Noch einmal im Heiligen Land. Durch eine gute Fügung durfte ich jetzt noch einmal mit einem Familienkreis für zehn Tage Stätten der Bibel erkunden. Ich nehme sie immer wieder neu wahr.
„Noch einmal“ – dieses Wort hat es mir in den letzten Wochen angetan. Denn unser Leben braucht Wiederholung, um der Dinge tiefer inne zu werden. „Noch mal, noch mal!“ rufen Kinder, die eine interessante Geschichte immer wieder hören wollen. „Noch einmal“, wünschen sich Menschen, die Wunderbares erlebt haben. „Noch einmal“ oder „Schon wieder“ stöhnen jene, denen es langsam zuviel wird, denen die Luft ausgeht. „Noch einmal“, sagen die, die bewusst einen neuen Anfang wagen.
„Da offenbarte sich Jesus seinen Jüngern noch einmal. Es war am See von Tiberias…“ (Joh 21,1). Eigentlich war das Johannesevangelium schon abgeschlossen, als es noch einen Nachtrag erfuhr, um diese Begegnung am See zu erzählen. Der Auferstandene zeigt sich noch einmal, weil die Jünger immer noch nicht mit dem Geschehenen umgehen können. Dabei hatte er sich schon „noch einmal“ gezeigt, damit der Apostel Thomas ihn berühren könnte (Joh 20,19 ff). Und nun trägt er den erfahrenen Fischern, die in ihrer Frustration die ganze Nacht nichts gefangen haben, auf: „Werft die Netze (noch einmal) aus!“ Was soll das denn? Noch mal, schon wieder? Sie hatten doch schon alles versucht! Und doch tun die Jünger es – und erleben ihr ,blaues Wunder‘ mit einem reichen Fischfang.
Ich habe wieder am See von Tiberias gestanden. Es braucht offensichtlich viele „Noch-einmals“, viele Impulse, Anstöße und Wiederholungen, um uns dem Geheimnis der ...
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Unter diesem Leitsatz ist der Familienkreis der Heilig Kreuz Gemeinde am Gründonnerstag durch belebte Straßen von Osnabrück gezogen. Inspiriert durch eine Gruppe von Christen aus Hamburg, die im letzten Jahr den Gründonnerstag "ma(h)l ganz anders" gefeiert und dargestellt haben.
Zwei Tapeziertische, dreizehn Stühle, Tischdecken, Brot und Becher waren die Grundausstattung. Dreizehn Darsteller/innen haben sich vorbereitend einem Jünger der Tischrunde zugeordnet und sich durch unterschiedliche Interpretationen des Gemäldes "das Abendmahl" von Leonardo da Vinci über die Körperhaltungen der einzelnen Jünger informiert. In einer langen Reihe, jeder hatte seinen Stuhl unter dem Arm, und mit großer Ruhe wanderten sie zu den Spielorten. Junge Leute sprachen sie an, und fragten, ob das ein "Flashmop" sei. Am gewählten Ort wurden die Stühle aufgestellt und die Darsteller positionierten sich hinter diesem. Anschließend wurde der Tisch aufgebaut. Schon das brachte die Menschen in der Stadt dazu, stehen zu bleiben, und erwartungsvoll zu verweilen, bis sich die Mahlgemeinschaft an den Tisch begab, Jesus das Brot verteilte und ein crescendoartiger Ton von der Tischrunde erzeugt wurde, bis Judas seine Silberlinge auf den Tisch donnerte. Der Ton erstarb und die Jünger und Jesus froren in der da Vinci Darstellung ein.
Viele Zuschauer erkannten das Bild und zeigten sich beg ...
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