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dagmar flohre

Arbeit ohne Atempause

Montag, 01. Februar 2016 von dagmar flohre
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Es ist Montagmorgen, der Wecker klingelt. Nun ist es wieder soweit. Zwölf Tage, an denen man nicht ausschlafen kann. Im Gegenteil: Jetzt heißt es zwölf Tage voller Einsatz. Mit viel Glück hat man nach dem Frühdienst frei, aber es ist auch möglich, dass sich ein Spätdienst anschließt. Das bedeutet, man ist so gegen 21 Uhr wieder zuhause. Hat großen Appetit, aber keinen Elan mehr, sich etwas Gesundes, Nahrhaftes zuzubereiten. Den Partner hat man den ganzen Tag kaum zu Gesicht bekommen. Für ein gutes Gespräch fehlt die Motivation, weil man immer im Hinterkopf daran denkt, am nächsten Morgen wieder früh aufstehen zu müssen.

Nach zwölf Diensttagen hat man mit viel Glück ein freies Wochenende. Da möchte man natürlich die freie Zeit nutzen, alles mögliche zu erledigen. Das sind Dinge, die erledigt werden müssen, wie zum Beispiel der Hausputz, die Wäsche, der Einkauf, aber auch das Treffen mit Freunden, die sportliche Aktivität und das Ausschlafen. So wird das „freie Wochenende“ schnell zum Stress.

Ich habe mich schon oft gefragt, ob man nicht versuchen sollte, Dienstpläne so zu stricken, dass die Freude am Arbeiten erhalten bleibt und genügend Zeit zum Aufatmen bleibt. Aber was muss geschehen, damit unsere Gesellschaft und auch die Politik erkennt, dass gerade die Tätigkeit in der Pflege viel vom Menschen abverlangt. Dass Auszeiten bitter nötig sind. Die Zeit zum Aufatmen fehlt ganz oft! Und das ist sehr schade, denn gerade diese Zeiten sind so wichtig für den Menschen. Diese Zeit braucht der Körper, um regenerieren zu können. Denn der beste Akku ist irgendwann einmal verbraucht und leer.

Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Durch die neue Pflegereform bleibt uns die Aussicht auf mehr Personal und bessere Bezahlung. Und vielleicht haben dann die Pflegenden mehr Zeit für das Aufatmen. Das wünsche ich allen, die in der Pflege tätig sind, aber auch den Menschen, die gepflegt werden müssen. Denn eine ausgeglichene, zufriedene Pflegekraft kann oftmals mehr bewirken als eine ausgelaugte und genervte Pflegeperson.

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Dieser Beitrag wurde am Montag, 01. Februar 2016 um 09:14 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Zukunftsgespräch 2015/16 abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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