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franz-josef bode

Aufatmen in Leipzig

Dienstag, 26. Januar 2016 von franz-josef bode
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Um grundsätzliche Dinge zu besprechen und das Jahr zu planen, treffen sich regelmäßig Anfang Januar rund 25 Personen, die hohe Verantwortung im Bistum tragen, zu einer Klausurtagung. Das Thema des aktuellen Zukunftsgesprächs „…damit sie zu Atem kommen“ (Ex 23,12) hat uns ermutigt, diesmal alle Sitzungen und Beschlüsse zu lassen und eine Reise nach Leipzig zu unternehmen. Wir wollten die Kultur und Pastoral in einer ostdeutschen Stadt wahrnehmen, in der nur 20 Prozent der Bürger den christlichen Kirchen angehören; zwei Prozent sind katholisch.

Schon die gemeinsame Fahrt mit dem Zug führte zu Begegnungen und Gesprächen, die sich im Alltag so nicht oft ergeben. Die Unterkunft in einem gastfreundlichen Dominikanerkloster, die Straßenbahnfahrten und die Abende in Auerbachs Keller und dem Ratskeller vertieften das noch.

Einen ausgesprochen geistlichen Vormittag hatten wir mit einem Priester, der in einer kleinen Gemeinschaft mitten unter den Bewohnern eines Hochhauses lebt und arbeitet. Er hat eine hohe Begabung für Sprache und schreibt eindringliche Gedichte über Glauben und Leben. Uns führte er in einen sehr offenen Austausch über das Sprechen aus dem Glauben mit Menschen, die unser ,Sprach-Spiel‘ gar nicht kennen.

Der Besuch der neuen Propsteikirche und die Erklärungen des agilen Pfarrers dort schenkten uns Einblicke in die Pastoral in einer Stadt, in der Katholiken Exoten sind, auch wenn ihre Zahl durch Erwachsenentaufen und Zuzüge wächst. Salz und Sauerteig (Hefe) sind in der Bibel die Bilder für die kleinen Gemeinschaften der Christen, die sich ins Ganze der Gesellschaft einmischen und ihre Wirkung nicht verfehlen. In den besonders spannungsvollen Zeiten der Auseinandersetzungen um die Flüchtlinge ist das von großer Bedeutung.

Auch ein Ort für Menschen auf der Suche nach Sinn und Orientierung mitten in der Geschäftswelt der Stadt hat uns gezeigt, wie Gott im Verborgenen wirkt. Der Besuch der berühmten Kirchen Sankt Thomas und Sankt Nikolai – kulturell und politisch höchst bedeutsam – hat uns tief beeindruckt. Und was wäre ein Leipzigbesuch ohne Konzert im Gewandhaus. Schostakowitsch und Rachmaninoff zusammen mit 2000 Menschen zu hören in der ganzen Spannung von sensiblen Melodien und gewaltigen Rhythmen, dazu die Virtuosität eines Violinmeisters, wie sie nur selten zu erleben ist, das war schon großartig.

Das alles hat diese Tage zu einer ,Klausur‘ der besonderen Art gemacht, die uns für die weiteren Schritte des Bistums tiefer verbunden und ermutigt hat. Am Ende steht fest: Solche Erfahrungen sind ungemein wichtig. Sie können mehr bewirken für die gemeinsame Zukunft des Bistums als manche planerische Sitzung, ohne die es freilich auch nicht geht. Es war nicht unser letzter ,Ausflug‘!

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Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 26. Januar 2016 um 09:37 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Zukunftsgespräch 2015/16 abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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