Ich lerne gerade ein neues Gefühl kennen: Heim(at)weh. Nicht, das es hier nicht schön ist: 40°C, Surfer-Strand direkt vor der Tür und eine lockere Stimmung im Camp. Das Camp. Mhm. Vielleicht liegt es ja an mir und diesem Camp. Wie sie wissen, ist das hier eine Surfer-WG auf Zeit, im besten wie im schlechten Sinne. Ja, eine richtige WG mit EINEM Schlafraum und 20 Matratzen, ZWEI Toiletten und einer Küche, die ich außer mit meinen Mitbewohnern noch mit verschiedenen Klein- und Kleinsttieren teile – einige habe ich noch nie vorher gesehen und ich hätte auch gerne darauf verzichtet.
Verbuche ich unter Dehnübungen für meinen Horizont. Allerdings merke ich, dass mit steigendem Alter kontinuierlich die Bereitschaft sinkt, mein Kopfkissen mit einem lieben aber fremden Hund zu teilen oder mich neben einem Ameisen-Nest zu betten. Nein, daran kann es nicht liegen, denn ich lächle, während ich dies schreibe.
Heimweh hatte ich mir noch nie erlaubt. Dachte, das wäre ein Gefühl für spießige Stubenhocker. Jetzt merke ich, es sind die Menschen an die man denkt, die an einen denken. Mein Nest, in das ich nach jedem Ausflug zurückfliege und die Menschen, die mich mit offenen Armen immer wieder aufnehmen. Glücklich ist, wer Heim@weh (ich liebe Wortspiele) hat, denn er hat ein Heim. Die Wise-Guys haben dazu einem wunderschönen Song geschrieben: Am Ende des Tages.
Ich wünsche Ihnen von Herzen auch eine Schatztruhe.
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