Vor fast genau zwei Jahren fing alles für mich an. Info-Tag, Bewerbung, Auswahlwocheende … und nun sollte es vorerst das letzte Seminar für meinen Freiwilligendienst sein.
Seit zwei Monaten bin ich nun schon wieder in Deutschland und komme Tag für Tag einen Schritt mehr in Deutschland an. Gefühlsmäßig ein ziemliches Wirrwar, jedoch merke ich auch, dass ich nicht mehr ganz der Stephan bin, der sich vor zwei Jahren beim Bistum beworben hatte.
Angefangen mit einem lockeren Sektempfang und großer Wiedersehensfreude, wurde heute nocheinmal in Rulle ein Abschiedsgottesdienst gefeiert.
Thematisch wurde auf dem Seminar natürlich fast ausschließlich über unser Jahr gesprochen. Über die Erlebnisse aber viel mehr auch über unsere Beziehung zu besonderen Menschen, das Verhalten bei Problem oder das Darstellen eigener Situation in denen wir an unsere Grenzen gestoßen sind. Sehr intensiv, aber für mich noch sehr viel hilfreicher. Die Stimmung war die ganze Woche über einfach super und die Gruppe ist nocheinmal total zusammen geschweißt worden. Alleine die Gespräche sollten als bleibende Erinnerung bleiben, jedoch durften wir auch noch Kaffee-Tassen persönlich für einen Mitfreiwilligen bemalen und sie während des Messe überreichen.
Da ich nun ab Morgen erst einmal in den Urlaub fahren werde, noch kurz etwas zu den Fotos und einen richtigen Abschlussbericht gibt es dann mitte September.
Neben den zwei Gruppenfotos mit vielen Kleidungsstücken aus verschiedenen Ländern sind noch zwei aus dem Gottesdienst angehängt. Zum einen die Gruppe aktiv am Singen zum anderen ich, mit meinem Lungi (indischer Wickelrock) während ich meine verzierte Tasse verschenke.
In diesem Sinne erstmal Urlaub
Liebe Grüße Stephan
Fotos von Ottmar -> Eine Kuh für Marx
Millionen junge Menschen verlassen Madrid. Sie nehmen die Erinnerung mit an intensive Begegnungen und Gottesdienste in den Katechesen. Ebenso die starken Bilder des großen Kreuzwegs aus spanischer Tradition mit jungen Leuten, die heute Kreuze zu tragen haben in aller Welt. In Erinnerung bleiben die großen Begegnungen mit dem Papst ebenso wie die tausend kleinen Begebenheiten in der Hitze des Weltjugendtags (nie unter 35 Grad), wo man sich gegenseitig beistand und Probleme gemeinsam löste. Der überraschende Regen bei der Vigilfeier am Samstagabend war fast eine Gnade des Himmels. – Große Strapazen also, aber dennoch viele fröhliche Gesichter und herzliche Verabschiedungen!
Was am Ende bleibt, ist wenig messbar und zählbar. Aber sicher bleibt eine Wirkung, die weit über die Dauer des WJT hinausgeht: neue Ermutigung im Glauben und viele positive Bilder weltweiter, bunter, junger Kirche. Sicher bleiben auch Unsicherheiten und die Erfahrung der Spannung zwischen einem solchen Großereignis und dem oft gar nicht so leichten Alltag in Kirche und Gesellschaft.
Die Begegnungen mit den jungen Leuten in den Katechesen haben mir neu gezeigt, wie hörbereit, gesprächsfähig und mit welch nüchterner Leidenschaft sich junge Menschen einlassen, wenn sie ernstgenommen werden in ihrem Fragen und Suchen.
Das Ineinander von Großereignis, persönlicher Begegnung und Freundschaft, die Glaubenserfahrungen unterwegs und das Durchstehen einer herausfordernden Woche machen die Wirksamkeit solcher Tage aus, zumal vor Madrid schon die Begegnungen in der Diözese Barcelona und die dort erfahrende Gastfreundschaft eine wirkliche Bereicherung war. Besonders dankbar bin ich für das Engagement der Begleiterinnen und Begleiter, die in der Jugendarbeit alle Strapazen teilen und dazu noch sehr hohe Verantwortung wahrnehmen.
Freilich: Niemand kann allein von solchen Events leben. Dennoch kommen junge Menschen dadurch in Glauben und Leben, aber auch in Kirche und Gesellschaft ,aus sich heraus‘ (e-vent). Und das ist gut!
Heute hatten wir die letzte große Etappe vor uns: den 4,5 km langen Pilgerweg zum Flughafenplatz Cuatro Vientos und das in der Siesta-Zeit.
Nach einem kurzen Gottesdienst ging es dann auch schon los. Allerdings blieben einige als zweite Gruppe zurück, um abends nachzukommen. Leider wurden sie später nicht mehr auf das Gelände gelassen. Wir zogen aber los und waren wegen unseres ganzen Gepäcks, das wir selbstverständlich auch transportieren mussten, über jede mögliche Abkühlung höchst erfreut. Was kann es Schöneres geben, als eine Dusche aus dem Feuerwehrschlauch oder ein nasses Handtuch auf dem Kopf?!
Nach 4 Stunden sind wir endlich angekommen und fanden nach einiger Suche auch noch genug Platz für alle.
Nun hieß es warten, warten, warten….denn der Papst ließ sich noch etwas Zeit. Einige Leute hatten wirklich sehr mit dem Wetter zu kämpfen, da es leider nirgendwo Schatten gab.
