Endlich melde ich mich wieder im schon gar nicht mehr so Neuen Jahr. Trotzdem wünsche ich allen noch Gottes reichen Segen für die kommenden Monate. Wer weiß, was sie alles für uns bereithalten?!
In den vergangenen Wochen habe ich mich durch viel Weihnachts- und Neujahrspost gelesen. Über 400 Briefe von Freunden, Bekannten und vielen Gemeinschaften und Institutione. Ich habe mir nie abgewöhnt, all diese Post genau anzuschauen, weil sie mit Liebe und Gewissenhaftigkeit abgeschickt ist und mir zeigt, wie viele mich in meinem Dienst und unsere ganze Kirche mittragen und sich uns verbunden wissen.
Einige Briefe kommen bewusst erst nach Weihnachten, weil die Absender vermeiden wollen, dass sie ,untergehen‘. Einer ist mir besonders aufgefallen. In ihm heißt es:
„,Als die drei Könige, von ihren Gaben entlastet, wieder aus dem Stall traten, hielt Kaspar erschrocken inne. ,Der Stern‘, sagte er. ,Was ist mit ihm?‘ fragte Melchior. ,Er ist weitergezogen‘, sagte Kaspar. ,Hast du jemals einen Stern stillstehen sehen?‘ fragte Balthasar.‘ (Adolf Muschg) – Der Stern ist weitergewandert. Alle Weihnachtsgrüße sind verklungen, und die guten Neujahrswünsche eilen ihrer Erfüllung entgegen. Die Hirten kommen aus dem Staunen heraus und finden sich wieder ein in ihrer Welt. Die drei Könige verharren nicht mehr in der Anbetung, sondern machen sich auf den Heimweg. Und die Mächtigen im Lande tun alles, um ihre Macht zu erhalten, und die Ohnmächtigen bleiben schutzlos. Fast könnte man sagen, es ist alles wieder beim Alten. Und trotzdem hat sich für uns alle etwas verändert: Gott berührte Menschen!“
Gott berührte Menschen. Heute besteht oft der Eindruck, es ließen sich nur noch wenige von ihm berühren. Die Post und die Begegnungen der Weihnachtszeit zeigen mir aber, wie sich viele auf unterschiedliche Weise berühren lassen über den Kreis unserer Gemeinden hinaus. Das Kind, in dem Gott zu uns kommt, bewegt eben doch noch sehr viele, die nun wieder ermutigter in ihren Alltag gehen. Und selbst manche, die froh sind, dass die nicht immer leichten Tage um Weihnachten und Jahreswechsel vorbei sind, möchten auf die tiefste Aussage dieses Festes nicht verzichten: dass Gott einer von uns ist und dass er unser Leben begleitet.
Es scheint wieder alles beim Alten zu sein, und doch hat das Alte wieder einen Stern über sich und vor sich…
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Lieber Bischof Bode,
wünsche Ihnen für das angebrochene Jahr Gottes Segen und eine gute Entscheidung für den neuen Weihbischof von Ihnen und vom Papst. Es ist wichtig, gutes Personal für die Seelsorge und die geistlichen Berufe in der Kirche zu haben, denn Vorbilder werden auch heute gebraucht.
Das gilt nicht nur für einen Weihbischof, sondern auch für alle in der Pastoral Tätigen. Überhaupt sollten alle Christen ihr in der Taufe und Firmung grundgelegtes allgemeines Priestertum erkennen. Ich frage mich, wenn dies so wäre, ob wir dann noch ein besonderes Dienstamt in der Kirche nötig hätten. In der Verantwortung stehen alle Christen, die ihre Berufung ernst nehmen. Und berufen sind wir alle! Daher ist es wichtig, sich beständig und beharrlich um den Glauben und das Glaubenswissen, überhaupt um die Spiritualität zu kümmern und sie nicht verkümmern zu lassen. In diesem Sinne wünsche ich den Christen im Bistum und darüber hinaus mutmachende Glaubenserfahrungen und die bereitwillige Übernahme von Verantwortung in Kirche und Welt. Und dem “Oberhirten” wünsche ich mündige Schafe, die seinen Dienst für das Bistum mittragen.
Ihr Klaus Westmeyer
Kommentar: Klaus Westmeyer – 19. Januar 2012 @ 20:46