Ich lerne gerade ein neues Gefühl kennen: Heim(at)weh. Nicht, das es hier nicht schön ist: 40°C, Surfer-Strand direkt vor der Tür und eine lockere Stimmung im Camp. Das Camp. Mhm. Vielleicht liegt es ja an mir und diesem Camp. Wie sie wissen, ist das hier eine Surfer-WG auf Zeit, im besten wie im schlechten Sinne. Ja, eine richtige WG mit EINEM Schlafraum und 20 Matratzen, ZWEI Toiletten und einer Küche, die ich außer mit meinen Mitbewohnern noch mit verschiedenen Klein- und Kleinsttieren teile – einige habe ich noch nie vorher gesehen und ich hätte auch gerne darauf verzichtet.
Verbuche ich unter Dehnübungen für meinen Horizont. Allerdings merke ich, dass mit steigendem Alter kontinuierlich die Bereitschaft sinkt, mein Kopfkissen mit einem lieben aber fremden Hund zu teilen oder mich neben einem Ameisen-Nest zu betten. Nein, daran kann es nicht liegen, denn ich lächle, während ich dies schreibe.
Heimweh hatte ich mir noch nie erlaubt. Dachte, das wäre ein Gefühl für spießige Stubenhocker. Jetzt merke ich, es sind die Menschen an die man denkt, die an einen denken. Mein Nest, in das ich nach jedem Ausflug zurückfliege und die Menschen, die mich mit offenen Armen immer wieder aufnehmen. Glücklich ist, wer Heim@weh (ich liebe Wortspiele) hat, denn er hat ein Heim. Die Wise-Guys haben dazu einem wunderschönen Song geschrieben: Am Ende des Tages.
Ich wünsche Ihnen von Herzen auch eine Schatztruhe.
Ja, da habe ich Ihnen großspurig Tipps für einen entspannten Urlaub gegeben und falle selbst in Stressfalle!
Aber der Reihe nach: wie Sie sich denken können, bin ich nicht der Club-Urlauber. Nach einer spannenden Fahrt (etwas Spanisch könnte von Vorteil sein) bin ich abends in La Pared gelandet. Hier im Surfcamp (eine bunte WG mit zehn noch bunteren Surfern) wollte ich im Kurs Surfen lernen.
Am ersten Tag – niente, am zweiten Tag, außer paddeln wie ein Hund, nichts. Ich war total gestresst und wie besessen. Habe das Camp nicht verlassen und nur ans Surfen bzw. Nicht-surfen gedacht. Am dritten war ich die einzige, die immer noch auf Anfänger-Level war und dazu völlig erschöpft und mit zitterende Muskeln
Total deprimiert saß ich abends im Camp und dachte: super, ich bin eine Talentfrei-Zone. Meine engen Grenzen. Meine engen Grenzen? Da fiel mir ein Lied ein: “Meine engen Grenzen bringe ich vor Dich, wandle sie in Weite, Herr erbarme Dich.”
Am nächsten Tag fiel der Kurs aus und stattdessen fuhr ich los. Land und Leute kennen lernen. Ich merkte wie mein Stress abfiel und ich genoss. Es gibt mehr, als etwas auf Krampf im Urlaub zu suchen. Perfekt surfen kann ich immer noch nicht. Aber ich bin schon zwei Mal auf dem Brett gestanden. Meine Weite sieht halt anders aus. Und ein guter Freund postete mir: “Einige haben Talent, na ja… und andere werden Stolz sein auf das, was sie erreichen werden …!”
Regelmäßig besuchen Kinder unserer Kindertagesstätte die benachbarte Tagespflege, um persönliche Kontakte zu knüpfen, sensibel für ältere Menschen zu werden, “alt” und “jung” wahrzunehmen und diese als Bereicherung zu erleben. Der letzte Besuch bei den Senioren stand unter dem Motto: Der Herbst ist da!
Zunächst hatten die Kinder die Aufgabe, den Senioren Kastanien in die Hände zu legen. Vorsichtig wurde dabei die stachelige Hülle betastet. Dann haben alle mit Igelbällen, die den stacheligen Hüllen der Kastanie sehr ähnlich sind, ihren Körper abgerollt. Anhand einer Geschichte über einen kleinen Igel haben sich die Kinder ihre Füße und die Senioren ihre Arme abgerollt. Die Geschichte endete mit einem Lied, was groß und klein zusammen richtig laut geschmettert haben.