Als der Papst abends den Platz erreichte, zogen auch prompt Wolken auf und mitten in der Vigil fing es auf einmal an zu Gewittern, weshalb sie abgebrochen werden musste.
Jetzt sah man nur noch alle Menschen unter ihrem Regenschirm verschwinden. Zum Glück war bald das Schlimmste überstanden und dank des schönen, warmen Windes, waren die Sachen auch schnell wieder trocken und die Vigil wurde fortgesetzt.
Danach konnten wir gut und auch fast ohne weiteren Regen schlafen.
Am nächsten Morgen war auch nicht an langes Schlafen zu denken, da wir um 7 Uhr von Lautsprechern geweckt wurden. Gott sei Dank war noch alles trocken.
Jetzt hieß es wieder warten und Wege frei machen für den Papst, der eigentlich über das ganze Gelände fahren sollte, was aber leider unmöglich war.
Der Abschlussgottesdienst, diesmal bei strahlendem Sonnenschein, war sehr schön, nur konnten wir leider nicht alles mitbekommen.
Danach sind wir noch ein bisschen geblieben, um die großen Massen gehen zu lassen, und erst da hat man gesehen, wie viel Müll überall herumlag.
Der Rückweg war deutlich entspannter als der Hinweg und nach knapp 3 Stunden sind wir wieder gut an unserer Turnhalle angekommen, wo wir wieder auf die Zurückgebliebenen trafen.
Jetzt freuen wir uns erstmal auf eine schöne kalte Dusche! Dann heißt es Koffer packen und morgen startet dann die Heimreise.
Katharina und Lea aus Hollage und Belm
Nach einem zaghaften Aufstehen und einer kalten Dusche gab es das etwas dürftige Frühstück.
Um 9 Uhr musste der Rucksack mit viel Wasser und Chips gepackt sein und los ging´s! Heute sind wir ausnahmsweise pünktlich in der Kirche angekommen, wo die Katechese stattfand.
Die Katechese hat heute unser Bischof Dr. Franz-Josef Bode geleitet. Um uns Pilgern ein Beispiel für Glaubenszeugen zu geben, erzählt er von einigen seiner Vorbilder. Dazu zählen neben den Aposteln Thomas und Petrus auch die Päpste Johannes XXIII. und Johannes Paul II.
Zum Dank für seine ansprechende Katechese erhielt er den Pilgerrucksack. Im Gegenzug revanchierte er sich mit Eis für alle. Abschließend haben wir ein Foto mit ihm gemacht.
Nach einem ausgiebigen Mittagessen, haben wir einen langen Marsch durch die ganze Stadt gemacht. Die Sonne brannte. Doch mit unserem Fächer und kühlen Getränke haben wir auch diesen Tag überlebt. Wir haben ein schattiges Plätzchen gefunden, um uns den Kreuzweg auf der Leinwand anzuschauen. Da alles auf Spanisch erzählt wurde, holten wir unsere Radios raus und stellten die passende Frequenz für die deutsche Übersetzung ein.
Unser Tag endete mit einem ausgiebigen Abendessen. Morgen geht es dann zu Fuß auf das Abschlussgelände, wo wir morgen die Vigil feiern und am Sonntag den Abschlussgottesdienst. Wir sind gespannt, was uns dort erwartet.
Anika und Alisa aus Herzlake
Während unserer heutigen Katechese mit Weihbischof Franz Lackner aus Österreich, machte sich ein Gerücht breit: Der Papst kommt an unserer Kirche vorbei! Viele versetzte diese Gedanke in Aufregung und einige fragten immer wieder, wo und wie sie den Papst sehen könnten. Schnell wurde klar: Der Papst wird nur auf einer 100m entfernten Schnellstraße vom Flughafen in die Innenstadt an uns ´”vorbeirauschen”. Wer also den Papst sehen wollte, musste am Abend in die Innenstadt fahren.
Die Katechese und der Gottesdienst mit Weihbischof Lackner kamen bei den Jugendlichen und den Begleitern gut an. Lackner erzählte sehr offen von seinem Leben und seinem Glauben und machte deutlich, dass die meisten Wege seines Lebens “Umwege” gewesen seien. Er lud die Jugendlichen ein: “Gebt Gott in eurem Leben eine Chance!” Und er machte deutlich, dass “Christsein” ein lebenslanger Auftrag ist. Er ermutigte die jungen Leute als Christen zu leben, denn nur nichts gegen Gottzu haben sei zu wenig.
Am Nachmittag rückte die Willkommensfeier für Papst Benedikt XVI. in den Blick. Was wir nach den sicherheitstechnischen Pannen beim Eröffnungsgottesdienst gemerkt haben: Die Sicherheitsvorkehrungen sind enorm! Über Mail und Handy haben wir hier schon mitbekommen, dass sich viele Daheimgebliebene und Eltern in Deutschland Sorgen machen. Wir bekommen die Demonstrationen gegen den Papstbesuch zwar mit und haben auch etwas von der Vereitlung eines Anschlags gehört, aber all das spielt hier eigentlich nur am Rande eine Rolle. Weiterhin überwiegen die positiven Erfahrungen von internationaler Weltkirche, von Gemeinschaft im Glauben.
Natürlich sind wir bei allem, was wir planen und an Programm gestalten auf positive Erfahrungen und einen reibungslosen Ablauf bedacht. Das ist bei der spanischen Organisation nicht immer einfach. Aber wir geben unser Bestes! Wir sind gespannt, was die kommenden Tage so bringen und freuen uns auf ein gutes, abschließendes Wochenende des Weltjugendtags in Madrid.
Christian Adolf, WJT-Leitungsteam
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