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Urlaub und etwas mehr…

Dienstag, 22. Februar 2011 von stephan
Ich weiß, dass es schon etwas überfällig ist – doch besser spät als nie!
Aber zuerst einmal geht es mir echt richtig gut hier und keiner muss sich, trotz im Nachbarashram liegendem Handy und oft fehlender Internetverbindung sorgen zu machen.

Mein Urlaub startete schon im letzten Jahr, denn ich hatte vor, mit meinem Freund Edwin Silvester zu feiern. Wurde auch ein unvergessliches: ohne Knaller, Raketen, gutem Essen etc. habe ich Silvester im Krankenhaus verbracht! Vormittags am 1.1.2011 wurde Edwin Vater eines Sohnes. Ein unglaublich intensives Erlebnis, da die ganze Nacht nicht klar war, was eigentlich passiert und der werdende Vater auch nicht so recht wusste was er glauben, denken oder tun sollte. Bevor sich die Ärzte am Morgen für einen Kaiserschnitt entschieden, redeten wir, tranken Tee und liefen verwirrt durch die Gegend. An Schlaf war nicht zu denken.

Nur einen Tag später bekam ich Besuch von Valerie. Sie ist meine Mitfreiwillige aus dem Bistum Osnabrück und nach zwei Tagen Kolkata-Führung fuhren wir entspannte 36 Stunden mit dem Zug nach Bangalore, wo uns unser Zwischenseminar erwartete. Ich habe echt eine super Gruppe erwischt und die Tage vergingen wie im Flug. Unter den vielen Sachen die wir gemacht haben, möchte ich dann doch eine Veranstaltung/Person hervorheben. Einen Vormittag hatten wir eine "Social-Tour". In dieser Tour durften wir Bangalore, die wahrscheinliche westlichste Stadt Indiens, "hinter den Kulissen" kennenlernen.
Lokesh, ein Freund einer Begleiterin, führte uns durch sein altes Lebensumfeld. Er war Straßenkind und lebte und arbeitete auf einem Gemüsemarkt. Nun studiert er Jura, ist Schauspieler und Künstler. Er hat es mit Hilfe einer NGO geschafft aus dem Sumpf zu kommen. Seine eigene Vergangenheit hat er durch seinen Lebenswandel jedoch nicht vergessen und arbeitet nun aktiv mit der NGO mit den Kindern von der Straße.

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bibo

Danke!

Freitag, 18. Februar 2011 von bibo
Die Achterbahn des Lebens – diesmal ein Höhepunkt, der mich sehr ermutigt und gestärkt hat: mein 60ster Geburtstag. Dass die "Offiziellen" und "Geladenen" sich melden mit wertschätzenden und kraftgebenden Worten, gehört zu einem solchen Tag, wenn jemand öffentlich wirkt.
Aber dass auch viele "Unbekannte", große und kleine, sich melden und sich freuen, dass es mich gibt als Mensch und als Bischof, berührt mich sehr. Menschen aller Generationen, die mich aus ganz verschiedenen Begegnungen und Blickwinkeln kennen, Menschen, von denen ich gar nicht weiß, warum sie an mich denken. In Zeiten, in denen die Briefe und Zuschriften mitunter alles andere als sensibel oder wohlwollend sind und sich die Polarisierungen zuspitzen, sind diese Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung, des Mitdenkens und auch Mitleidens besonders aufrichtend. Ich bin sehr dankbar dafür.

Noch sitze ich vor einer Menge ungelesener Briefe. Auch für sie werde ich mir Zeit nehmen. Zugleich beginnt der Alltag des 61sten Lebensjahres mit allen Herausforderungen. Achterbahn des Lebens – jedoch ermutigter und fester in ihrem Lauf nach diesem Fest.

Übrigens klingen auch noch die weihnachtlichen Wünsche in mir nach, von der Krippe mit dem erneuerten Stroh lebendiger Worte…  Danke! ...  » Artikel weiterlesen
bruno

Der Geist weht, wo er will

Mittwoch, 02. Februar 2011 von bruno
Der Mittelmeerraum ist in Bewegung und ich muss sagen, dass mich die Bilder aus Tunesien und Ägypten ebenfalls bewegen. Da erheben sich Völker, um weitgehend friedlich für ihr Recht und für ihre Freiheit zu streiten.

Zwei Zitate gehen mir seit Tagen durch den Kopf.

Das eine steht in Exodus 3,7: „Der Herr sprach: Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen, und ihre laute Klage über ihre Antreiber habe ich gehört. Ich kenne ihr Leid.“

Das andere stammt von Rudolf Otto aus seinem Werk „Das Heilige“ von 1917. Dort beschreibt er die Zwiespältigkeit, die eine Erfahrung mit dem Heiligen ausmacht. Er spricht vom mysterium fascinosum et tremendum (et augustum). Also ungefähr so wiedergegeben: Wenn ich eine Erfahrung mit dem Heiligen mache, dann ist das faszinierend, aber gleichzeitig auch erschreckend und erhebend.

Es ist schon interessant, dass die Menschen im Nahen Osten diesen Zwiespalt gerade wirklich erleben, auch wenn sie eben nicht mit religiösen Motiven auf die Straßen ziehen.

Es ist auch interessant, dass die Politiker des „Westens“ mit zwiespältigen Gefühlen auf den Nahen Osten schauen, weil die mögliche Zukunft immerhin fantastisch oder schrecklich sein kann.

Hoffen wir, dass es der Heilige Geist ist, der da gerade wirkt, und dass er Sympathisanten findet. Es wäre ja nicht das erste Mal, dass der Heilige Geist in dieser Region Exoduserfahrungen bewirkt. ...  » Artikel weiterlesen
bea

Wahrnehmen im Alltag

Dienstag, 01. Februar 2011 von bea
Viele Eltern haben ein großes Interesse daran, zu erfahren, was ihr Kind in der Kindertagesstätte erlebt hat. Aber wenn sie in der Abholzeit nachfragen, erhalten sie von den Kindern oft nur eine kurze Antwort: "Ich habe gespielt" oder "Weiß ich nicht mehr". Sicherlich hat das etwas mit dem Zeitverständnis der Kleinen und auch mit ihrem Reflexionsvermögen zu tun.

Viel interessanter finde ich jedoch die Beobachtung, dass den Kindern häufig gar nicht mehr wichtig ist, was vor einigen Stunden geschehen ist. Sie leben im Hier und Jetzt. Ein Verweilen in der Vergangenheit oder der Blick in die Zukunft tritt noch nicht so in den Vordergrund. Ganz versunken können sie sich einer Tätigkeit zuwenden. Die Aufmerksamkeit richtet sich auf das, was sie in dem Moment gerade erleben.

Ich bewundere diese Fähigkeit, da ich darin ganz viel Achtsamkeit entdecken kann. Viele Erwachsene leiden heute unter Stress. Achtsamkeit einzuüben kann helfen, aufmerksamer wahrzunehmen, in Beziehungen präsenter zu sein, mehr Freude am Leben zu genießen und Frieden zu entdecken. Nicht zuletzt kann dadurch auch eine Leistungssteigerung erzielt werden. Ein guter Hinweis findet sich auch bei Markus 13,34- 37: Ein Mann, der sein Haus verließ, befahl seinem Türöffner wachsam zu sein.

Es lohnt sich, im Alltag immer mal wieder zu üben, wachsam achtsam mit seinen Tätigkeiten und den Menschen umzugehen und sich auf den Moment zu konzentrieren. Ich kann mir dabei jeden Tag ganz viel von den Kindern abgucken. ...  » Artikel weiterlesen

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