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bea

Die Polen kommen!!!

Mittwoch, 18. Juli 2012 von bea
Wann hört es endlich auf zu regnen? Ich warte sehnsüchtig auf  Sonnentage und erinnere mich an einige schöne Tage im Frühsommer und an ein lustiges Ereignis auf dem Spielplatz.

Es ist mitten am Vormittag und alle Kindergartenkinder toben bei sonnigem Wetter auf dem Spielplatz. Über dieses fröhliche Treiben erhebt sich plötzlich lautstark die Stimme von Fine (4 Jahre).  "Die Polen kommen!!!" Sie erhält sofort die Aufmerksamkeit der anwesenden Erzieherinnen. Wer kommt da? Alle blicken irritiert um sich. Wo denn? "Na da, die Polen!!!"  bekräftigt sie ihre Beobachtungen. Doch keiner der Erwachsenen kann etwas Ungewöhnliches entdecken. Gleichwohl sind alle aufmerksam. Ist etwas Bedrohliches in ihrer Stimme? Bahnt sich da ein diskriminierendes Verhalten an? Wie reagieren die Kinder mit polnischem Migrationshintergrund? Sind etwa Eltern in der Nähe? Sollten wir unsere  polnische Erzieherin holen? Es ist wohl eher unwahrscheinlich, dass polnische Erdbeerpflücker im Pfarrhaus eingezogen sind. Was hat Fine also gesehen? Sie wird langsam ungeduldig mit uns Erwachsenen.

Doch endlich entdecken auch wir sie:  Zu tausenden sind sie unterwegs, kommen von allen Seiten und breiten sich auf unserem Spielplatz aus - die Po(l)len!!!! ...  » Artikel weiterlesen
bibo

Vom Wort

Donnerstag, 12. Juli 2012 von bibo
Lange habe ich mich nicht gemeldet. Die letzten Wochen waren einfach zu dicht gedrängt. Vor allem hatte ich so viele Grußworte und Predigten, Aufsätze und Vorträge zu erarbeiten, dass kein Blog dabei „abfiel“.

Ich spüre in der Begegnung mit den Menschen, welch hohe Bedeutung ausgesprochene Worte in persönlicher Kommunikation und persönliche Briefe haben. Immer wieder möchten Menschen Worte haben oder mitnehmen. Sie freuen sich sehr über handgeschriebene Sätze, und seien es auch nur wenige. Gerade im Zeitalter der elektronischen Kommunikation spielen diese persönlichen Formen eine große Rolle. Deshalb ist mein wertvoller Füllfederhalter immer noch mein wichtigstes Werkzeug neben meiner Stimme für Gespräch, Predigt, Rede und Telefonat.

Sicher: E-Mails und die sonstigen Botschaften im www erleichtern vieles, überfordern mich allerdings auch häufig mit Informationen und Anfragen. Da werden mir der klassische Brief und die direkte Rede immer kostbarer.

Gesprochenes Wort und persönliche Schrift bleiben immer wichtig, zumal uns auf diesem Weg auch Evangelium und Glaube geschenkt worden sind. Immer wieder fasziniert mich der Satz des Propheten: „Kamen Worte von dir, Herr, so verschlang ich sie; dein Wort war mir Glück und Herzensfreude“ (Jer 15,16). Es geht nicht um neue Wörterfluten, die oft unerträglich sind, sondern um Begegnungen, bei denen wir uns beim Wort nehmen können – und auch Gott, dessen Wort sogar Fleisch geworden ist, um unter uns zu wohnen (Joh 1,14). ...  » Artikel weiterlesen
jodi

Kennen Sie ein Mural?

Donnerstag, 05. Juli 2012 von jodi
Nein, das ist weder eine südamerikanische Süßspeise, noch ein mexikanischer Choral.

Aber trösten Sie sich, ich kannte es bis zum letzten Sommer auch nicht.

Im Juni letzten Jahres kam die Theologin und Künstlerin Dr. Anne Stickel und ihr kolumbianischer Mann Warner Benetiz nach Borkum um mit denjenigen, die an der Straße an ihr vorübergingen, ein Bild auf eine riesengroße Leinwand zu malen. Über das, was die Menschen innerlich antreibt, bewegt, belegt. So entsteht ein Mural, ein fröhliches und buntes Bild, eine Momentaufnahme des gelingenden Lebens auf  Borkum, auf dem es viel zu entdecken gibt.


Beeindruckt stellt ich im Vorübergehen fest, dass unsere drei Kirchen im Mittelpunkt stehen. Lutherische, Reformierte und Katholische Kirche Seite an Seite, keine größer, keine kleiner als die andere. Ja, das ist unser Leben hier. Gelebte Ökumene, selbstverständlich. Wir haben ein gemeinsames Verkündigungsblatt, das Karkenblattje, wöchentliche gemeinsame Andachten im Sommer, gemeinsame Adventsfeste und feiern natürlich auch Pfingsten gemeinsam. Unser Gospelchor ist so was von ökumenisch: Der Kirchenvorstand der lutherischen Kirche singt ebenso mit wie der Pastor der Reformierten Gemeinde und dem Vorstand des Pfarrgemeinderats der Katholischen Kirche.

In dieser Selbstverständlichkeit überrascht es uns, dass andere überrascht sind, da ...  » Artikel weiterlesen
bruno

Ehre deinen Vater und deine Mutter (Ex 20,12)

Dienstag, 03. Juli 2012 von bruno
Jetzt ist es wieder amtlich, dass die Zahl der Geburten in Deutschland weiter sinkt. Zu lesen z.B. hier:

http://www.stern.de/politik/deutschland/bevoelkerungsstatistik-geburtenraten-auf-tiefpunkt-angelangt-1849914.html

Und gleich wird auch das Erziehungsgeld wieder in Frage gestellt. Ausgerechnet aus den Reihen der CDU, die doch eigentlich Familien besonders fördern müsste. Zu lesen z.B. hier:

http://www.rp-online.de/politik/deutschland/cdu-abgeordneter-stellt-elterngeld-infrage-1.2895696

Ich meine, dass es nicht besonders verwunderlich ist, dass man eine steigende Geburtenzahl nicht „kaufen“ kann. Das ist aus meiner Sicht auch gar nicht der entscheidende Punkt beim Elterngeld. Ich halte es eher für einen Beitrag zur ausgleichenden Gerechtigkeit. Wer sich für Kinder entscheidet, hat schlicht sinkende Einnahmen (durch Verdienstausfall), steigende Kosten (durch eine weitere Person im Haushalt) und eine enorme zusätzliche Zeitbelastung (durch Erziehung und Versorgung). Damit sinkt der Lebensstandard aller, die sich, gesellschaftlich und wirtschaftlich höchst relevant, auf das Abenteuer Familie einlassen. Ich finde, da darf man ruhig gesellschaftlich einen finanziellen Lastenausgleich vornehmen, selbst wenn dadurch nicht die Geburtenzahlen steigen.

Entscheidender wird wahrscheinlich für die Geburtenzahl aber die Frage sein, welche soziale Anerkennung Väter und Mütter für ihre Fa ...  » Artikel weiterlesen

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