Die Temperaturen steigen allmählich auf “sommerliche” 40-45°C. Über den Regen freut man sich mehr, als über einen wolkenlosen Himmel. Was tun? Ausbrechen in den Himalaya! Vom 29. April bis zum 8. Mai besuchte ich die “Andere” aus dem Bistum: Valerie in Kalimpong.
Los ging es am 28. mit dem Schlafzug über Nacht nach Siliguri. So als Ostfriese dachte ich schon, dass der “Susunia Pahar” bei mir um die Ecke groß und hoch ist. Nun ja. Ausgestiegen aus dem Zug und erstmal nach Bergen geschaut. Fehlanzeige. So ging es erstmal zu einem Busstand. Ich war auch noch erstaunt, dass ich mit meinem Bengali noch sehr weit kam. Ich dachte, ehrlicherweise ich steige aus und bin direkt in den Bergen und verstehe kein Wort des Nepali.
Mit dem Bus ging es dann auch endlich in die Berge. 2 1/ 2 Stunden fuhr ich durch eine atemberaubende Landschaft bergauf. Vorbei an Affenrudel oder Baustellen von Staudämmen bis ich auf ~ 1100 Meter zum Gandhi Music School Ashram kam, indem Valerie arbeitet.
Das Gandhi Ashram gibt den Kindern nicht nur die Chance auf eine fundierte Schulbindung, sondern ermöglicht auch das erlernen von Musikinstrumenten. Momentan können die Schüler Violine, Cello, Flöte oder Klavier lernen, wobei vorwiegend die Violine.
Kleinigkeit gegessen, Dusche und los ging es mit zwei Schülerinnen zum Haus und Tempelbesuch.
Verständigungsprobleme gab es jedoch so gut wie keine, denn Englisch genießt im Gandhi Ashram eine weitaus größere Priorität als in anderen Schulen. Die Kids lernen schon ab der ersten Klasse Englisch und ab der dritten Klasse darf nur noch Englisch gesprochen werden. Ziemlich strikte Regel, welche jedoch auch ihren Erfolg haben. So können die meisten neben der Muttersprache auch Englisch Lesen und Schreiben.
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Als katholische Kindertagesstätte beten wir regelmäßig mit den Kindern. Wir danken für das Essen, die Gemeinschaft, die Schöpfung oder tragen Gott unsere Bitten vor. Dabei wechseln sich frei gesprochene Gebete mit vorgelesenen oder auswendig gesprochenen Texten ab. Kinder sind sehr unmittelbar in ihren Äußerungen beim freien Gebet, haben aber auch Spaß an verfassten Gebeten, besonders wenn sich sie sich reimen. Im Kontakt mit den Eltern nehmen wir wahr, dass viele Erwachsene Schwierigkeiten haben, oder auf der Suche nach zeitgemäßen Texten oder Worten sind, von denen sie sich angesprochen fühlen.
Wir haben das zum Thema gemacht und persönliche Erfahrungen ausgetauscht und uns über das Beten im Christentum und im Islam informiert. Da viele muslimische Kinder die Einrichtung besuchen, sind wir häufig mit Kindern, Eltern und im Team über interreligiöse Fragen im Gespräch. Zum Thema Beten sind viele Fragen aufgekommen, da Kinder oft den Wunsch nach gemeinsamen Handeln haben:
- Ist ein gemeinsames Gebet von Christen und Muslimen möglich?
- Können wir mit den Kindern gemeinsam beten?
- Glauben wir nicht alle an den einen Gott, der alles erschaffen hat?
- Was ist mit Respekt und Toleranz der anderen Religion gegenüber?
- Gibt es Texte, die für beide Religionen anschlussfähig sind?
- Was ist unumgänglich, was geht trotzdem oder wo können wir uns begegnen?
Wir sind auf der Suche nach Antworten und haben darüber ein Projekt entwickelt. Es gibt einen wirklich spannenden Austausch über das Beten! In meinen nächsten Blogposts möchte ich ein wenig mehr von diesem Projekt erzählen – und freue mich immer über Kommentare und Anregungen zum Thema. Nächste Woche an dieser Stelle mehr dazu…
„Liebet eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne (Kinder) eures Vaters im Himmel werdet.“ (Mt 5,44-45)
Diese Forderung Jesu ist mir schon immer besonders schwer gefallen. Ich finde es schon herausfordernd genug, meinen Nächsten zu lieben wie mich selbst. Aber meine Feinde?
