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bibo

Die Welt „fair-wandeln“

Mittwoch, 28. März 2012 von bibo
„Heutzutage wissen die Menschen von allem den Preis und von nichts den Wert.“ Dieser Satz von George Bernard Shaw ist ,heutzutage‘ erst recht wahr. Denn nahezu alles wird nach dem Preis-Leistungs-Verhältnis bewertet und nicht nach seinem Wert für die Menschen und vor Gott. Ökonomie, Markt, Wirtschaft durchdringen unser Leben bis ins Denken und Fühlen. Ökonomie ohne Ökologie aber wird zerstörerisch, weil die Wirtschaft dann die Rechnung ohne den Wirt, den Gastgeber, den Schöpfer unserer Welt macht.

Im Haus-halt der Schöpfung gehören Ökonomie und Ökologie zusammen und auch Ökumene, die zunächst die ganze bewohnte Erde meint und erst in zweiter Linie das Miteinander der Christen. Alle drei Worte enthalten das griechische Wort oíkoV = Haus. Wenn der Haus-halt Gottes geordnet bleiben soll, wird es höchste Zeit, im Großen wie im Kleinen zu handeln.

Ein wichtiger Baustein dafür ist die Aktion „Faire Gemeinde“, in der Kirchengemeinden unseres Bistums sich verpflichten zu fairem Verhalten bezüglich Lebensmitteln, Textilien und anderen Waren und zu ökologischem Verhalten in Bezug auf Energie und andere biologische Güter. Wenn sie eine Reihe von Selbstverpflichtungen erfüllen, werden sie dafür zertifiziert als ,faire Gemeinde‘. Die ersten haben sich schon gemeldet.

Die Eröffnung der Aktion vor einigen Tagen im Emsland hat mich sehr beeindruckt. Ich kam gerade aus intensiven Besinnungstagen mit Priestern und konnte direkt die praktische Seite unseres Glaubens im Einsatz für die Bewahrung der Schöpfun ...  » Artikel weiterlesen
jodi

Schweigen

Dienstag, 27. März 2012 von jodi
Eigentlich wollte ich ihnen hier und heute von meinem Urlaub schreiben, aus dem ich gerade wiederkomme.

Eigentlich wollte ich Ihnen Neuigkeiten von einer anderen schönen Insel erzählen und vom Wellenbezwingen mit meiner Tochter.

Eigentlich.

Man strumpelt braun gebrannt und lachend aus dem Flieger und ab in den Zug in unsere Hafenstadt - und erstarrt.

Das Unfassbare,  das Unbegreifliche hat nicht nur anklopft, sondern ist mit aller Gewalt in Emden eingebrochen.

Emden.

Emden ist unsere große Schwester (die katholischen Kirchengemeinden Christ König Emden und Maria Meeresstern Borkum bilden eine Pfarreiengemeinschaft und sind auf den Weg, eins zu werden). Emden. Ein Vorort von Borkum und ein Ort der Idylle.

Und so fühlt es sich an, als sei das Schreckliche einem Kind aus unserer Gemeinschaft geschehen.

Im dem Parkhaus waren wir schon oft, am Wall gehen wir spazieren. Wir gehen durch den Ort und fühlen mit und fühlen uns doch auch gleich als Voyeure, wenn wir das Entsetzen in den Gesichtern sehen. Wir steigen auf unsere Fähre und verlassen Emden, aber in unseren Gebeten und Gedanken sind wir bei dem Mädchen, dass nicht zwölf werden durfte, bei den Eltern, die nie wieder ihr Mädchen Gute-Nacht-küssen können und bei ihren Freund, der nie wieder mit ihr Enten füttern kann.

