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bernd overhoff

Sabbatzeit

Dienstag, 16. Februar 2016 von bernd overhoff
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Vor ziemlich genau zwei Jahren hab ich mich dazu entschieden: Bei meinem nächsten Stellenwechsel nehme ich mir Zeit – Aus-Zeit. Auf vier Monate habe ich angespart (über eineinhalb Jahre gab es weniger Gehalt bei voller Arbeit – und nun feiere ich diese „Überstunden“ am Stück ab). Ich hab auf Geld verzichtet und dafür Zeit bekommen.

Vier Monate Zeit – vier Monate Leben. Vier Monate ohne „Ich muss“ oder „Es steht an“, sondern nur „Ich kann“ und „Ich mach“. Was wollte ich schon immer mal machen? Wozu hab ich Lust? Was fang ich an mit dieser Zeit? – Keine Verpflichtungen. Ich kann machen, was ich will. Allein schon die vielen Gedankenspiele, was ich mit dieser Zeit alles machen könnte, haben unheimlich viel Energie in mir freigesetzt. Was macht mich so lebendig, dass ich das in dieser Zeit machen will? Wofür lohnt es sich zu leben?

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So führt mich diese Frei-Zeit direkt zu großen Fragen des Lebens. Und das bevor es losgeht.

Vor einigen Jahren bin ich über eine Studie gestolpert: Einer der größten Erholungsfaktoren am Urlaub ist die Vorfreude. Das gilt wohl auch für so eine Sabbatzeit. Zumindest bringen schon die Vorfreude und die Zeit-Gedankenspiele viel (neue) Lebendigkeit!

Viele Ideen habe ich: Ich könnte ein Praktikum machen. Ans Meer fahren. Eine Zeit in einer Großstadt leben. Nochmal Vorlesungen besuchen. Die vielen Bücher lesen, die ich lesen will, wenn endlich mal Zeit ist. Schlafen. Freunde besuchen. Und dies. Und jenes. Und noch viel mehr. – Zum Reisen ist mir die Zeit zu schade. Urlaub hab ich ja jedes Jahr 😉

Also: Was mach ich? – Ich möchte etwas Anderes machen als sonst, neue Leute kennenlernen, andere Umgebung, Kultur und Erlebnisfaktor, nicht nur auf der „faulen Haut“ liegen, sondern auch was Sinnvolles tun… Eine Entscheidung fällt mir schwer. Warum schon vorher die ganze Zeit verplanen?

Die Entscheidung ist auf Berlin gefallen. Erstmal. Hab als Aushilfe in der Suppenküche der Franziskaner in Berlin Pankow angeheuert. Für die Fastenzeit. Sieben Wochen in der Suppenküche helfen, mit im Kloster leben und die Hauptstadt unsicher machen. Bin gespannt, was die Zeit bringt …

 

Bernd Overhoff ist pastoraler Mitarbeiter im Bistum Osnabrück. Er hat in den vergangenen Dienstjahren vier Monate Sabbatzeit angespart. Im Bistumsblog berichtet er in unregelmäßigen Abständen von seiner Auszeit.

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Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 16. Februar 2016 um 10:03 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Zukunftsgespräch 2015/16 abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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