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Ein Leben in Fülle

Freitag, 29. April 2011 von bibo
Großereignisse und persönliche Begegnungen haben die letzten Tage geprägt. Das Treffen mit 200 Priestern und Diakonen, mit der Niedersächsischen Landesregierung, die Begegnung mit den zahlreichen Teilnehmern an den Osterfeierlichkeiten und vieles andere. Kirche in all ihren Bezügen, in Öffentlichkeit und Groß-Gemeinschaft. Daneben die eher verborgenen Einzelbegegnungen und Gespräche in der Beichte im Dom, in den privaten Besuchen bei Kranken und bei Verwandten zu den Feiertagen; dazwischen die kleinen Kreise bei einer österlichen Tauffeier, in der Familie, in dem Gesang ums Osterfeuer. Und nicht zu vergessen: kleine Auszeiten nur für mich.

Die „Seelsorge“ Jesu wechselt auch immer auf diesen Ebenen: Volk, Jüngerkreis und Einzelbegegnung, Rückzug in Einsamkeit. Wo diese Elemente in guter Balance sind, wird Pastoral (= Hirtendienst) menschlich und trotz der vielen verschiedenen Stimmungen nicht nur erträglich, sondern erfüllend, nicht nur negativer Stress, sondern positive Herausforderung, ein Gefühl von „Leben in Fülle“, Leben in Profilen zwischen Höhen und Tiefen. Ein paar Stunden mit Freunden und Verwandten sind da ein guter Raum, um sich zu erholen in Erinnerung, Erzählung, in Weiterdenken und Weiterhandeln. Ostern soll ja 50 Tage dauern – nicht als Dauerfest, aber als fester Faden im Gewebe des Alltags. Bis bald! ...  » Artikel weiterlesen

Ostern in Indien

Dienstag, 26. April 2011 von stephan
Ostern in Indien hatte nun wirklich, bis auf den Ablauf der Messen, mal wieder ziemlich wenig mit den vorherigen Osterfesten in Deutschland zu tun. Kein Osterhase, keine Ostereier, kein Osterlamm, kein Eiersuchen, keine gewöhnliche Ostersonntagsmesse und und und....

Vorab erstmal die Auflösung des Bilderrätsels.
Erste Reihe von links nach rechts
1. Limone
2. Papaya
3. Mango
Zweite Reihe von links nach rechts
1. Banane
2. Guava
3. Jackfruit
Dritte Reihe von links nach rechts
1. Kokosnuss
2. Cashew-Frucht (Wir kennen nur die die Nüsse aus der Tüte :) )
Die meisten Sachen musste ich aber auch erstmal erfragen, als ich ankam ;-)

So, und jetzt zu Ostern: Wie gesagt gab es keine Ostereier, dafür aber mal wieder eine große Packung Santhal-Kultur, Tänze, Gesänge, Dorftraditionen, bahar parob, Wasserbombenschlacht und jede Menge glückliche und zufriedene Menschen...



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Fruuuchtalarm

Mittwoch, 20. April 2011 von stephan
Mir geht es weiterhin super hier in Indien, aber da ich mich wegen der Hitze und der eifrigen Ostervorbereitungen nicht auch noch für einen ganzen Bericht motivieren kann, gibt es einfach mal ein Bilderrätsel:

Wer kann erahnen, was in unserem Garten wächst und mehr oder weniger reif ist? Einige total einfache Sachen sind dabei - aber auch Befremdliches... Einfach kommentieren!!! :)

P.S. Auflösung nach Ostern und ach ja: der Palmsonntag mit richtigen Palmenblättern war auch nicht schlecht!