Gefühlsmäßig komme ich hier an meine Grenzen.
Deshalb kann ich bis zu einem gewissen Grad auch verstehen, wenn es Menschen gibt, die sich über den Tod von Osama bin Laden freuen. Vor allem kann ich die nachvollziehen, deren Freunde und Verwandten zu Schaden oder zu Tode gekommen sind durch den Terrorismus, der mit bin Laden verbunden ist.
Aber was heißt es, wenn sich hohe Repräsentanten eines Staates über den Tod ihres Feindes freuen?
Die Reaktion meines dreizehnjährigen Sohnes auf die Radionachricht von der Freude der Kanzlerin war für mich sehr interessant. „Papa, darf man das als Kanzlerin sagen?“ Die Frage meinte er nicht moralisch, sondern interessanterweise politisch und daran bin ich hängen geblieben. Ist da nicht wirklich etwas dran? Natürlich kennt wohl jeder und jede von uns Rachegefühle, Hass, Zorn etc. Aber politisch unterscheiden sich Gesellschaften an der Frage, wie damit öffentlich und rechtlich umgegangen wird.
Es macht mich sehr nachdenklich, wenn der Terrorismus uns dazu bringt, dass wir „uns“ als Staat oder Gesellschaft über den Tod unserer Feinde freuen. Und in diesem Fall steht die Kanzlerin nun mal für diesen Staat.
Mag sein, dass das Gebot der Feindesliebe überfordert. Aber ein rechtstaatliches Verfahren, die Würde als Mensch, auch die Würde als Toter steht in meinen Augen auch den Feinden zu. Ein nüchternes und gleiches Recht für alle hält die Freiheit offen, mich nicht den Spielregeln von Hass und Vergeltung meiner Feinde auszuliefern.
Diese Freiheit der Kinder Gottes wünsche ich mir!
Früher gab es zwei Möglichkeiten, den ersten Mai zu verbringen – die Variante der Arbeiterbewegung mit Kundgebung, Fahnen, Forderungen und die katholische Variante mit Mai-Altar und Marienverehrung.
Beides gibt es noch, aber was wir an diesem Wochenende erlebt haben, ist wohl ein gutes Beispiel dafür, was Soziologen mit Pluralisierung und Eventisierung meinen.
Die große Aufmerksamkeit hatten definitiv die “Traumhochzeit” in London, die Meisterschaft in Dortmund und die Seligsprechung von Papst Johannes Paul II in Rom. Ich habe mich gefragt, was das zu bedeuten hat und was diese “Events” gemeinsam haben.
Vielleicht geht es immer um Sehnsucht und Sieg.
Bei der Hochzeit geht es um die Sehnsucht nach heiler, schöner, königlicher Welt, in der Liebe und Treue siegen.
Bei der Meisterschaft geht es um die Sehnsucht, dass sich Leistung, Kreativität, Spielwitz und Teamgeist durchsetzen.
Die Seligsprechung feiert die Sehnsucht und die Hoffnung, dass Krankheit und Tod nicht den Sieg davon tragen, sondern Heilung und Leben.
Und weil das die großen Themen Glaube, Hoffnung und Liebe sind, brauchen sie die große Inszenierung.
Sowohl die Royals, als auch die katholische Kirche sind auf dem Gebiet richtig stark. Na ja, und Fußball ist eben Fußball. Wobei auch hier Anleihen bei den alten, kirchlichen Traditionen und Symbolen zu beobachten sind. Wenn Meisterschaftsschalen oder Pokale in die Höhe gereckt werden, erinnert mich das schon auch an die Elevation.
Arme Arbeiterbewegung! Gegen solche emotional hoch aufgeladenen Events und die noch gar nicht erwähnte Volksbewegung der Bollerwagenprozession dürfte es auf Dauer schwer werden.
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