Der Blog des Bistums Osnabrück

Du bist einmalig

Sonntag, 22. Januar 2012 von bea

Dies ist der Titel eines Bilderbuches von Max Lucado – ein Thema, was häufig für Kinder in unterschiedlichen Geschichten aufgearbeitet wird. Du bist einmalig, weil du ein besonderes Lächeln hast, weil du etwas gut kannst, weil du eine warme Stimme hast, andere begeistern kannst… Schließlich kann jeder irgend etwas. Ja, wir sind alle einmalig und liebenswert, aber der Autor bringt hier etwas mit hinein, was uns Gott uns sagt: Du bist einmalig, ohne besondere Voraussetzungen.

Ein Volk von unterschiedlichen Puppen, die von einem Holzschnitzer angefertigt wurden, lebte in einem Städtchen. Sie steckten sich gegenseitig Sterne oder Punkte an. Für schöne Dinge oder besondere Leistungen gab es einen goldenen Stern. Wenn aber die Farbe der Holzpuppen abblätterte, oder ein Missgeschick passierte, wurden graue Punkte verteilt. Punchinello hatte viele graue Punkte. Aber eines Tages lernte er Lucia kennen, die anders war: An ihr blieb kein Aufkleber haften, weder Punkt noch Stern. Punchinello wollte auch nicht mehr, dass ihm irgendwer etwas ansteckte, und so lernte er über Lucia den Holzschnitzer kennen. Er, der Punchinello erschaffen hatte, schaute ihn in seiner Einmaligkeit an und vermittelte ihm ganz sanft: Die Aufkleber haften nur, wenn du es zulässt, wenn sie für dich wichtig sind. Je mehr du meiner Liebe vertraust, desto weniger bedeuten dir die Aufkleber der anderen.

Die Botschaft dieses Kinderbuches ist auch für jeden Erwachsenen eine ermutigende Wahrheit und tief religiös. Du bist in seinen Augen wertvoll. Egal, wie die anderen dich sehen. Die Geschichte mit Bildern von Sergio Martinez ist herzwärmend und regt an, diese Botschaft voller Liebe weiterzugeben.

Nachweihnachtliche Post

Dienstag, 17. Januar 2012 von bibo

Endlich melde ich mich wieder im schon gar nicht mehr so Neuen Jahr. Trotzdem wünsche ich allen noch Gottes reichen Segen für die kommenden Monate. Wer weiß, was sie alles für uns bereithalten?!

In den vergangenen Wochen habe ich mich durch viel Weihnachts- und Neujahrspost gelesen. Über 400 Briefe von Freunden, Bekannten und vielen Gemeinschaften und Institutione. Ich habe mir nie abgewöhnt, all diese Post genau anzuschauen, weil sie mit Liebe und Gewissenhaftigkeit abgeschickt ist und mir zeigt, wie viele mich in meinem Dienst und unsere ganze Kirche mittragen und sich uns verbunden wissen.

Einige Briefe kommen bewusst erst nach Weihnachten, weil die Absender vermeiden wollen, dass sie ,untergehen‘. Einer ist mir besonders aufgefallen. In ihm heißt es:

„,Als die drei Könige, von ihren Gaben entlastet, wieder aus dem Stall traten, hielt Kaspar erschrocken inne. ,Der Stern‘, sagte er. ,Was ist mit ihm?‘ fragte Melchior. ,Er ist weitergezogen‘, sagte Kaspar. ,Hast du jemals einen Stern stillstehen sehen?‘ fragte Balthasar.‘ (Adolf Muschg) – Der Stern ist weitergewandert. Alle Weihnachtsgrüße sind verklungen, und die guten Neujahrswünsche eilen ihrer Erfüllung entgegen. Die Hirten kommen aus dem Staunen heraus und finden sich wieder ein in ihrer Welt. Die drei Könige verharren nicht mehr in der Anbetung, sondern machen sich auf den Heimweg. Und die Mächtigen im Lande tun alles, um ihre Macht zu erhalten, und die Ohnmächtigen bleiben schutzlos. Fast könnte man sagen, es ist alles wieder beim Alten. Und trotzdem hat sich für uns alle etwas verändert: Gott berührte Menschen!“

Gott berührte Menschen. Heute besteht oft der Eindruck, es ließen sich nur noch wenige von ihm berühren. Die Post und die Begegnungen der Weihnachtszeit zeigen mir aber, wie sich viele auf unterschiedliche Weise berühren lassen über den Kreis unserer Gemeinden hinaus. Das Kind, in dem Gott zu uns kommt, bewegt eben doch noch sehr viele, die nun wieder ermutigter in ihren Alltag gehen. Und selbst manche, die froh sind, dass die nicht immer leichten Tage um Weihnachten und Jahreswechsel vorbei sind, möchten auf die tiefste Aussage dieses Festes nicht verzichten: dass Gott einer von uns ist und dass er unser Leben begleitet.

Es scheint wieder alles beim Alten zu sein, und doch hat das Alte wieder einen Stern über sich und vor sich…

Gut gestärkt ins neue Jahr

Montag, 09. Januar 2012 von bea

Resilienz und Spiritualität – Kraftquellen meiner Arbeit

So lautete das Thema, mit dem wir uns auf einem Studientag im Ki-Ta- Team auseinandergesetzt haben. Nach einer Definition von Hellgard Rauh ist eine resiliente Person in der Lage, in schwierigen und bedrohlichen Situationen Ressourcen zu aktivieren, die entweder in ihr selbst liegen und/oder in ihrer sozialen und sozial-emotionalen Interaktion mit nahen Bezugspersonen zu finden sind und die im weiteren Kontext liegen.