Glauben ist manchmal auch nur die verzweifelte Hoffnung, dass etwas Sinn hat, so sinnlos es erscheint. ...  » Artikel weiterlesen
bruno

Die verlorene Zeit

Dienstag, 20. März 2012 von bruno
In den letzten Jahren höre ich von meinen Mitarbeitern, die unmittelbar mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, immer öfter die Klage über die knapper werdende Zeit unserer Zielgruppen. Schulzeitverkürzung, Ganztagsschule, Bologna-Prozess an den Hochschulen sind die Stichworte in diesem Zusammenhang. Selbst unserem Kultusminister scheint zu schwanen, dass hier etwas nicht stimmt, so dass er wenigstens die Hausaufgabenzeiten beschränke will. Nachzulesen zum Beispiel hier: http://www.haz.de/Nachrichten/Wissen/Uebersicht/Weniger-Hausaufgaben-fuer-Niedersachsens-Schueler

Wozu führt es, wenn die Schulzeit verkürzt, der Unterricht bis weit in den Nachmittag ausgeweitet, die Studienzeiten reglementiert werden?

Die Kinder müssen bereits anfangen, mit der Zeit zu haushalten. Geht neben Schule noch Sport und Musik? Oder Sport und Gruppenstunde? Die Leistungsfähigen bekommen das noch einigermaßen hin.

Für die Jugendlichen reicht aber die schulisch belegte Zeit so weit in den Nachmittag, dass es organisatorisch immer schwieriger wird, z.B. Gruppenleiterin einer kirchlichen Kindergruppe oder Trainer einer Fußballmannschaft zu sein. Gymnasiasten sind zudem ein Jahr früher aus der Schule und damit oft auch aus dem Ort/Dorf raus.

An der Uni oder der Hochschule geht das Ganze nun weiter. Bachelor- und Masterstudiengänge sind so durchstrukturiert, dass ein Engagement jenseits des Studiums kaum noch möglich ist. Das merken wir in unseren Schulungsteams und bei den nebenamtlichen Teams in den Bildungshäusern, in denen vo ...  » Artikel weiterlesen
bea

Ma(h)l ganz anders

Samstag, 17. März 2012 von bea
Bestimmt kennt jeder das "Abendmahl" von Leonardo da Vinci, was sicherlich zu den berühmtesten Wandgemälden der Welt gehört. Vor über 500 Jahren hat da Vinci dieses Bild in Mailand gemalt und mittlerweile gibt es darüber zahlreichreiche Parodien und Verfremdungen.

Kürzlich habe ich erfahren, dass ein Familienkreis dazu eine spannende Aktion am Gründonnerstag plant. Ins Leben gerufen hat diese Idee vor einem Jahr eine Gruppe aus Hamburg. Unter www.mahlganzanders.de gibt es Informationen über Planung, Verlauf und Reaktionen dieses ungewöhnlichen Straßentheaters.

Oft höre ich zu Ostern von Interviews auf der Straße die zeigen, dass nur noch wenige Menschen die Bedeutung des Osterfestes kennen. "Ma(h)l ganz anders" wird dann bestimmt für Aufsehen sorgen. Geplant ist Folgendes: Vor den Augen aller wird im Straßenverkehr an prominenter Stelle ein Tapeziertisch mit Stühlen ganz langsam zu einer Tafel aufgebaut. Ohne Hektik decken 13 Personen den Tisch.  Man kommt sehr langsam zu der Darstellung des Leonardobildes. Auf ein akustisches Zeichen hin spannt sich die Lage an. Es kommt der Verrat, dieser wird aber nicht ausgesprochen. Alles "friert ein". Judas hat den Sack mit dem Geld auf den Tisch geworfen und wendet sich ab. Damit ist die Szene zu Ende - alle gehen ab.

Ich bin neugierig, welche Gedanken und Gefühle die Leute auf der Straße haben werden. Gibt es Kopfschütteln, Rätselraten oder ein "Aha?" Kommen die Menschen vielleicht ins Nachdenken über die Bedeutung des Gründonnerstages? Darüber, dass es noch eine andere Nahrung gibt? Mit Brot und Wein w ...  » Artikel weiterlesen
jodi

Du – Wir sind Kirche!