P.P.S. Hatte in den letzten Tagen einenrichtig guten Kochkurs mit unserer Köchin. Alu Cop und Pokuri/Piaji kann ich nun machen. Fotos und Rezept gibt es auch nach Ostern. Der letzte Kochtag war es auch noch nicht. Es stehen noch Googni, Singara, Samosa,Mangopickel, Dal und verschiedene Gemüse auf dem Plan. Seeehr gut :-)

Liebe Grüße aus Mirga

Stephan Dada Murmu


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bibo

Weltliches im Heiligen Land

Freitag, 15. April 2011 von bibo
Es ist leider schon einige Zeit her, dass ich mich gemeldet habe. Die Rückkehr von meiner Reise ins Heilige Land bescherte mir einen übervollen Schreibtisch und viele nicht weiter zu schiebende Termine. Meine Mitbringsel sind noch unverschenkt, meine Photos kaum gesichtet. Doch die Erinnerungen sind sehr gegenwärtig: an großartige, berührende Orte, wo die Luft des Evangeliums zu atmen ist, ja wo die Landschaft und die Stätten ein "fünftes Evangelium" sind – nicht geschrieben, nicht zu lesen oder zu hören, sondern zu schauen, zum Erwandern.

Auf der anderen Seite die schier unlösbaren Probleme eines Landes, das mehreren Religionen so heilig ist. Im Land der Bergpredigt fast täglich die Erfahrung des harten Gegenteils! Nein, eine Reise ins Heilige Land ist alles andere als erbaulich; sie lässt einen physisch erfahren, in was für eine Welt Gott hineingeboren ist: in eine Welt voller Gegensätze, Spannungen, Hass, Gewaltbereitschaft, Vergeltung – eine Welt, die auch nach Christus noch auf Erlösung wartet.

Doch dieses Land ist auch ein Stück Heimat für die Religionen, schon allein deshalb, weil kaum ein Tag vergeht, da man unter den Pilgern und Touristen nicht Bekannte trifft. Dieses Mal haben mich zwei Begegnungen besonders gefreut: Im Garten Gethsemani traf ich ein Ehepaar, das ich vor 24 Jahren getraut habe in der Gemeinde, in der ich Pfarrer war. Und vor der Grabeskirche begegnete ich wenig später einem Mann aus meiner Kaplansgemeinde, der vor 35 Jahren noch ein kleiner Junge war, dessen Oma mir aber noch im Gedächtnis ist. Bei ihm war eine Frau von einem Bauernhof, auf dem manche Feier nächtens beim Spiegeleier ...  » Artikel weiterlesen
bea

Ein jeder kann kommen

Mittwoch, 13. April 2011 von bea
Im Rahmen einer Einweihung einer neuen Kindertagesstätte habe ich in der letzten Woche das Lied "Ein jeder kann kommen" gehört. Noch immer klingt in mir der mitreißende Refrain nach:

Alle Großen alle Kleinen,


auch die, die ab und zu mal weinen,


alle Starken, alle Schwachen,


auch die alles dreckig machen,


alle Dummen, alle Schlauen,


auch die ab und zu mal hauen,


alle Doofen alle Netten,


auch die Dünnen und die Fetten:


wer mitmachen will hat bei uns Platz!


...


Etwas polarisierend, diese Auflistung - trotzdem hat mir dieses Lied gefallen. Es sind nicht nur die willkommen, die lachen und fröhlich sind, sondern alle, die dazu kommen möchten. Das sind die vielen unterschiedlichen Menschen. Und dann hat noch jeder einzelne verschiedene Seiten in sich, dazu gehören auch Ecken und Kanten. Kinder können diese sehr gut ausdrücken und uns Erwachsenen mit aller Intensität zeigen. Ich werde dann immer selbst mit meiner eigenen Person konfrontiert. Auch in mir ist nicht immer alles rund:  Wut, Schwächen und sogar Gemeinheiten und Hinterhältigkeiten gehören zu mir. Ich kann diese Eigenschaften besser annehmen, wenn ich mir und den Kindern bewusst werden lasse, dass jeder Mensch von Gott angenommen und geliebt wird - in seiner ganzen Person.


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