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franz-josef bode

Zu Atem kommen in unserem Dom

Donnerstag, 10. März 2016 von franz-josef bode
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Zwei Erfahrungen haben mich in diesen Tagen besonders angerührt, beide in unserem so einladenden Dom: die Fastenmeditationen am Sonntagabend und die „Nacht für Gott“ am vergangenen Freitag.

Fast 400 Personen kommen jeden Fastensonntag, um sich auf die sieben „geistigen Werke der Barmherzigkeit“ einzulassen: Zweifelnden raten und Unwissende lehren; Schuldiggewordenen Wege weisen; Betrübte trösten und für Lebende und Verstorbene beten; Beleidigern verzeihen und Lästige ertragen. Es sind keine Predigten wie in den anderen Jahren, sondern ruhige Meditationen, verbunden mit der Chor- und Orgelmusik am Dom. Alle spüren, wie gut uns diese Weise der Betrachtung tut und wie barmherzig diese Form für uns selbst und für die vielen ist, denen wir dadurch neu und bewusster begegnen. Die Inhalte sind herausfordernd, denn jeder weiß, wie schwer es ist, Beleidigern zu verzeihen, Betrübte zu trösten oder Lästige zu ertragen. Aber dadurch, dass es hier nicht um Moralpredigten geht, sondern um die Erfahrung der Barmherzigkeit Gottes selbst, bewegt es offensichtlich viele, bei ihm durchatmen zu dürfen. Es geht nicht um Handlungsstrategien oder große Vorsätze, sondern um eine Wandlung von innen her, die neue Begegnungen mit Gott und den Menschen ermöglicht.

Zur „Nacht für Gott“ waren rund 200 junge Leute zur Jugendvesper mit ebenfalls sehr bewegender Musik und guten Texten gekommen. Die ganze Nacht über bestand die Möglichkeit zum Gespräch, zur Anbetung, zur Versöhnung in der Beichte und zum einfach nur Da-sein in dieser Jahrhunderte lang durchbeteten Kathedrale. Es zeigt sich, wie wichtig eben auch die Erfahrung der Nacht in einem solchen Raum ist, zusammen mit Menschen, die auf der Suche nach Gott und den Menschen sind – und so den Sinn des Lebens neu aufdecken wollen. Freitagnacht, da viele die Nacht zum Tag machen, wurde hier die Nacht erhellt durch Kerzen, Musik, Stille, Gespräch und Innehalten.

Ich freue mich sehr, dass der Dom für so viele Menschen aller Generationen ein Ort des Aufatmens ist. Hunderte von täglich entzündeten Kerzen bezeugen das.

1 Kommentar »

  1. Ich interessiere mich für den Text der Fastenmeditationen. Gibt es eine Möglichkeit, das irgendwo nachzulesen?

    Comment: Sabine Nordschulte – 26. März 2016 @ 21:26

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Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, 10. März 2016 um 10:34 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Zukunftsgespräch 2015/16 abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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