner wird und dort wächst. Katholische Kirche als Weltkirche ist so Ermutigung und Herausforderung für die Kirche in unseren Breiten.

In Indonesien wird das Miteinander der Religionen gepflegt. In Jakarta stehen sich Kathedrale und Moschee gegenüber. Man nutzt an großen Feiertagen die Parkplätze der Gotteshäuser gemeinsam. Die gute Nachbarschaft funktioniert vielfältig. Aber die Ausbreitung fundamentalistischer Gruppen ist nicht ungefährlich. Während der Bau von Moscheen problemlos ist – und es werden viele Moscheen gebaut –, ist der Bau von Kirchen oft sehr schwierig bis fast unmöglich.

Anders als etwa Java oder Sumatra ist die Insel Flores (eine der über 12 000 Inseln Indonesiens, von denen über 6000 bewohnt sind) katholisch geprägt. Dort habe ich einen Steyler Missionar besucht, der schon über 40 Jahre glaubwürdig mit den einfachen Menschen zusammenlebt und für sie da ist. Die Leistung der Steyler Missionare ist immens gem ...  » Artikel weiterlesen
franz-josef bode

Der neue Stil im Petrusdienst

Dienstag, 26. März 2013 von franz-josef bode
Überraschung! Die ersten Schritte des neuen Bischofs von Rom lassen die Kirche und die Welt aufmerken. Er nennt sich Franziskus und knüpft an einen Erneuerer der Kirche an, der wie kaum ein anderer nachhaltige Spuren hinterlassen hat: Franz von Assisi. Er war von Gott beauftragt, die Kirche wieder aufzubauen. Er war geprägt von Armut und Einfachheit, ein lebendiges Evangelium mit weltweiter Wirkung für den Weg der Kirche und der Geschichte.

Der neue „Petrus“ Franziskus (ohne Ordnungszahl!), geschult als Jesuit, Gott in allen Dingen zu suchen und zu finden – besonders im notleidenden Menschen –, wird noch für weitere Überraschungen und Herausforderungen sorgen. Wer nur darauf schaut, wie er mit den bei uns immer wieder gestellten innerkirchlichen Fragen umgeht, greift zu kurz. Denn der Papst steht für eine Kirche der Einfachheit und der Barmherzigkeit auf Augenhöhe mit den Menschen und in Dialogbereitschaft. Auch in diesem Klima sind all die Fragen nicht schlagartig zu beantworten. Wer das meint, würde den Papst maßlos überfordern. Aber in diesem Klima ist vieles neu und anders anzusprechen und zu diskutieren als in einem Klima des Argwohns und des Misstrauens.

In vielen Gesten und Worten und in der Art, sich zu geben, hat der neue Bischof von Rom – so nennt er sich meistens – gezeigt, dass er einen neuen Stil des Petrusdienstes will, um die Menschen zum Glauben, Hoffen und Lieben zu ermutigen. Vielleicht war erst der überraschende und mutige Schritt seines Vorgängers Benedikt notwendig, um die Kardinäle zu einer solchen Wahl zu bewegen, die dem Geist Gottes Raum gegeben hat für eine neue Weite. Freilich w ...  » Artikel weiterlesen
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