Wer hätte das gedacht? Wenige Monate nach dem Ausstieg aus dem Ausstieg, eine Atomkatastrophe in Japan und zwei verlorene Landtagswahlen später sind sich die politischen Lager in Deutschland in Sachen Energie so nah wie noch nie. Die Umstände, die zu diesem sich abzeichnenden Konsens geführt haben, sind vielleicht verrückt, aber das Ergebnis dennoch bemerkenswert. Das erinnert mich an die Redeweise: Gott schreibt auch auf krummen Linien gerade.
Oder überhöht das jetzt die Fragestellung? Man muss ja schon aufpassen, dass aus energiepolitischen Entscheidungen keine quasireligiösen Auseinandersetzungen werden. Aber genau das finde ich an dem Zustandekommen des Ausstiegsszenarios interessant. Die Regierung fragt einen Ethik-Rat, den sie bunt zusammensetzt aus Fachleuten und Vertreterinnen gesellschaftlicher Gruppen. Diesen Leuten kann man unterstellen, dass sie nicht nach eigenen Interessen oder kurzfristigen Vorteilen schielen, sondern tatsächlich nach einer tragfähigen Lösung suchen.
Hier hat die Kirche ihren guten Platz und wie ich finde auch etwas zu sagen. Kardinal Marx hat die kirchliche Position eingebracht und konnte sich zum Beispiel auf gut aufbereitete ethische Positionen beziehen, wie sie vom kirchlichen Forschungsinstitut für Philosophie Hannover erarbeitet wurden. Unter http://www.fiph.de findet man zum Beispiel die Publikation „Kirche, Kernenergie, Klimawandel“.
Die Idee eines Ethik-Rates finde ich einfach gut. Entscheidungen müssen natürlich von denen getroffen werden, die vom Volk hierfür ein Mandat haben. Aber bei den gesellschaftlichen „Big Points“ brauchen wir einfach tragfähige Entscheidungen, die unabhängig von Legislaturperioden Bestand haben können. Solche „Big Points“ wären für mich der Klimawandel, die Gesundheitspolitik, die Zuwanderungsfrage und wohl auch die Frage von Bundeswehreinsätzen.
Ach ja: Wer seinen privaten Ausstieg aus der Atomenergie und gleichzeitig den Ausbau erneuerbarer Energien betreiben will, kann das überraschend einfach tun. Finanziell ist das keine große Belastung. Für meinen 5-Personen-Haushalt handelt es sich um 5 € im Monat Mehraufwand. Vergleicht einfach unter http://www.verivox.de und sucht euch das passende Angebot raus.
Wie wahr: „Euch, die ihr unseren Planeten von weitem überfliegt, muss es klar sein, dass wir alle zusammenleben und wie absurd jeder Krieg ist.“ Das sagte jüngst der Papst den Astromauten in der ISS.
Mehr dazu hier: http://www.noz.de/deutschland-und-welt/politik/54362460/benedikt-xvi-ruft-als-erster-papst-im-weltall-an
Zu dieser Erkenntnis kommt man offenbar leichter, wenn man einen „erhöhten Standpunkt“ einnimmt. Die internationale Raumstation ist hierfür ja ein regelrechtes Symbol. Von hier aus ist die Schönheit und auch die Verletzlichkeit des Planeten unmittelbar vor Augen, während gleichzeitig Forscherinnen und Forscher aus vielen Ländern friedlich am gemeinsamen wissenschaftlichen Fortschritt der Menschheit arbeiten.
Auch die Religion könnte einen solchen „erhöhten Standpunkt“ vermitteln – und tut dies sicherlich auch oft. So ist es ja kein Zufall, dass der Papst im ersten Gespräch mit den Astronauten überhaupt u.a. das Thema Frieden aufgreift. Der Papst hat als Oberhaupt einer Weltreligion freilich auch einen ziemlich erhöhten Standpunkt. Aber selbst für den Otto-Normal-Katholiken dürfte es eine friedensförderliche Wirkung haben, wenn er sich klar macht, dass es Katholiken in allen Ländern, Völkern und Kulturen dieser Erde gibt. Eigentlich muss jeder Rassismus und Nationalismus von diesem Standpunkt aus an Plausibilität verlieren.
Ich finde, diese Chance, die vor allem die katholische Kirche als wirkliche Weltkirche hat, müsste viel mehr genutzt und auch betont werden!
Wäre es nicht wunderbar, wenn es einst von uns hieße: „Von den Katholiken ging in besonderem Maße der Frieden, die Solidarität und die Zusammenarbeit aller Völker aus.“?
