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jodi

Und plötzlich war Saison

Donnerstag, 24. Mai 2012 von jodi
Es war Ende März, ich weiß es noch genau. Es war genau die Zeit, in der man auf den Weg zu Arbeit merkt „Oh ich brauche kein Licht am Fahrrad mehr!“ Es begann die Zeit, in der man Morgens zuerst vom Vögelgezwitscher und dann vom Wecker aus den Schlaf gerissen wird. Und es begann auch die Zeit, in der ich mit den Füßen zu scharren begann, weil mir so langsam die Ruhe auf unserer Insel langweilig wurde.

Und dann tauchten sie aus dem Nichts auf.

Touristen und Badegäste. Also nicht das Sie jetzt denken: „Was haben die für merkwürdige Gäste, die sich aus dem Nichts materialisieren - machen puff und sind da..." Nein, so nicht. Das Nichts war in diesen Fall unsere Inselbahn.

Wir saßen eines Tages in unserem Lieblings-Eiscafe am Bahnhof (es hatte endlich wieder offen) und schlürften unsere coffeinhaltigen Heißgetränke, als plötzlich der Zug einfuhr und er MENSCHENMASSEN brachte. Als kurz darauf ein Zweiter kam, war uns klar: „Jetzt geht’s los!“ Fahrradfahren in der Fußgängerzone? Vorbei (es sei denn man steht darauf, von Regenschirmen verdroschen zu werden). Mal eben schnell zu Bäcker? Vorbei. ENDLICH!

In unserer Kirche füllten sich die Bänke und ich merkte wieder, dass ein Hosianna hosiannenhafter klingt wenn es 300 statt 30 singen. Und sprach ich letztens davon, dass unsere kleine Kirchengemeinde im Winter richtig familär ist, so muss ich sagen: So ist es auch, wenn unsere Stammgäste kommen - es gleicht immer einen großen Familientreffen, wenn zum Beispiel unsere kleinen Gast-Messdiener von einst nun ihre Kinder mitbringen.

Wenn wir Wiedersehens-Feste feiern und neue Gesichter in unserer Kirc ...  » Artikel weiterlesen
Bei aller Euphorie - es gab da noch das andere Kirchentagsgefühl: es wird sich nie etwas ändern.

Frustrierend war für mich das Podium „Auftreten statt austreten". Ich hatte die „Radio-Version“ des Podiums – über Lautsprecher im Foyer, da die Veranstaltung überfüllt war.

Eine Frau (ich glaube, Frau Kiklas von "Wir sind Kirche") sagte auf dem Podium (sinngemäß): „Katholische Kirche, das ist wie eine Familie: man mag nicht jeden und findet sie manchmal unmöglich - trotzdem gehört man eben zu dieser Familie.“

Oh ja.

Und „Manchmal verlässt einen der Atem und man droht, die Hoffnung zu verlieren - die Hoffnung auf Veränderung, auf Bewegung in unserer Kirche.“

Oh ja.

Und da war auch Kardinal Woelki, der einem u.a. vorwirft, dass man noch nicht alle Mauern zu Jesus eingerissen hat, wenn man einen Aufbruch will.

Oh NEIN!

Dem möchte ich zurufen (und konnte es nicht wegen den Mauern zwischen uns): Ja, wir sind eine dienende Kirche. Ja, wir sind dazu da, Jesu Christus und untereinander zu dienen und keinem Bischof, Kardinal oder Papst. Wem dienen denn die Bischöfe? Dienst an Jesus Christus und den Menschen. Bitte denken sie darüber nach, Herr Kardinal! (Habe ich schon mal erwähnt, dass ich im wahrsten Sinne des Wortes, Gott froh bin, das bibo, pardon, Herr Bischof Bode unser Bischof ist?!)

