RSS
melanie jacobi

Wenn Aufgeben keine Alternative ist

Freitag, 26. Februar 2016 von melanie jacobi
Tags: , ,

„Kennst Du das, wenn Aufgeben keine Alternative ist?“ Dieser Satz springt mir von einer großen Plakatwand auf meinem Weg zu einem Termin ins Auge. Das Plakat ist Teil einer Kampagne der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (dkms). Hier wird der Kampf eines Blutkrebspatienten mit dem Ringen eines Sportlers um den Sieg verglichen: Auch ein Sportler kommt mal aus der Puste, hat das Gefühl zu scheitern und letzte Kräfte mobilisieren zu müssen. Denn Aufgeben wäre keine Alternative. Blutkrebspatienten müssen hoffnungsvoll darauf warten, dass ein passender Stammzellenspender gefunden wird. Aufzugeben würde den Tod bedeuten.

Es gibt Situationen im Leben, in denen erscheint aufzugeben eine reizvolle Alternative: Nicht mehr kämpfen müssen, kein Leid, keinen Kummer mehr spüren müssen. Das kann der Fall sein, wenn man eine schwere Krankheit bekommt, wenn das Leben keine Perspektiven hat, wenn wir uns von dem Menschen trennen müssen, den wir von Herzen lieben, wenn man am Grab seines Kindes steht.

Auch die Bibel kennt Situationen, in denen Menschen dem Aufgeben nahe sind. So zieht sich der Prophet Elija mit dem Wunsch zu sterben in die Wüste zurück, da er sich verfolgt und einsam fühlt. Doch ein Engel gibt ihm zu essen und zu trinken und bestärkt ihn, seinen Weg fortzusetzen.  Im Markus-Evangelium wird berichtet, dass Jesus die Jünger nach dem Tod Johannes des Täufers und in all ihrem Tun zu einer Unterbrechung einlädt: „Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind und ruht ein wenig aus!“

In beiden Situationen ist es ein äußerer Einfluss, eine Person oder ein Ort, der hilft, wieder zu Kräften zu kommen. Es braucht den Engel, der Elija wieder aufrichtet und ihm Mut zuspricht weiterzukämpfen. Es braucht den einsamen Ort, an dem die Jünger, zumindest für einen Augenblick, wieder Energie tanken, damit sie ihren Aufgaben mit neuer Kraft nachgehen können.

So lohnt es sich vielleicht immer wieder hinzuschauen: Wo habe ich Menschen und Orte, die mir helfen, damit ich nicht aufgebe, wenn es schwierig wird in meinem Leben? Bin ich für einen Anderen der Mensch und ist mein Zuhause der Ort, wo er neu zu Atem kommen kann?

„Kennst Du das, wenn Aufgeben keine Alternative ist?“ Ich wünsche Ihnen, dass Sie diese Frage bejahen können, weil es ein Ziel gibt, das Sie antreibt, Menschen, die sie stützen und Orte, an denen Sie ausruhen dürfen – damit Sie wieder zu Atmen kommen.

 

Melanie Jacobi ist Jugendreferentin für das Dekanat Osnabrück-Stadt. Sie schreibt in unregelmäßigen Abständen für den Bistumsblog.

Keine Kommentare »

Noch keine Kommentare

Schreib einen Kommentar

* = Pflichtfeld



Dieser Beitrag wurde am Freitag, 26. Februar 2016 um 14:46 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Zukunftsgespräch 2015/16 abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

«  –  »

Seiten

Autoren

Gastautoren

Suchen

Archiv

  • 2016 (47)
  • 2015 (80)
  • 2014 (46)
  • 2013 (49)
  • 2012 (55)
  • 2011 (75)
  • 2010 (56)

Tagcloud

mehr zum klicken

Social media

blogroll