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„Bikobabö“, oder: Kindliche Intervention

Mittwoch, 03. Februar 2016 von familie fuhrmann
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„Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps“, heißt es bekanntlich, und in diesem Blog-Eintrag wollen wir vom grandiosen Scheitern dieser Lebensweisheit in unserem Miteinander als Ehepaar und Arbeitsteam berichten, wissend, dass die vielbeschworene Trennung beider Bereiche durchaus der Work-Life-Balance zugute kommen kann. Es ist ja mitunter nicht einfach, Privates und Berufliches voneinander zu trennen, zumal dann, wenn man mit Menschen zu tun hat – und das mit Freude – und wenn man beruflich und privat ein Paar ist.

Als wir die ersten Tage im Norderneyer Pfarrhaus verbracht und unseren Dienst in Pfarrgemeinde und Caritas-Einrichtungen angetreten hatten, haben wir uns gegenseitig zur Ersten-Etage-Regel verpflichtet. Im Erdgeschoss befindet sich das Pfarrbüro, über das sich die Wohnetagen schichten. Die Regel lautete: Dienstgespräche nur im Erdgeschoss, ab der ersten Etage sollte die Familie ihre absolute Priorität haben; weder im Kinderzimmer, noch in der Küche oder im Wohnzimmer wollten wir also Berufliches besprechen. Die eigene Wohnung sollte, so unsere Vorstellung, ein Frei-Raum von der Arbeit bleiben. Um es kurz zu machen, es hat in den gut 760 Tagen, die wir nun hier sind, an keinem einzigen Tag geklappt.

Wir bewirteten Gäste, mit denen wir über unsere Arbeit gesprochen haben, wir luden Planungsteams und PGR-Vorstandstreffen in unsere Küche ein, das Diensttelefon wurde auch im Wohnzimmer genutzt, Begleit-Gespräche, die uns berührt hatten, wurden auch mal abends auf der Couch sitzend reflektiert. Schlimm fanden und finden wir das überraschenderweise nicht. Die Erste-Etage-Regel hat sich im Zusammenleben und Zusammenarbeiten nicht als sinnvoll lebbare Regel erwiesen. Der Versuch, sie zu erfüllen, hatte uns eher in Stress versetzt, als uns zu Ausgeglichenheit zu verhelfen.

Eine Regel gibt es aber doch, und bei deren Erfüllung helfen uns unsere Kinder: Wenn wir miteinander essen, verzichten wir zugunsten einer gemeinsamen familiären Kommunikation auf berufliche Themen. Wenn uns das misslingt, haben Bennit und Mattis aufmerksame Ohren und werfen buchstäblich die Sirenen an. In den Tonlagen der Feuerwehrsirene singen sie „Bi-ko-ba-bö“: ein Quatsch-Wort, das uns immer auf die Nerven geht, wenn sie es auf dem Bauteppich im Kinderzimmer grölen. Setzt also einer der Erwachsenen an, auch nur kurz etwas Dienstliches loszuwerden, kommentieren sie es auf diese Weise. Im Sinne von Matthäus 18,15ff. eine prima Sache …

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Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 03. Februar 2016 um 12:13 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Zukunftsgespräch 2015/16 abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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