Aber Kirchentagsgefühl ist kurz danach auch wieder Hoffnung, wenn man sieht, wie viele genauso fühlen - Christen ohne Saulus-Erlebnisse, sondern mit normalen Glaubens-Viten (Erstkommunion, Messdiener, Firmung…). Die ble ...  » Artikel weiterlesen
jodi

Kirchentagsgefühle zum zweiten

Montag, 21. Mai 2012 von jodi
Erinnerung an Freitag. Am Vorabend abgefeiert und heute heiser. Lobpreis, der auf die Stimme geht. Dafür sind wir inzwischen besser organisiert: eine Stunde vorher da sein und man kommt in die Veranstaltungen rein. Horizont erweitert. Die Teens haben sich Themen angehört, über die sie sich noch keine Gedanken gemacht hatten. Und man sieht es hinter ihrer Stirn rattern. Kirchentagsgefühl ist bei mir auch: über neue Horizonte staunen.

Und noch ein Kirchentagsgefühl: Wiedersehens- und Kennenlernfreude. Menschen, die man ewig nicht gesehen hat, mit denen man sich nun in den Armen liegt (zum Beispiel mit meiner Cousine nach 16 (!) Jahren). Und neue Gesichter, die einem ans Herz wachsen durch ergreifende Gespräche oder einfaches zusammen tanzen.

Kirchentagsgefühl ist auch das Gefühl eines Familientreffens. Potenzial nach oben? Oh, das wird schwer. Meine Stimmung ist schon oben. ...  » Artikel weiterlesen
jodi

Welcome to Monnem

Samstag, 19. Mai 2012 von jodi
Da war plötzlich ein riesengroßer Regenbogen. Morgens um 6 Uhr in einer kleinen Seehafenstadt in Deutschland. Vier verschlafene Gestalten waren auf dem Weg zum Bahnhof, als wir diesen wunderschönen doppelten Regenbogen sahen. Schmunzelnd schob ich meine Gruppe in den Zug und genoss den Anblick. Ein Schelm, wer da an Zeichen denkt...

Sieben Stunden später, als meine Sitzhöcker drohten, Hämatome davonzutragen, erreichten wir Monnem, stiegen aus und - BÄNG - da war es, das Kirchentagsgefühl. Dieses Juchheißa-Wir-Gefühl, das einen vor Freude hüpfen lässt. Sofort setzte mein Dauergrinsen ein. Nachdem wir Quartier bezogen hatten, durch die Stadt liefen und die Eröffnung auf dem Marktplatz genossen, fing meine Gruppe Kids nach und nach auch an zu grinsen. Das Kirchentagsgefühl ist übergesprungen.

Nur das Wetter: nee! 13 Grad? Hallo Petrus, möchtest du eine Massenerkältung? Das Niesen aus 40.000 Nasen klingt nicht besinnlich. Da ist noch Potenzial nach oben!

Es wurde Abend, es wurde Morgen, und der erste Tag brach an - mit SONNE! Danke Petrus! Also los geht's, ab zum nächsten Jugendgottesdienst. Aber nein - Veranstaltung geschlossen, Halle überfüllt. Mist. Egal. Dann eben schnell zum Podium "Auftreten statt Austreten". Doch Stopp: Halle überfüllt!

Da war es wieder, das Kirchentagsgefühl: Leichte Frustration und das Gefühl, immer ein bisschen zu spät zu sein. Okay, da ist Potenzial nach oben. Wir werden sehen! ...  » Artikel weiterlesen
bea

Was magst Du an Deiner Mutter?

Mittwoch, 16. Mai 2012 von bea
Diese Frage haben wir zwei bis vierjährigen Kindern zur Vorbereitung eines Wortgottesdienstes zu Muttertag gestellt. In der Kindertagesstätte treffen die verschiedensten Familienkonstellationen aufeinander. Typische Familienbilder aus unterschiedlichen Kulturen, Patchworkfamilien mit manchmal häufig wechselnden Mitgliedern...  Familien, die sehr harmonisch wirken und Familien, in denen wenig Bindung spürbar ist, in denen es Eltern schwer fällt, auf Bedürfnisse ihrer Kinder zu reagieren... Familien, in denen Kindern angemessen begegnet wird oder Familien in denen sie überschüttet werden mit materiellen Dingen oder eingeengt werden durch Wunschvorstellungen...

Die Antworten der Kinder auf die Frage "Was magst Du an Deiner Mutter?" waren aber dann doch nicht so unterschiedlich: "Ich mag an Mama, dass sie mit mir kuschelt, dass sie mich tröstet, dass sie viel Zeit mit mir verbringt, dass sie mich in den Arm nimmt, dass sie dafür sorgt, damit es mir gut geht...