Das Thema war deshalb so spannend, weil es bei uns selbst ansetzte, an der eigenen Biographie, an der derzeigen persönlichen Lebenssituation und an den privaten und beruflichen Beziehungen zu anderen Menschen. Wir haben Anregungen erhalten, die Selbstentwicklung durch eigene Ressourcen zu entdecken und zu aktivieren, z.B. durch Fragestellungen:

- wo liegen meine Stärken, was kann ich gut…

- was läuft bei mir alles gut, was kann so bleiben…

- welche Fähigkeiten können mir helfen, wie kann ich sie weiterentwickeln…

- wer hilft mir, mich zu unterstützen…

Die Spiritualität bietet dabei stabilisierende Elemente. In den Fragen und Sichtweisen der Kinder können wir Spiritualität finden und mit ihnen darüber ins Gespräch kommen. Eine geistige und seelische Beheimatung kann uns zu verantwortungsbewusstem Handeln führen und unsere Identität und die der Kinder stabilisieren.

Dieser Tag war so angefüllt mit bestärkenden Anstößen, dass untereinander im Team eine mutmachende Atmosphäre der Verbundenheit spürbar war. So gehen wir gestärkt und mit voller Kraft ins neue Jahr. Wir dürfen gespannt sein auf der Suche nach neuen Wegen miteinander und gemeinsam mit den Kindern und ihren Familien. Lassen wir sie teilhaben an einem Vertrauen in das Leben und an die Potenziale, die in jedem einzelnen Menschen liegen!

Euer Ja sei ein Ja

Donnerstag, 05. Januar 2012 von bruno

Euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen. So steht es bei Matthäus 5,37.

An diese Stelle muss ich immer wieder denken, wenn ich die Debatte um Christian Wulff in den letzten Wochen verfolge.
Jetzt hat er sich gestern einem Interview gestellt und kleine Brötchen gebacken.
Irgendwie tut er mir auch wirklich leid. Ich möchte nicht in aller Öffentlichkeit jede Urlaubsreise, jeden Freundschaftsdienst, jedes Fest dokumentieren müssen.
Aber ist das nicht ein Problem, wenn der Bundespräsident den Bürgern leid tut?

Ich erwarte von einem Bundespräsidenten, dass er aufrichtet, bestärkt, mahnt, repräsentiert, für die Ideale unseres Staates steht – und nicht, dass er Mitleid auslöst.

Wer das Interview nicht gesehen hat: Hier ist es zu finden http://www.ardmediathek.de

Um das klar zu stellen: Ich glaube nicht, dass Wulff durch seine Freunde bestechlich war oder ist. Ich glaube auch nicht, dass er die Pressefreiheit nicht respektiert.

Vielmehr sieht es für mich so aus, dass er nicht aufrichtig war, als er nach dem Privatkredit gefragt wurde und dann wenig souverän mit der medialen Berichterstattung darüber umging.

Vielleicht fehlt ihm hier wirklich die biographisch begründete Autorität und Souveränität, die viele seiner Vorgänger hatten.

Wäre doch sein Ja ein Ja gewesen und sein Nein ein Nein.

Weihnachten wurde durch den Baum entschieden

Mittwoch, 28. Dezember 2011 von Jodi

Günter, eine treue Seele unserer Gemeinde, bescherte mir mein Weihnachtserlebnis 2011.

Günter, Ernst, Yves und Sebastian sind unsere „Jungs“, die Jahr für Jahr den Weihnachtsbaum und die Krippe in unserer Kirche aufbauen. So auch dieses Jahr und soweit auch nicht ungewöhnlich.

Kurz vor der Christmette nahm mich Ernst beiseite: „Sieh dir mal die Spitze des Weihnachtsbaumes an“ flüsterte er mir zu und zwinkerte. Während der Messe probierte ich, aus dem Seitenschiff rüber zu schielen, konnte aber im Halbdunkeln nichts erkennen. Was haben die Jungs nun wieder ausgeheckt? (Ähm, der Älteste der „Jungs“ ist 70, aber sie alle haben den Schalk im Nacken.) Nach der Christmette verlor ich im Trubel vom Krippensingen, Kinder und Freunde in die Arme nehmen und Weihnachtswünsche austauschen den Gedanken aus dem Kopf; erst abends im Bett: da war ja noch was.

Am nächsten Morgen nach dem Hochamt schlich ich mich in den Altarraum und war sprachlos. Meine Tochter kam hinzu und schließlich unser derzeitiger „Vertretungs“-Pfarrer und sie strahlten mit mir um die Wette, so ungewöhnlich und so schön sah die Baumspitze aus, die im großen Bogen gen Himmel zeigte. Meine Tochter flüsterte leise: „Nicht immer führt der Weg gerade nach oben.“ Besser als diese Baumspitze kann man das Leben nicht zeigen.

Danke Günter, dass Du diese Spitze nicht abgeschnitten hast.

Weihnachtsbaumspitze

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