Am Aschermittwoch stürmte es sehr auf unserer Insel. Innen wie außen. Draußen spielte der Wind, der zu einem Sturm anschwoll, Fangen mit allem, was er kriegen konnte. Er machte sich einen Spaß daraus, Regenschirme zu knicken und Kopfbedeckungen auf Flugreisen zu schicken.
Innen stürmte es auch. Nicht nur, dass ich von einen Termin zum anderen im wahrsten Sinne des Wortes flog, nein, bei Sturm menschelt es doch sehr (in der Schule merken wir es wirklich am Tag vorher, das es Sturm gibt, wenn unsere Schüler wie auf links gedreht sind und ihnen scheinbar Hörnchen auf der Stirn wachsen) und es bedarf Samthandschuhe, um stachlige Seelen zu streicheln.
Der letzte „Termin“ an diesen Tag war der Aschemittwochsgottesdienst. Ich schaffte es sogar, zehn Minuten früher da zu sein und ließ mich in die Bank sinken und atmete tief durch. Draußen pfiff und heulte der Sturm über das Kirchendach und bei jeder Boe rappelte es bedrohlich.
Doch drinnen in der Kirche war alles ruhig und es herrschte ein tiefer Frieden.
Der Wappenspruch unserer Insel lautet „mediis tranquillus in undis“ (ist hier ein Lateiner unter uns? Vielleicht Sie Herr Bischof? Für alle anderen hier die Auflösung:) – das bedeutet soviel wie „ruhig in mitten der Wogen“.

So fühlte ich mich in diesem Moment. Ruhig in mitten der Wogen des Lebens liegt unsere Kirche – und Ihre bestimmt auch.
Spüren Sie doch mal nach.
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