Dazu passte das Bilderbuch "Wer knuffelt mit Paulchen?". Paulchen ist ein Bär, der gerne knuffelt. Seine Versuche, mit anderen Tieren zu knuffeln schlagen oft fehl, bis er merkt: mit Mama passt es am besten, dort ist es am schönsten. Wir haben das Buch im Wortgottesdienst gelesen, und anschließend hat der Pastor eine Lesung gewählt, in der Jesus einen Aussätzigen heilt. Wir haben im Gespräch erfahren, dass Jesus also auch gerne "geknuffelt" hat. Vielleicht etwas ungewöhnlich diese Formulierung, aber gemeint ist die unbedingte Annahme und Liebe zu den Menschen, die hier deutlich wird.

Ich glaube die Kinder haben den Inhalt dieser Botschaft gut ...  » Artikel weiterlesen
jodi

Wer ist eigentlichen dieser Mannheim?

Dienstag, 15. Mai 2012 von jodi
„DA liegt Mannheim?“

„Wo? Ich kann es nicht finden!“

„Du musst südlicher gucken! Ich meine weiter unten!“

„Wie noch untener als Köln???“

Meine Teens und ich saßen letzte Woche zusammen, um uns ein Bild zu machen,  wo eigentlich die Reise hin geht, und mir fiel wieder ein, dass alles was unterhalb Ostfrieslands liegt, für den Borkumer knapp „Dat leigt achter Emden“ bedeutet. Osnabrück? Achter Emden. Münster? Achter Emden. Köln? Kurz vor Nord-Italien. Mannheim? Von der Erdscheibe gefallen. Rein logisch, denn der Nabel der Welt ist doch unsere Insel.

Hallo Tellerrand, wir kommen!

Meine kleine Gruppe ist bunt: von 13 – 18 Jahren, von „noch nie Zug gefahren“ bis totaler Reiseprofi. Von „seit der Erstkommunion Kirche nur von außen gesehen“ bis „jeden Sonntag, na klar“. Von „Mhm, eine eigene Meinung haben ist schwierig“ bis „ich diskutiere dich in Grund und Boden“. Aber wir alle haben eins gemeinsam: wir sind gespannt auf das, was in Mannheim alles geschehen kann, wir möchten dabei sein und mitmachen, statt wie so oft alles nur aus der Ferne zu erleben. Heute Nachmittag brechen wir von unserer Insel auf, um pünktlich Mittwochabend dabei zu sein. Meine Teens wagen einen Aufbruch. Den zweiten, denn seit November haben sie sich aufgemacht, sich auf die Firmung vorzubereiten. ...  » Artikel weiterlesen
jodi

Blockade

Montag, 14. Mai 2012 von jodi
„Jodi, bitte schreib wieder einen Blog, sonst explodiert Dein Gehirn. Oder meins, wenn ich weiter versuche Deinen Gedankengängen zu folgen.“ Ups. Meine letzte SMS an Maren muss etwas verworren gewesen sein.

Ich gebe zu, ich war Ihnen etwas untreu und hatte eine kleine Schreibblockade. Auf manche wirkt Lob euphori-, auf mich leider paralysierend. Aber ich beschließe nun, dass die Blockade vorbei sei. Himmel hilf.

In der Zwischenzeit war auf unserer Insel, sie werden überrascht sein, Saisonbeginn: Ostern und der erste Mai. Auch in den April hat man mich geschickt (ich glaubte tatsächlich, dass der neue Airbus A380 für eine Notfallübung auf der Insel landet und wollte mich als Statist zu Verfügung stellen - danke Anke). Desweiteren sind hier keine besonderen Vorkommnisse geschehen, so dass ich mich, mangels Ereignissen und einem drohenden Insel-Koller mit einer kleinen Gruppe Teens, man nannte sie auch einen Sack Flöhe, auf die weite Reise Richtung Katholikentag begeben werde. Wenn ich es mir recht überlege: da ist bestimmt einiges zu schreiben. Mhm. Der nächste Blog juckt in meinen Fingern. Dem Himmel sie Dank für die Hilfe! ...  » Artikel weiterlesen
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