Der Blog des Bistums Osnabrück

Weihnachtsmarkt

Donnerstag, 15. Dezember 2011 von bibo

Rückzug ins Kloster, in die Stille, wenn auch nur für kurze Zeit. Dieses vorweihnachtliche Geschenkt mache ich mir gerade. Weg von der Unruhe der letzten Tage mit Fahrten nach Paderborn, Regensburg, Würzburg, Münster, Bremen und Hamburg. Weg aber auch von der Dauerbespielung mit Weihnachtsliedern vom Weihnachtsmarkt vor meiner Haustür. Weihnachts-Markt. Mich stört es nicht, wenn Menschen aller Generationen die Atmosphäre der bunten Verkaufsbuden suchen und die Leckereien der verschiedenen Stände genießen, auch wenn ich mir Advent anders vorstelle.

Doch fast unerträglich ist mir das, was danach geschieht, wenn die Buden und Stände zu humaner Zeit geschlossen haben. Après Weihnachtsmarkt sozusagen: überfüllte Gaststätten mit feiernden Gruppen, die sich dann zum Teil in grölende Scharen verwandeln, die bis in die Morgenstunden umherziehen. Zipfelbemützte Weihnachtsmänner und -frauen veranstalten eine Art vierwöchigen Straßenkarneval im Winter. Ich persönlich kann dem nicht viel Weihnachtliches, geschweige denn Adventliches abgewinnen. Natürlich will ich damit nicht wieder die „Spaßbremse“ sein, wie man es von der Kirche gemeinhin erwartet. Doch es fällt mir schwer, das alles mit dem Ruf nach Ruhe, Besinnung, Orientierung und Neuausrichtung zusammenzubringen, der ja in diesen Tagen nicht nur aus der Kirche kommt.

Niemand will der vorweihnachtlichen Zeit ihren Charme, ihren Duft und ihren erinnerungsschwangeren Glanz nehmen. Auch die Kirche kennt neben dem strengen Johannes dem Täufer, dem Rufer in der Wüste, viel schönes Brauchtum zur Vorfreude. Aber hier werden vier Wochen vermarktet, die am Ende auf ein ziemlich katerhaftes, müdes Weihnachtsfest zulaufen. Auch das erlebe ich in den weihnachtlichen Nächten in der Mitte der Stadt.

Es ist offensichtlich so, dass alles, was einmal in Ruhe und Beschaulichkeit anfing, durch Vermarktung und Vermassung diesen Charakter verliert. Ich bin davon überzeugt, dass irgendwann viele doch wieder den Rückzug suchen in eine Welt des wahren Lichts, der hoffnungsfrohen Lieder, der echten Worte und der wirklichen liebenden Zuwendung, sodass jemand ankommen kann, der uns auch in diesem Chaos sucht: der menschgewordene Gott selbst.

Noch einen gesegneten Advent!

Seele wärmen

Mittwoch, 14. Dezember 2011 von Jodi

Es gibt wirklich einige Menschen, die behaupten, die Küste sei im Winter nicht schön sondern einsam, karg und kalt. Ähm, ja, das stimmt. Aber schön ist es trotzdem!

Sobald der letzte Gast im Herbst die Insel verlässt, werden die Bürgersteige hochgeklappt, die Fährverbindungen minimiert (Sie wollen nach 14 Uhr die Insel verlassen? Da gibt es zwei Möglichkeiten: schwimmen oder beamen) und die Gastronomie verrammelt ihre Läden. Ja, es ist einsam.

Das üppige Grün unserer Dünen, das Bunte der Beerenbüsche und das Singen der Vögel in der Luft (selbst die Möwen schweigen, sind bestimmt heiser vom Sommer) sind auch verschwunden. Bestimmt haben sie auch die letzte Fähre genommen. Ja, es ist karg.

ABER kalt ist es nicht! Und damit meine ich nicht die 5 °C da draußen.

Ich liebe diese Zeit. Ich liebe meine stundenlangen Spaziergänge am Strand, Sturm und Wetter trotzend, die Weite genießend.

Wenn man durchgefroren zurück ins Dorf kommt und hinter den Fenstern die Lichter der Adventskerzen sieht, wenn Du bei Deinen Freunden anklopfst, sie Dir aufmachen und sagen „Och, die Jodi. Kumm binnen, dei Tee is grad klar, drinkst een Koopje mit?“ (kleine Übersetzung: „Schön dich zu sehen Jodi, komm rein, ich habe Tee auf dem Feuer. Trinkst Du eine Tasse mit?“ – der Ostfriese an sich sagt mit wenigen Worten viel). Dann ist es nicht einsam, dann ist es nicht kalt.

Bei einer Tasse Tee sitzen, das heißt bei uns: die Seele wärmen.

Verzeihen Sie mir den Bogen, aber ich denke jetzt oft an Bethlehem, an den kalten Stall. Damals, als die Liebe auch schon die Seelen wärmte.

Türchen öffnen

Freitag, 09. Dezember 2011 von bea

Ein schöner Brauch im Advent ist das tägliche Öffnen eines Adventskalenders. Nicht nur Kinder finden es spannend, sich jeden Tag mit einer Süßigkeit oder einem anregenden Impuls überraschen zu lassen – und gleichzeitig das Warten auf Weihnachten bewusster zu gestalten.

Schaut doch mal in den Adventskalender auf der Homepage des Bistums Osnabrück rein! An einigen Tagen haben Kinder unserer Kindertagesstätte bei einem Ratespiel mitgewirkt. Sie hatten die Aufgabe, adventliche Begriffe zu umschreiben, die dann geraten werden müssen.

Für vier bis fünfjährige Kinder eine große Herausforderung, denn die Beiträge wurden schon Anfang November aufgenommen. In einer Zeit, in der diese Dinge in der Lebenswelt der Kinder noch gar nicht so präsent waren. Themen waren da St. Martin, Laterne laufen, Wind und Herbstlaub. Die Erklärungen beruhen also auf Erlebnisse, die für sie fast ein Jahr zurückliegen. Um so überraschter bin ich über die Ergebnisse.

Also, es lohnt sich, dort mal ein Türchen zu öffnen. Ihr bekommt viele schöne Impulse für die Adventszeit – und vielleicht auch noch einen Preis für einen geratenen Gegenstand.

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