Donnerstag, 08. März 2012 von jodi
Wissen Sie, wir sind die nordwestlichste Bastion des Bistums Osnabrücks, ach, was rede ich - der deutschsprachigen katholischen Gemeinden! Ähm, habe ich wirklich Bastion geschrieben? Ich schraube mal runter: eher ein Bastiönchen. Unsere Gemeinde Maria Meeresstern lebt von knapp 1000 Seelen, die Mehrheit U-Boot-Christen (sie tauchen hin und wieder mal auf). Unser „harter Kern“ besteht auch knapp 40 Brüdern und Schwestern. Hallo Diasopora!

So sind unsere Erstkommunionsgruppen sehr überschaubar mit 4 – 8 Kindern pro Jahrgang. Auch auf unsere Firmung wirkt sich unser Enklaven-Dasein aus. Alle vier Jahre findet sie nur statt.

Unsere Kids haben wenig Kontakt zu anderen katholischen Gemeinden (außer unsere Messdiener - die schleife ich zu jedem greifbaren überregionalen  Event), so dass sich in letzter Zeit schon das Gefühl bei unseren Firmlingen breit machte, als seien wir die letzten Mohikaner. Doch dann lud uns Steffi Holle (die tolle Holle ist Dekanatsjugendreferentin) zum Dekanats -Firmlings-Treffen nach Aurich ein.

Unter dem Motto „Du – Wir sind Kirche“ waren alle Firmlinge Ostfrieslands eingeladen, sich zu treffen. Die Begeisterung unserer „Kids“ hielt sich natürlich in Grenzen, denn auch wenn wir Katecheten Handstand mit Überschlag machen – Kirche ist total uncool, alt und laaaaangweilig. Ich kann ihnen die Einstellung nicht verdenken. Aber mit ein bisschen positiver Motivation (andere würden es Druck nennen, aber ich finde diesen Ausdruck zu negativ :-) ) haben sich doch fast alle 22 Firmlinge angemeldet. Aurich! Eine Weltreise! Wo andere Firmlingen aus unseren Dekanat mal eben hin und zurückfa ...  » Artikel weiterlesen
jodi

MEDIIS TRANQUILLUS IN UNDIS

Freitag, 02. März 2012 von jodi
Am Aschermittwoch stürmte es sehr auf unserer Insel. Innen wie außen. Draußen spielte der Wind, der zu einem Sturm anschwoll, Fangen mit allem, was er kriegen konnte. Er machte sich einen Spaß daraus, Regenschirme zu knicken und Kopfbedeckungen auf Flugreisen zu schicken.

Innen stürmte es auch. Nicht nur, dass ich von einen Termin zum anderen im wahrsten Sinne des Wortes flog, nein, bei Sturm menschelt es doch sehr (in der Schule merken wir es wirklich am Tag vorher, das es Sturm gibt, wenn unsere Schüler wie auf links gedreht sind und ihnen scheinbar Hörnchen auf der Stirn wachsen) und es bedarf Samthandschuhe, um stachlige Seelen zu streicheln.

Der letzte „Termin“ an diesen Tag war der Aschemittwochsgottesdienst. Ich schaffte es sogar, zehn Minuten früher da zu sein und ließ mich in die Bank sinken und atmete tief durch. Draußen pfiff und heulte der Sturm über das Kirchendach und bei jeder Boe rappelte es bedrohlich.

Doch drinnen in der Kirche war alles ruhig und es herrschte ein tiefer Frieden.

Der Wappenspruch unserer Insel lautet „mediis tranquillus in undis“ (ist hier ein Lateiner unter uns? Vielleicht Sie Herr Bischof? Für alle anderen hier die Auflösung:) – das bedeutet soviel wie „ruhig in mitten der Wogen“.

Wappen der Insel Borkum


So fühlte ich mich in diesem Moment. Ruhig in mitten der Wogen des Lebens liegt unsere Kirche - und Ihre bestimmt auch.

Spüren Sie doch mal nach. ...  » Artikel weiterlesen

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