So wie angekündigt nun das Rezept für Alu Cop (gesprochen Aluu Schop) und Piyaji (gespr. Pijaschi). Alu Cop ist in etwa würzig frittierter Kartoffelbrei. Piyaji ist einfacher und bezeichnet lediglich frittierte Zwiebelstreifen.
Wer etwas Mut hat kann es ja mal probieren.
Die Maßeinheiten zu bekommen war eine Angelegenheit für sich. Ohne Waage sind einige Angaben etwas geschätzt…
Derzeit beschäftigen wir uns in einem Projekt über das Beten mit christlichen und muslimischen Kindern. In meinem letzten Blogeintrag habe ich Fragen vorgestellt, mit denen wir uns gerade auseinandersetzten. Ziemlich bald wurde uns klar, dass es da Schwierigkeiten geben würde. Wenn wir Christen beten, dann ist das immer ein Gebet im Namen Jesu Christi. Wir beten mit Jesus und in seinem Geist zu Gott. Muslime beten anders, und wir wollen da nichts vermengen.
Wir möchten die Kinder aber beim Beten nicht trennen, da sonst viele Abläufe unterbrochen und wichtige Erfahrungsprozesse gestört würden. Andererseits ist uns der Respekt der anderen Religion gegenüber ein hoher Wert. Wie können wir also weitermachen?
Zunächst haben wir Texte und Lieder gesammelt, die sowohl für das Beten mit christlichen als auch muslimischen Kindern geeignet sind. In dieser Materialsammlung geht es häufig um den Dank, die Schöpfung, und um die Gemeinschaft. Unser Ziel ist weiterhin die Kinder zum christlichen Gebet anzuleiten, aber auch das gemeinsame religiöse Lernen von christlichen und muslimischen Kindern zu fördern. Eine gute Anregung haben wir durch die Perlen des Glaubens erhalten, die der evangelische Bischof Martin Lönnebo entwickelt hat. Wir haben ebenfalls eine Perlenkette entwickelt.
Unsere “Perlen für Gott” werden nach und nach mit den Kindern erarbeitet. Anhand der 9 Perlen können Kinder Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihrem Glauben entdecken. Mit jeder Perle sind Rituale, Texte und Lieder verbunden, die für beide Religionen anschlussfähig sind und sogar Erwachsenen Anregungen für das Gebet geben können. Demnächst mehr…
Hallo, ich melde mich nach stressbedingter Pause zurück. Die laute Musik der Maiwoche in Osnabrück dröhnt zu mir herüber. Da fällt es mir nicht ganz leicht, mich zu konzentrieren.
Ein Satz der letzten Tage geht mir nicht aus dem Gedächtnis. Eine Frau erzählte mir von ihrem schwer an Alzheimer erkrankten Vater, dass er sich auf den Tod freue und oft davon spreche. Sein Grund für die Freude: „Das ist ja im Leben die einzige Gelegenheit, Gott Vater persönlich kennenzulernen.“
In diesem verblüffenden Satz stecken gleich mehrere Wahrheiten und Weisheiten auf einmal. Der Tod gehört zum Leben. Es gibt kein Leben ohne die Konfrontation mit dem Tod. Und Tod ist nicht allein einsame Dunkelheit, Abtauchen ins Nichts. Auf die letzte Einsamkeit des Sterbens folgt Begegnung und Erwartet-Sein. Nicht das Leben ist die letzte Gelegenheit, in der man nur ja nichts verpassen darf, weil danach das Nichts folgt, sondern der Tod ist die letzte Gelegenheit und Möglichkeit, in eine Begegnung mit dem zu gelangen, der das Leben geschenkt hat. Tod ist nicht ein Ankommen an einem Ort – Himmel, Fegefeuer, Hölle – sondern Begegnung mit einer Person, die man darin erst richtig kennenlernt. Denn Gott zeigt sich dem Menschen auf ganz neue Weise. Als Gewonnener ist er Himmel, als Verlorener ist er Hölle, als Prüfender ist er Feuer. Aber immer ist es Gott und unsere Beziehung zu ihm, also nicht ein Ort, sondern ein Zustand.
„Du wirst mich kennenlernen“ kann menschlich ein Angebot von Nähe und eine unterschwellige Drohung zugleich sein. „Du wirst mich kennenlernen“ ist von Gott her das Angebot einer Liebe, die uns in der endgültigen Begegnung durchschaut. Wo dieses Durchschauen zur Entlarvung führt, liegt es am Vor-Leben des Menschen selbst. Für jeden, der sich Gott öffnet, ist sein „Gericht“ Aufrichtung und Erlösung.
„Der Tod ist die letzte Gelegenheit, Gott Vater persönlich kennenzulernen.“
Ein tiefsinniger Satz.
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