Ganz bewegend war für einige der Abschluss des Bewegungsspiels “Die Blätter fallen”, denn dabei haben die Kinder mit ihren Händen die Hände der Senioren gewärmt. Das war schööööön.

12:40 Auf dem Rollfeld: Auf geht’s: Ossi-Jodis erster Flug:
13:05 Oben! Keine Ohrenschmerzen, keine Druckprobleme auch ohne Bonbon und Kaugummi (WO habe ich die eigentlich?)
13:25 Sogar das Bordessen schmeckt!
13:30 Wahnsinn diese Sicht – ich sitze am Fenster.
Sehr nette Mitreisende neben mir, vor mir, naja, da tut mir der Sohn leid, hoffentlich hat er Kopfhörer dabei.
13:45 Beinfreiheit????
13:55 Entweder wachsen meine Füße oder meine Schuhe schrumpfen, beide Möglichkeiten finde ich nicht beruhigend.
14:05 Wahnsinn, über den Wolken zu fliegen!
Dauerginsen
14:28 DURST
14:30 Gut, dass ich auf meine Mutter gehört und meine Stützstrümpfe angezogen habe – Töchter hört auf eure Mütter.
14:45 Meine Haare liegen mistig und wie lange darf man eigentlich auf der Bordtoilette bleiben?
15:03 LUFT, ich brauche LUFT
15:23 wusste gar nicht, dass einem die körpereigene Sitzfläche einschlafen kann.
15:38 VENENPUMPE – auf und nieder mit den Füßchen…
15: 47 Papa Bär, wann sind wir endlich da???
15:52 Auf welcher Höhe fliegen eigentlich die Engel? Die könnten mich doch per Anhalter mitnehmen??
16:05 Höhenluft macht kreativ.
16:08 Egal, ICH WILL HIER RAUS
16:45 GELANDET!!!!! Und jederzeit wieder. Fliegen macht Spaß, ich hoffe meinen Mitreisenden auch…
16:51 Please where can I get the bus to Costa Calma, and where can I find there a Taxi to La Pared? Ich hätte besser spanisch lernen sollen. Aber ich liebe ja Abenteuer…
Die Koffer sind gepackt, die Reise kann losgehen: Mexiko und Honduras sind das Ziel. Nicht Urlaub, sondern Erweiterung des pastoralen Horizonts, gerade dort, wo wir lernen können, auch in unseren Breiten auf neue Art Kirche zu sein im Zusammenspiel vieler Begabungen von Getauften, Gefirmten, Beauftragten, Gesendeten und Geweihten, die gemeinsam Kirche im Heute für Morgen bauen wollen.
Nach der Begegnung mit zwei Bischöfen aus Honduras im vergangenen Jahr möchte ich nun persönlich wahrnehmen, wie Kirche sich dort einstellt auf die Situation der Gesellschaft und die sozialen Entwicklungen. Es waren zwei sehr unterschiedliche Bischofspersönlichkeiten, die ich seinerzeit kennenlernte, aber doch eins in dem Willen, zukunftsfähige Kirche zu gestalten, Verantwortung mit vielen zu teilen, die dafür vorbereitet, begleitet und beauftragt sind. Ich freue mich auf die Erfahrungen mit diesen hoch engagierten und kompetenten Menschen.
Ein solcher Austausch wirkt sich auf die Atmosphäre hierzulande und auf unseren Weitblick aus und anerkennt das Wert-volle, das Menschen auf allen Kontinenten einbringen können. Ich hoffe, mich durch den langen Flug noch tiefer auf die Begegnungen vorbereiten zu können.
Ein fernöstliches Sprichwort steht über unserer Erkundungsreise: „Wer sein Haus verlässt und nach Wissen sucht, der wandert auf Gottes Pfaden, und wer reist, um Wissen zu finden, dem wird Gott das Paradies zeigen.“ Ich bin gespannt.
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